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LibreOffice greift Microsoft an:
Office-Format ist nur pseudo-offen

The Document Foundation, Entwicklerorganisation hinter der Bürosoftware LibreOffice, hat Microsoft scharf angegriffen und dem Konzern vorgeworfen, Nutzer gezielt an seine proprietären Dateiformate zu binden.
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WinFuture/KI-generiert

Digitale Souveränität geht nur mit ODF

In einem ausführlichen Blogeintrag stellt die Stiftung das offene Dokumentenformat ODF als Voraussetzung für digitale Souveränität dar und kritisiert zugleich das von Microsoft Office verwendete OOXML-Format als nur scheinbar offen.

Nach Darstellung der Stiftung garantiert das OpenDocument Format (ODF), das unter anderem von LibreOffice genutzt wird, langfristige Unabhängigkeit von einzelnen Softwareanbietern. Dokumente blieben dadurch vollständig unter Kontrolle ihrer Urheber, da kein Unternehmen die technischen Standards einseitig verändern könne. Ganz anders verhalte es sich laut der Organisation bei dem von Microsoft entwickelten OOXML-Format, das zwar offiziell als offen gelte, in der Praxis aber weiterhin stark proprietär geprägt sei.


Besonders kritisch sieht die Stiftung die Entstehungsgeschichte von OOXML. Das Format sei hinter verschlossenen Türen entwickelt worden und umfasse inzwischen mehr als 7500 Seiten technischer Dokumentation. Zudem fehle eine unabhängige Standardisierung. Microsoft nutze weiterhin eigene Sonderlösungen, wo immer dies möglich sei, heißt es in dem Beitrag.

Auch bekannte Probleme bei der Datumsverarbeitung in Excel greift die Organisation erneut auf. So behandle die Tabellenkalkulation das Jahr 1900 fälschlicherweise als Schaltjahr - ein Fehler, der seit Jahrzehnten bekannt ist. Nach Ansicht der Stiftung zeigt dies, wie kompliziert und fehleranfällig das Format geworden sei.

Versprechen nicht erfüllt

Besonders deutlich wird die Kritik mit Blick auf die Wissenschaft. Die Stiftung verweist auf einen Vorfall aus dem Jahr 2020: Das internationale Komitee zur Benennung menschlicher Gene habe zahlreiche Genbezeichnungen ändern müssen, weil Excel bestimmte Namen automatisch in Datumsangaben umwandelte. Statt eine Korrektur von Microsoft zu verlangen, hätten Forscher ihre bisherige Nomenklatur angepasst, um Kompatibilitätsprobleme zu vermeiden. Infografik Windows & Office: Wie abhängig ist die Bundesregierung von Microsoft?Windows & Office: Wie abhängig ist die Bundesregierung von Microsoft? Die Stiftung wirft Microsoft zudem vor, internationale Standardisierungsgremien und politische Entscheidungsträger einst davon überzeugt zu haben, OOXML werde später zu einem vollständig offenen Standard weiterentwickelt. Dies sei jedoch nie geschehen. Deshalb fordert die Organisation nun, ODF nicht nur zu unterstützen, sondern grundsätzlich als Standardformat für Dokumente einzusetzen.

Download LibreOffice - Quelloffene Office-Suite
Zusammenfassung
  • LibreOffice wirft Microsoft vor, Nutzer an proprietäre Formate zu binden
  • ODF garantiert langfristige Unabhängigkeit von Softwareanbietern
  • OOXML sei hinter verschlossenen Türen entwickelt worden
  • Das Format umfasst über 7500 Seiten technischer Dokumentation
  • Excel behandelt seit Jahrzehnten das Jahr 1900 als Schaltjahr
  • 2020 änderten Forscher Genbezeichnungen wegen Excel-Datumsformat
  • Microsoft soll versprochen haben, OOXML vollständig zu öffnen

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