Windows 11: Akute Patchday-Bugs werden wohl erst im Oktober gefixt

Das aktuelle Notfall-Update für Windows 11 sollte eigentlich Fehler des letzten Patchdays beheben. Doch selbst nach der Installation bleiben eigene Schwierigkeiten bestehen. Nutzer sind weiterhin von stummen PCs und Anmeldeproblemen in Netzwerken betroffen.
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    Update löst Probleme nicht vollends

    Mitte September 2026 veröffentlichte Microsoft das Notfall-Update KB5129195 für Windows 11 in den Versionen 24H2 und 25H2. Die Aktualisierung sollte Fehler des regulären Patchdays vom 8. September korrigieren. Doch selbst nach der Installation bleiben einige Schwierigkeiten bestehen. So kämpfen Anwender weiterhin mit stummen Computern und fehlschlagenden Anmeldungen in Firmennetzwerken.

    Besonders hartnäckig halten sich Ausfälle bei der Tonwiedergabe. Zwar behebt das Update Probleme mit 8-Kanal- und 3D-Audio-Modi, doch Endgeräte, die den Standard USB Audio Class 1.0 nutzen, funktionieren immer noch nicht fehlerfrei. So verweigert die Hardware nach der Installation der Systemaktualisierung teils weiterhin den Dienst. Das Problem äußert sich auf unterschiedliche Weise:

    • Im Geräte-Manager erscheint Fehler-Code 10
    • Das Betriebssystem gibt keine Töne mehr aus
    • Die Lautstärkeregler verbleiben auf null und reagieren nicht
    • Die Sound-Einstellungen frieren ein oder fehlen komplett


    Eine offizielle Lösung für die fehlende Tonausgabe steht noch aus. Eine Fehlerbehebung erfolgt wohl frühestens mit dem nächsten regulären Patchday Anfang Oktober. Bis dahin bleibt Anwendern nur die Möglichkeit, das September-Update manuell zu deinstallieren. Aufgrund der schrittweisen Verteilung von Windows-Funktionen können die Fehler bei einigen Systemen auch erst zu einem späteren Zeitpunkt auftreten.

    Zusätzliche Netzwerkfehler

    Wie Microsoft in der Dokumentation zum Out-Of-Band-Update ebenfalls bestätigt, gibt es parallel dazu Hürden in Unternehmensumgebungen. Rechner, die einer Domäne angehören, verlieren ihre sichere Vertrauensstellung. Nutzer können sich dadurch nicht mehr mit ihren regulären Zugangsdaten anmelden. Offline-Anmeldungen mit zuvor zwischengespeicherten Daten funktionieren hingegen weiterhin.

    Die Ursache für den Netzwerkfehler liegt in der Funktion "Machine Identity Isolation". Das Update aktiviert die Durchsetzung der Richtlinie, die die Sicherheit erhöhen soll. Das System setzt dafür allerdings zwingend einen Domänencontroller mit Windows Server 2025 voraus. Ältere Umgebungen können die Anfrage nicht verarbeiten, was zu dem beschriebenen Verbindungsabbruch führt. Immerhin gibt es einen offiziellen Workaround:

    Windows 11: Übergangslösung für Anmeldeprobleme
    Wichtig: Dieser Abschnitt enthält Informationen zum Bearbeiten der Registry. Bevor Sie Änderungen an der Registry vornehmen, sollten Sie ein Backup anfertigen und sicherstellen, dass Sie wissen, wie Sie sie im Falle eines Problems wiederherstellen können.

    Um dieses Problem zu umgehen, deaktivieren Sie Machine Identity Isolation mithilfe derselben Verwaltungsmethode, die zur Aktivierung verwendet wurde. Wählen Sie die zutreffende Option aus:

    • 1. Wenn die Isolation der Computeridentität durch die Intune-Richtlinie aktiviert wurde, deaktivieren Sie die Isolation der Computeridentität mit Intune.
    • 2. Wenn die Isolation der Computeridentität durch eine Gruppenrichtlinie aktiviert wurde, deaktivieren Sie die Isolation der Computeridentität mit der Gruppenrichtlinie.
    • 3. Wenn die Isolation der Computeridentität direkt in der Registrierung aktiviert wurde, führen Sie die folgenden Schritte aus, um sie zu deaktivieren:
    • Suchen Sie auf dem Gerät mit Windows 11, Version 24H2 oder 25H2 die folgenden Registrierungspfade:

    • HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Lsa\MachineIdentityIsolation

    • HKLM\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\DeviceGuard\MachineIdentityIsolation
    • Wenn der Wert für MachineIdentityIsolation in einem dieser Registrierungsschlüssel auf "2" festgelegt ist, ändern Sie ihn in:

    • MachineIdentityIsolation = 0

    Nachdem Sie Machine Identity Isolation deaktiviert haben, starten Sie das Gerät neu.

    Setzen Sie dann den sicheren Kanal mit dem folgenden Befehl zurück:
    Test-ComputerSecureChannel -Repair -Credential (Get-Credential)

    Weitere Fehler im System-Update

    Abseits der offiziell bestätigten Audio- und Netzwerkfehler berichten Anwender zudem von Treiber-Timeouts und schwarzen Bildschirmen auf Systemen mit Grafikkarten von AMD. Das aktuelle Notfall-Update enthält dafür allerdings keine spezifischen Korrekturen.

    Immerhin löst der aktuelle Notfall-Patch die Probleme mit abbrechenden Verbindungen über das Remote Desktop Protocol. Auch der Zugriff auf lokale Ordner in Linux-Umgebungen funktioniert wieder fehlerfrei. Dennoch hat Microsoft noch Arbeit vor sich, um alle durch den Patchday verursachten Bugs wieder zu beheben.

    Seid ihr von den aktuellen Fehlern in Windows 11 betroffen oder läuft euer System stabil? Teilt eure Erfahrungen gerne mit uns in den Kommentaren!

    Zusammenfassung
    • Das Windows-11-Notfall-Update KB5129195 behebt nicht alle Patchday-Bugs
    • Endgeräte mit USB Audio Class 1.0 leiden weiterhin unter Funktionsverlust
    • Eine Fehlerbehebung für Audioausfälle folgt wohl erst mit dem Oktober-Patch
    • Netzwerkanmeldungen an Domänen scheitern an neuer Sicherheitsregel
    • Ein offizieller Workaround deaktiviert die Machine Identity Isolation
    • Bei AMD-Grafikkarten melden einige Nutzer Treiber-Timeouts und Abstürze

    Siehe auch:
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