Zu eng gebündelt? - Neue Kartelluntersuchung gegen Microsoft Office

Microsofts Office-Paket wird jetzt einer genaueren kartellrechtlichen Untersuchung unterzogen. Stein des Anstoßes ist die enge Bündelung von Produkten wie Windows, Word, Excel, Teams, Copilot und weiteren Office-Anwendungen.
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Briten leiten Prüfung ein

Noch im Laufe dieses Monats will die britische Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) eine offizielle Prüfung einleiten, ob der US-Konzern seine starke Marktstellung bei Bürosoftware missbraucht. Man wolle dabei untersuchen, ob Microsoft durch die Kombination seiner Programme Wettbewerber benachteiligt und Unternehmen damit zu stark an das eigene Ökosystem bindet, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Nach Angaben der CMA soll außerdem geprüft werden, wie sich der Markt für Unternehmenssoftware allgemein entwickelt und welche Rolle Microsoft darin spielt. Ziel sei es herauszufinden, ob Maßnahmen nötig seien, um Auswahlmöglichkeiten, Innovationen und faire Preise für britische Kunden sicherzustellen.


CMA-Chefin Sarah Cardell betonte die große Bedeutung des Verfahrens. Hunderttausende Menschen im Vereinigten Königreich nutzten täglich Unternehmenssoftware und Microsoft-Produkte. Deshalb müsse sichergestellt werden, dass der Markt weiterhin offen und wettbewerbsfähig bleibe.

Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchung sind Microsofts Lizenzierungspraktiken im Cloud-Geschäft. Gerade dort werfen Konkurrenten dem Konzern seit längerem vor, eigene Dienste gegenüber anderen Anbietern zu bevorzugen. Die Untersuchung soll nach aktuellem Stand bis zum Februar 2027 abgeschlossen werden. Im Anschluss könnte Microsoft den Status eines Unternehmens mit "strategischer Marktbedeutung" erhalten. Diese Einstufung bedeutet zwar nicht automatisch einen Regelverstoß, gibt der CMA aber weitergehende Eingriffsmöglichkeiten.

Keine unbekannte Situation

Microsoft erklärte bereits, man wolle konstruktiv und zügig mit der Behörde zusammenarbeiten, um die Überprüfung des Marktes für Unternehmenssoftware zu unterstützen. Für den Konzern ist es nicht die erste kartellrechtliche Auseinandersetzung mit den britischen Wettbewerbshütern. Bereits 2023 hatte die CMA die enge Partnerschaft des Konzerns mit OpenAI untersucht. Ein weiteres Verfahren aus dem Jahr 2024 beschäftigte sich mit der Frage, ob Microsoft die reguläre Fusionskontrolle umgehen wollte, indem das Unternehmen Mitarbeiter des KI-Start-ups Inflection einstellte, statt die Firma direkt zu übernehmen.

Auch in den USA geriet Microsoft zuletzt stärker unter Druck. Dort leitete die US-Wettbewerbsbehörde FTC Untersuchungen zu den milliardenschweren Investitionen in OpenAI sowie zur Zusammenarbeit mit Inflection ein.
Zusammenfassung
  • Kartelluntersuchung: CMA prüft enge Bündelung von Microsoft-Produkten
  • Untersucht wird, ob Microsoft Wettbewerber durch Produktkombination benachteiligt
  • Lizenzierungspraktiken im Cloud-Geschäft sind ein weiterer Schwerpunkt
  • Die Untersuchung soll bis Februar 2027 abgeschlossen werden
  • Microsoft könnte Status strategischer Marktbedeutung erhalten
  • Microsoft kündigt konstruktive Zusammenarbeit mit der Behörde an
  • CMA untersuchte bereits 2023 OpenAI-Partnerschaft und 2024 Inflection-Einstellungen

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