SSD-Produktion absichtlich gedrosselt? Speicherknappheit befürchtet

Künstliche Verknappung, Fokus auf KI-Speicher und technische Hürden: Samsung und SK Hynix fahren die Produktion von NAND-Flash im großen Stil zurück. Die Marktmacht der beiden Konzerne sorgt nun für ein Ende der historisch niedrigen Preise.
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Samsung

Weniger Wafer bei Samsung und SK Hynix

2026 wird man sich beim Thema SSD nun auf steigende Kosten einstellen müssen. Die südkoreanischen Speicherhersteller Samsung und SK Hynix planen offenbar, ihre Produktionskapazitäten für NAND-Flash zu reduzieren. Dies geschieht trotz wachsender Nachfrage durch KI-Anwendungen und den Ausbau von Rechenzentren - mit einem Hintergedanken.

Das meldet unter anderem Heise online. Da beide Konzerne zusammen rund 60 Prozent des weltweiten Flash-Marktes kontrollieren, könnte die Verfügbarkeit von SSDs für Server, PCs und mobile Geräte merklich sinken.


Omdia-Bericht nennt Hintergründe

Konkret geht es um Kürzungen bei den sogenannten Wafer-Inputs. Samsung will die Zahl der verarbeiteten Wafer von 4,9 Millionen im Vorjahr auf 4,68 Millionen senken, ein Minus von rund 4,5 Prozent. Bei SK Hynix soll die Produktion von 1,9 Millionen auf 1,7 Millionen Wafer zurückgehen, was etwa zehn Prozent entspricht. Die Reduzierungen treffen auf einen Markt mit steigender Nachfrage, unter anderem durch neue KI-Beschleuniger wie Nvidias "Vera Rubin"-Architektur.

Nach Angaben des Marktforschers Omdia verschieben die Hersteller ihre Prioritäten. Ziel sei es, die Profitabilität zu steigern, statt Marktanteile über hohe Stückzahlen auszubauen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Verteilung der Investitionsmittel. High-Bandwidth Memory (HBM), das für KI-Systeme benötigt wird, verspricht deutlich höhere Margen als klassischer NAND-Flash.

Investitionen in HBM-Produktionskapazitäten gelten derzeit einfach als wirtschaftlich attraktiver. Zudem binden die komplexen HBM-Fertigungsprozesse erhebliche Ressourcen. Produktionsflächen und Budgets werden daher zunehmend vom NAND-Flash in Richtung Arbeitsspeicher verlagert. Für Abnehmer bedeutet dies voraussichtlich das Ende der Phase sehr niedriger SSD-Preise, die durch ein Überangebot in den vergangenen Jahren begünstigt wurde.

Technologie-Wechsel bremst Output

Ein weiterer Faktor ist der technologische Übergang von Triple-Level-Cell- (TLC) zu Quad-Level-Cell- (QLC) Speicher. QLC speichert vier Bit pro Zelle statt drei und erhöht damit die Speicherdichte, was insbesondere für hochkapazitive Enterprise-Lösungen relevant ist. Die Umstellung der Fertigung erfordert jedoch Anpassungen der Produktionslinien und das führt gewöhnlicherweise zu geringeren Ausbeuten.

Zwar könnte die insgesamt produzierte Speicherkapazität weniger stark sinken als die Zahl der Wafer vermuten lässt. Dennoch deutet vieles auf eine gezielte Verknappung hin, um die Preise nun zu stabilisieren oder auch anzuheben.

Was haltet ihr von dieser Entwicklung auf dem Speichermarkt? Rechnet ihr mit spürbaren Engpässen in euren Rechenzentren oder habt ihr bereits vorgesorgt? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare.
Zusammenfassung
  • Samsung und SK Hynix reduzieren NAND-Flash-Produktion erheblich
  • Marktführer verknappen SSD-Speicher trotz steigender Nachfrage
  • Prioritätsverschiebung zu profitablerem KI-Speicher (HBM) statt NAND
  • Umstellung von TLC auf QLC erfordert Neukalibrierung und senkt Output
  • Ende der historisch niedrigen SSD-Preise durch Marktkontrolle
  • IT-Verantwortliche müssen mit steigenden Infrastrukturkosten rechnen
  • Hersteller maximieren Profitabilität statt Marktanteile durch Masse

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