SSD-Preise explodieren: Flash jetzt 16-mal teurer als Festplatten
Der Preisabstand zwischen Flash-Speicher und Festplatten erreicht Rekordwerte. Analysen zeigen, dass Enterprise-SSDs nun das 16-Fache von HDDs kosten. Das sprengt IT-Budgets und erfordert ein Umdenken bei der Planung von Speicherarchitekturen.
Laut einer aktuellen Analyse des Speicheranbieters VDURA, der hierfür den Flash Volatility Index aufgelegt hat, kostet Flash-Kapazität im ersten Quartal 2026 durchschnittlich das 16,4-fache im Vergleich zu rotierenden Magnetfestplatten. Noch im zweiten Quartal 2025 lag dieser Faktor nur bei 6,2. Haupttreiber für diese Entwicklung ist die ungebrochene Nachfrage nach KI-Infrastruktur, da das Training komplexer Modelle rasche Checkpoints erfordert und den Markt für Speicherchips fast vollständig leerfegt.
Die konkreten Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Preissteigerungen für professionelle Anwender drastisch. Eine 30 Terabyte große TLC-Enterprise-SSD, die im zweiten Quartal 2025 noch für knapp mehr als 3000 Dollar erhältlich war, schlägt im ersten Quartal 2026 mit fast 11.000 Dollar zu Buche. Das entspricht einem Anstieg von 257 Prozent innerhalb eines Dreivierteljahrs. Zwar zogen auch die Preise für Festplatten im selben Zeitraum an, allerdings deutlich moderater um etwa 35 Prozent. Das führt dazu, dass reine All-Flash-Architekturen für viele Unternehmen finanziell kaum noch darstellbar sind und bestehende Kalkulationen für das laufende Fiskaljahr hinfällig werden.
Die Diskrepanz zwischen den Speichertechnologien zwingt Administratoren und Einkäufer zum Umdenken. Wie das Fachmagazin Blocks and Files unter Berufung auf die Daten von VDURA berichtet, stehen Reseller vor der unangenehmen Aufgabe, ihren Kunden mitzuteilen, dass genehmigte Budgets schlichtweg nicht mehr ausreichen. Erik Salo, Senior VP of Business Operations bei VDURA, betonte in diesem Zusammenhang, dass sich die Marktregeln nach über einem Jahrzehnt relativ stabiler NAND-Preise grundlegend geändert hätten. Hyperscaler und massive KI-Cluster-Projekte haben durch langfristige Lieferverträge große Teile der weltweiten Produktionskapazitäten bis weit ins Jahr 2026 hinein gebunden, was für kleinere Abnehmer kaum noch Spielraum lässt.
Durch den Einsatz eines sogenannten Mixed-Fleet-Ansatzes - also einer Kombination aus Flash für Performance und HDDs für Kapazität - lassen sich die Ausgaben drastisch senken. Analysen zeigen, dass die Gesamtbetriebskosten über drei Jahre bei hybriden Systemen bei rund sechs Millionen Dollar liegen können, während vergleichbare reine SSD-Set-ups über 25 Millionen Dollar verschlingen würden.
Neben dem NAND-Flash sind auch andere Komponenten von der Teuerung betroffen, was die Gesamtprojektkosten weiter in die Höhe treibt. DRAM-Preise verzeichneten im untersuchten Zeitraum einen Anstieg von 205 Prozent. Das liegt vor allem daran, dass Fertigungskapazitäten in den Fabs zugunsten von High Bandwidth Memory (HBM) verschoben werden, um den unersättlichen Hunger von KI-Beschleunigern wie GPUs zu stillen.
Da HBM deutlich komplexer in der Herstellung ist und mehr Wafer-Fläche benötigt, verknappt sich das Angebot für klassischen DDR5-Server-RAM spürbar. Das macht Server mit viel Arbeitsspeicher zu einem extrem kostspieligen Investitionsgut.
Die angespannte Lage dürfte laut Branchenprognosen noch eine Weile anhalten. Hersteller wie Kioxia gehen davon aus, dass die Knappheit bei SSDs bis ins Jahr 2027 andauern könnte, da der Aufbau neuer Fabs Jahre dauert. Auch bei Festplatten müssen sich Einkäufer auf Geduld einstellen: Aufgrund der gestiegenen Nachfrage als günstiges Ausweichmedium liegen die Lieferzeiten für bestimmte High-Capacity-HDDs Berichten zufolge bei bis zu zwei Jahren.
Die Preise für Hardware spielen verrückt und machen Planungen fast unmöglich. Habt ihr Investitionen verschoben oder setzt ihr jetzt wieder vermehrt auf klassische HDDs? Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen in den Kommentaren.
Siehe auch:
Preisschock durch KI-Nachfrage
Wer aktuell die IT-Infrastruktur für datenintensive Anwendungen plant, erlebt beim Blick auf die Hardware-Angebote eine böse Überraschung. Die Preise für Enterprise-SSDs sind in den letzten Monaten massiv gestiegen und haben eine Kluft zu herkömmlichen Festplatten aufgerissen, die so groß ist wie lange nicht mehr.Laut einer aktuellen Analyse des Speicheranbieters VDURA, der hierfür den Flash Volatility Index aufgelegt hat, kostet Flash-Kapazität im ersten Quartal 2026 durchschnittlich das 16,4-fache im Vergleich zu rotierenden Magnetfestplatten. Noch im zweiten Quartal 2025 lag dieser Faktor nur bei 6,2. Haupttreiber für diese Entwicklung ist die ungebrochene Nachfrage nach KI-Infrastruktur, da das Training komplexer Modelle rasche Checkpoints erfordert und den Markt für Speicherchips fast vollständig leerfegt.
Die konkreten Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Preissteigerungen für professionelle Anwender drastisch. Eine 30 Terabyte große TLC-Enterprise-SSD, die im zweiten Quartal 2025 noch für knapp mehr als 3000 Dollar erhältlich war, schlägt im ersten Quartal 2026 mit fast 11.000 Dollar zu Buche. Das entspricht einem Anstieg von 257 Prozent innerhalb eines Dreivierteljahrs. Zwar zogen auch die Preise für Festplatten im selben Zeitraum an, allerdings deutlich moderater um etwa 35 Prozent. Das führt dazu, dass reine All-Flash-Architekturen für viele Unternehmen finanziell kaum noch darstellbar sind und bestehende Kalkulationen für das laufende Fiskaljahr hinfällig werden.
Die Diskrepanz zwischen den Speichertechnologien zwingt Administratoren und Einkäufer zum Umdenken. Wie das Fachmagazin Blocks and Files unter Berufung auf die Daten von VDURA berichtet, stehen Reseller vor der unangenehmen Aufgabe, ihren Kunden mitzuteilen, dass genehmigte Budgets schlichtweg nicht mehr ausreichen. Erik Salo, Senior VP of Business Operations bei VDURA, betonte in diesem Zusammenhang, dass sich die Marktregeln nach über einem Jahrzehnt relativ stabiler NAND-Preise grundlegend geändert hätten. Hyperscaler und massive KI-Cluster-Projekte haben durch langfristige Lieferverträge große Teile der weltweiten Produktionskapazitäten bis weit ins Jahr 2026 hinein gebunden, was für kleinere Abnehmer kaum noch Spielraum lässt.
Renaissance hybrider Speicher
Diese Marktverschiebung sorgt für eine Rückbesinnung auf hybride Speicheransätze. VDURA modellierte die Kosten für ein 25-Petabyte-System mit einer Leistung von 1000 GB/s. Während eine All-Flash-Lösung bei den Preisen von Anfang 2026 jährliche Kosten von 24,54 Millionen Dollar (etwa 20,89 Millionen Euro) verursachen würde, lagen diese im Vorjahr noch bei vergleichsweise moderaten 8,5 Millionen Dollar (etwa 7,24 Millionen Euro).Durch den Einsatz eines sogenannten Mixed-Fleet-Ansatzes - also einer Kombination aus Flash für Performance und HDDs für Kapazität - lassen sich die Ausgaben drastisch senken. Analysen zeigen, dass die Gesamtbetriebskosten über drei Jahre bei hybriden Systemen bei rund sechs Millionen Dollar liegen können, während vergleichbare reine SSD-Set-ups über 25 Millionen Dollar verschlingen würden.
Neben dem NAND-Flash sind auch andere Komponenten von der Teuerung betroffen, was die Gesamtprojektkosten weiter in die Höhe treibt. DRAM-Preise verzeichneten im untersuchten Zeitraum einen Anstieg von 205 Prozent. Das liegt vor allem daran, dass Fertigungskapazitäten in den Fabs zugunsten von High Bandwidth Memory (HBM) verschoben werden, um den unersättlichen Hunger von KI-Beschleunigern wie GPUs zu stillen.
Da HBM deutlich komplexer in der Herstellung ist und mehr Wafer-Fläche benötigt, verknappt sich das Angebot für klassischen DDR5-Server-RAM spürbar. Das macht Server mit viel Arbeitsspeicher zu einem extrem kostspieligen Investitionsgut.
Die angespannte Lage dürfte laut Branchenprognosen noch eine Weile anhalten. Hersteller wie Kioxia gehen davon aus, dass die Knappheit bei SSDs bis ins Jahr 2027 andauern könnte, da der Aufbau neuer Fabs Jahre dauert. Auch bei Festplatten müssen sich Einkäufer auf Geduld einstellen: Aufgrund der gestiegenen Nachfrage als günstiges Ausweichmedium liegen die Lieferzeiten für bestimmte High-Capacity-HDDs Berichten zufolge bei bis zu zwei Jahren.
Die Preise für Hardware spielen verrückt und machen Planungen fast unmöglich. Habt ihr Investitionen verschoben oder setzt ihr jetzt wieder vermehrt auf klassische HDDs? Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen in den Kommentaren.
Zusammenfassung
- SSD-Preise steigen auf das 16,4-fache von HDDs im ersten Quartal 2026
- KI-Infrastrukturbedarf treibt NAND-Flash-Preise um 257 Prozent in die Höhe
- Hyperscaler und KI-Projekte binden weltweite Produktionskapazitäten
- Hybride Speicheransätze reduzieren Kosten gegenüber All-Flash-Lösungen
- DRAM-Preise stiegen um 205 Prozent durch Kapazitätsverschiebung zu HBM
- Experten rechnen mit anhaltender Knappheit bei SSDs bis ins Jahr 2027
Siehe auch:
- SSD-Produktion absichtlich gedrosselt? Speicherknappheit befürchtet
- RAMpokalypse: Speicherkrise wird noch viele Jahre lang dauern
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- Speicherkrise: Asus schickt Grafikkarten-Modelle vorzeitig in Rente
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