Speicherkrise: Asus schickt Grafikkarten-Modelle vorzeitig in Rente

Der Hardware-Hersteller Asus hat die Produktion zweier wichtiger Grafikkartenmodelle eingestellt. Hintergrund dessen ist die anhaltende Speicherkrise, die es immer schwieriger macht, solche Produkte zu fertigen, ohne preislich aus dem Ruder zu laufen.
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Update - 16.01., 11:00: Asus hat sich zu den Gerüchten um die fraglichen Grafikkarten inzwischen auch offiziell geäußert. Diese wolle man keinesfalls komplett aufgeben, hieß es da. Man bestätigte aber, dass man Probleme habe, die Kartei zu produzieren und die Verfügbarkeit im Handel zu gewährleisten. Daran wolle man gemeinsam mit den jeweiligen Partnern arbeiten.

Produktion wird unrentabel

Betroffen sind die GeForce RTX 5070 Ti sowie die RTX 5060 Ti mit 16 Gigabyte Speicher, wie der YouTube-Kanal Hardware Unboxed unter Berufung auf Quellen im Unternehmen berichtet. Grund dafür seien anhaltende Engpässe bei der Versorgung mit Grafikspeicher, die die Herstellung zunehmend unrentabel machten. In einem aktuellen Video berichtet der Kanal, Asus habe "explizit" bestätigt, dass die 5070 Ti derzeit kaum noch lieferbar sei und deshalb nun vorzeitig den Status "End of Life" erhalten habe. Eine weitere Produktion sei vorerst nicht mehr geplant.

Auch Händler in Australien bestätigten Hardware Unboxed, dass die 5070 Ti bereits nicht mehr über Distributoren verfügbar sei und voraussichtlich im gesamten ersten Quartal aus dem Sortiment verschwinden werde. Das Schwestermodell 5060 Ti mit 16 Gigabyte stehe kurz davor, das gleiche Schicksal zu erleiden. Asus habe auch hier angekündigt, keine weiteren Chargen zu fertigen. Beide Karten gehören zu den speicherstärkeren Varianten der jeweiligen GPU-Serie und damit zu jenen Modellen, die in Zeiten knapper RAM-Bestände besonders teuer in der Produktion sind. Zwar bleibt eine spätere Rückkehr theoretisch möglich, doch laut Einschätzung des Kanals gilt sie derzeit als unwahrscheinlich.


Nvidia selbst betont, dass die Nachfrage nach GeForce-Grafikkarten weiterhin hoch sei, während die Verfügbarkeit von Speicher stark limitiert bleibe. Man arbeite eng mit Zulieferern zusammen, um möglichst viel Produktion sicherzustellen. Asus wiederum stellte nach Veröffentlichung des Videos klar, dass die Entscheidung nicht auf eine offizielle Abkündigung seitens Nvidias zurückgehe. Vielmehr habe man aufgrund der knappen Verfügbarkeit nur die eigenen Modelle eingestellt. Da jedoch auch andere Boardpartner nicht mehr liefern könnten, sei die 5070 Ti de facto "ein totes Produkt".

KI treibt Preise hoch

Die Engpässe hängen eng mit dem globalen KI-Boom zusammen. Rechenzentren benötigen für KI-Beschleuniger enorme Mengen Hochleistungsspeicher, weshalb große Speicherhersteller ihre Produktionslinien zugunsten von High Bandwidth Memory umbauen. Diese Verschiebung führt zu steigenden Preisen bei herkömmlichen RAM-Modulen, SSDs und GPUs für Endkunden. Zuletzt hatte Micron angekündigt, seine Consumer-Marke Crucial einzustellen, um seine Kapazitäten voll auf den KI-Sektor auszurichten.

Asus ist damit der erste große Boardpartner Nvidias, der offen die Folgen dieser Entwicklung bestätigt. Branchenbeobachter sehen die Verknappung als ein mögliches Vorzeichen weiterer Produktionsstopps in der Grafikkartenindustrie.
Zusammenfassung
  • Asus stellt Produktion der GeForce RTX 5070 Ti und 5060 Ti mit 16 GB ein
  • Anhaltende Speicherengpässe machen Herstellung dieser Karten unrentabel
  • Die Modelle erhalten vorzeitig den Status End-of-Life ohne Neuproduktion
  • Händler bestätigen, dass die Grafikkarten aus dem Sortiment verschwinden
  • Zusammenhang mit globalem KI-Boom, der enormen Speicherbedarf verursacht
  • Speicherhersteller priorisieren KI-Beschleuniger zulasten des Endkundenmarkts
  • Asus ist erster großer Nvidia-Partner, der die Folgen dieser Entwicklung bestätigt

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