Smartphones in der Krise:
Nothing spaltet sich auf

Die vom früheren OnePlus-Mitgründer Carl Pei ins Leben gerufene Smartphone-Marke Nothing will ihren Budget-Ableger CMF ausglie­dern und als eigenständiges Unternehmen weiterarbeiten lassen. Die Aufspaltung ist eine Reaktion auf die Speicherkrise.

    Nothing-Chef verkündet Eigenständigkeit von CMF

    Nothing ist mit seiner Tochtermarke CMF by Nothing seit einigen Jahren vor allem in Indien aktiv. Jetzt soll CMF eigenständig werden und größtenteils in den Besitz indischer Anteilseigner übergehen, auch wenn Nothing weiterhin eine Beteiligung behalten will. Dies gab Nothing-Chef Carl Pei heute bekannt.

    CMF soll durch die Abspaltung und den anscheinend geplanten teilweisen Verkauf an indische Anteilseigner eigenständig arbeiten können, so Pei. Das Unternehmen ist auf eher günstige Smartphones und andere Elektronikprodukte für Endkunden spezialisiert, wobei in manchen Fällen Geräte, die in Europa und anderen Regionen unter der Marke Nothing vertrieben wurden, in der Vergangenheit mehrfach mit leichten Anpassungen und geändertem Branding auch als CMF-Produkte verkauft wurden.

    Langfristig 100 Mio. Geräte pro Jahr geplant

    Pei hofft offenbar darauf, dass Indien mit seiner weiterhin großen Nachfrage rund um Smartphones im unteren Preissektor das Überleben von CMF sichern kann. Mit der Abspaltung soll CMF vor allem davon profitieren, dass in Indien mittlerweile eine vollständige Lieferkette für die Produktion von Smartphones und anderen kleinen Elektronikgeräten entstanden ist, auch wenn noch mehr in Entwicklung und Forschung rund um neue Produkte investiert werden muss, so Pei.


    Langfristig soll CMF zu einer weltweit führenden Marke aufsteigen, wobei Pei ein hochgestecktes Ziel von 100 Millionen verkauften Geräten im Jahr ansetzte. Mit einer solch massiven Steigerung der Stückzahlen könnte das Unternehmen dann mehr Einfluss auf die Zulieferer haben und mehr in die Entwicklung von Software, Kameras und KI-Funktionen über eine erheblich größere Zahl von Geräten hinweg investieren, sagte er außerdem.

    Erst im Juli hatte es umfangreiche Berichte gegeben, wonach Nothing seine Präsenz in einer Vielzahl von Ländern weitestgehend zurückziehen wolle. Inwiefern die Abspaltung von CMF und die daraus folgende Eigenständigkeit der Marke jetzt eine Bestätigung der damals noch heftig dementierten Presseberichte ist, bleibt abzuwarten.

    Kurz nach Mitte Juni hatte Nothing zudem über drastische Entwicklungen im Speichermarkt berichtet, durch die der Bau von günstigen Smartphones sich aktuell nicht mehr lohnen soll. Damals hatte man die für 2026 geplante Einführung eines neuen Modells der Budget-Tochter CMF kurzerhand abgesagt. Wann die künftig eigenständige Marke CMF ihr erstes Endgerät einführen soll, verriet Pei in seiner Ankündigung noch nicht.

    Zusammenfassung
    • Die bisherige Tochtermarke CMF by Nothing soll eigenstaendig werden
    • Indische Investoren uebernehmen die Mehrheit der Anteile der Marke
    • Die Firma konzentriert sich auf preiswerte Smartphones fuer Kunden
    • Eine vollstaendige Lieferkette in Indien soll CMF grosse Vorteile bieten
    • Das ehrgeizige Ziel sind langfristig 100 Millionen Geraete im Jahr
    • Der Starttermin fuer das naechste eigene CMF-Produkt ist noch unklar

    Siehe auch:


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