RAMpokalypse: Speicherkrise wird noch viele Jahre lang dauern
Die extreme Nachfrage nach KI-Hardware stürzt den Markt für Arbeitsspeicher in eine historische Krise. Micron, Samsung und SK Hynix sind auf Jahre ausgebucht, was die Preise explodieren lässt - und auf ein baldiges Ende der Krise sollte man nicht hoffen.
Der Grund für diese beispiellose Verknappung liegt in der explosiven Nachfrage nach Infrastruktur für Künstliche Intelligenz und mit jeder Woche wird der Ausblick düsterer. Konkret liegt das daran, dass High-Bandwidth Memory (HBM), insbesondere die neuen Generationen wie HBM3E und das kommende HBM4, derzeit den Großteil der Fertigungsressourcen bindet. Marktbeobachter gehen laut Wall Street Journal davon aus, dass Rechenzentren im Jahr 2026 etwa 70 Prozent aller weltweit produzierten Speicherchips konsumieren werden.
Für Endanwender und IT-Abteilungen bedeutet das: Die Verfügbarkeit von konventionellem RAM für PCs, Laptops und Smartphones sinkt drastisch. Da die Fertigung von gestapelten HBM-Chips deutlich aufwendiger ist und mehr Waferfläche benötigt, entsteht ein massiver Verdrängungseffekt. Ein technisches Detail verdeutlicht das Problem eindrücklich: Für jedes Bit an HBM, das produziert wird, entfallen in der Fertigung drei Bits an herkömmlichem DRAM. Da die Hersteller ihre Produktion strikt auf die margenstarken KI-Produkte priorisieren, fehlt dieser Speicher nun im Consumer-Segment.
Eine besonders einschneidende Folge dieser Strategie trifft PC-Bastler und Systemintegratoren direkt: Micron hat angekündigt, sein Geschäft mit Arbeitsspeicher für Endverbraucher unter der Marke Crucial einzustellen. Das einzige große US-Speicherunternehmen will die frei werdenden Kapazitäten nutzen, um strategische Enterprise-Kunden wie Nvidia exklusiv zu bedienen. Damit verschwindet eine der bekanntesten Marken für RAM-Upgrades vom Markt, was die Auswahl für IT-Profis weiter einschränkt und die Preise für verbleibende Alternativen wie Kingston oder G.Skill treiben dürfte.
Die Knappheit betrifft dabei nicht nur High-End-Systeme mit DDR5. Auch Branchen, die auf ältere Speichertechnologien setzen, wie die Automobilindustrie oder Hersteller von Haushaltsgeräten, stehen vor Versorgungslücken. Da die großen Chip-Produzenten ihre Fertigungslinien auf moderne Verfahren für KI-Speicher umrüsten, werden Legacy-Chips wie DDR3 oder ältere LPDDR4-Module kaum noch gefertigt. Analysten warnen bereits vor Szenarien, die an die Lieferkettenprobleme der Pandemie-Jahre erinnern, als fehlende Bauteile ganze Produktionsbänder in der Autoindustrie stilllegten.
Der Wegfall der Marke Crucial und die extremen Preisanstiege treffen uns alle hart. Plant ihr bereits Hamsterkäufe für eure Systeme oder wartet ihr ab, wie sich die Lage entwickelt? Schreibt uns eure Strategie in die Kommentare, wir sind gespannt auf eure Meinung!
Siehe auch:
Historische Speicherknappheit durch KI
Wer aktuell plant, seine IT-Infrastruktur aufzurüsten oder neue Hardware anzuschaffen, blickt düsteren Zeiten entgegen. Die drei großen Speicherhersteller Micron, SK Hynix und Samsung melden übereinstimmend, dass ihre Kapazitäten für hochwertige Speicherchips weit über das laufende Jahr hinaus vollständig ausgelastet sind.Der Grund für diese beispiellose Verknappung liegt in der explosiven Nachfrage nach Infrastruktur für Künstliche Intelligenz und mit jeder Woche wird der Ausblick düsterer. Konkret liegt das daran, dass High-Bandwidth Memory (HBM), insbesondere die neuen Generationen wie HBM3E und das kommende HBM4, derzeit den Großteil der Fertigungsressourcen bindet. Marktbeobachter gehen laut Wall Street Journal davon aus, dass Rechenzentren im Jahr 2026 etwa 70 Prozent aller weltweit produzierten Speicherchips konsumieren werden.
Für Endanwender und IT-Abteilungen bedeutet das: Die Verfügbarkeit von konventionellem RAM für PCs, Laptops und Smartphones sinkt drastisch. Da die Fertigung von gestapelten HBM-Chips deutlich aufwendiger ist und mehr Waferfläche benötigt, entsteht ein massiver Verdrängungseffekt. Ein technisches Detail verdeutlicht das Problem eindrücklich: Für jedes Bit an HBM, das produziert wird, entfallen in der Fertigung drei Bits an herkömmlichem DRAM. Da die Hersteller ihre Produktion strikt auf die margenstarken KI-Produkte priorisieren, fehlt dieser Speicher nun im Consumer-Segment.
Preisanstiege und das Ende von Crucial
Die Auswirkungen auf den Markt sind bereits spürbar und werden sich in den kommenden Monaten weiter verschärfen, denn die Preise steigen rasant. Es wird prognostiziert, dass der Speicheranteil an den Gesamtkosten eines Smartphones oder Laptops von bisher unter 10 Prozent auf bis zu 30 Prozent ansteigen könnte. Das zwingt Systemhersteller wie Dell oder große Smartphone-Produzenten dazu, ihre Endkundenpreise signifikant zu erhöhen oder die eigenen Gewinnmargen drastisch zu kürzen.Eine besonders einschneidende Folge dieser Strategie trifft PC-Bastler und Systemintegratoren direkt: Micron hat angekündigt, sein Geschäft mit Arbeitsspeicher für Endverbraucher unter der Marke Crucial einzustellen. Das einzige große US-Speicherunternehmen will die frei werdenden Kapazitäten nutzen, um strategische Enterprise-Kunden wie Nvidia exklusiv zu bedienen. Damit verschwindet eine der bekanntesten Marken für RAM-Upgrades vom Markt, was die Auswahl für IT-Profis weiter einschränkt und die Preise für verbleibende Alternativen wie Kingston oder G.Skill treiben dürfte.
Die Knappheit betrifft dabei nicht nur High-End-Systeme mit DDR5. Auch Branchen, die auf ältere Speichertechnologien setzen, wie die Automobilindustrie oder Hersteller von Haushaltsgeräten, stehen vor Versorgungslücken. Da die großen Chip-Produzenten ihre Fertigungslinien auf moderne Verfahren für KI-Speicher umrüsten, werden Legacy-Chips wie DDR3 oder ältere LPDDR4-Module kaum noch gefertigt. Analysten warnen bereits vor Szenarien, die an die Lieferkettenprobleme der Pandemie-Jahre erinnern, als fehlende Bauteile ganze Produktionsbänder in der Autoindustrie stilllegten.
Langfristige Pläne wirken erst spät
Um dem Mangel zu begegnen, investieren die Hersteller massiv in neue Fabriken. Micron feierte kürzlich den Spatenstich für einen 100 Milliarden Dollar (etwa 86 Milliarden Euro) teuren Komplex im US-Bundesstaat New York und plant Erweiterungen in Idaho sowie Taiwan. Doch diese Maßnahmen kommen für die aktuelle Krise zu spät, da der Bau von Reinräumen Jahre in Anspruch nimmt. Laut WSJ werden schon jetzt Kapazitäten für 2028 verkauft, was bedeutet, dass sich die Lage erst 2029 entspannen könnte - frühestens wohlgemerkt.Der Wegfall der Marke Crucial und die extremen Preisanstiege treffen uns alle hart. Plant ihr bereits Hamsterkäufe für eure Systeme oder wartet ihr ab, wie sich die Lage entwickelt? Schreibt uns eure Strategie in die Kommentare, wir sind gespannt auf eure Meinung!
Zusammenfassung
- Speicherhersteller auf Jahre ausgebucht wegen enormer KI-Nachfrage
- HBM-Chips binden Großteil der Fertigungsressourcen für Rechenzentren
- Für jedes produzierte HBM-Bit entfallen drei Bits konventioneller DRAM
- Speicheranteil an Gesamtkosten elektronischer Geräte steigt auf bis zu 30 %
- Micron stellt Crucial-Marke für Endverbraucher zugunsten von KI-Kunden ein
- Preisanstiege betreffen auch ältere Speichertechnologien wie DDR3
- Neue Fertigungskapazitäten werden frühestens 2029 für Entspannung sorgen
Siehe auch:
- Trotz Speicherkrise: AMD verspricht Kampf für faire Grafikkarten-Preise
- Speicherkrise: Asus schickt Grafikkarten-Modelle vorzeitig in Rente
- Micron-Manager: Kunden missverstehen die Speicherkrise völlig
- Speicherkrise weitet sich unaufhörlich aus - nun trifft es auch TV-Geräte
- Samsung 'verursacht' Speicherknappheit und warnt nun vor Preisanstieg
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