Speicherkrise lässt Gebrauchtmarkt für PCs und Notebooks aufblühen

Die Speicherkrise sorgt bei PCs und Notebooks für steigende Preise und längere Lieferzeiten. Eine Folge dessen ist ein deutlicher Auf­schwung des Gebrauchtmarktes. Das zeigen aktuelle Erhebungen des Marktforschers Context.
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Gegen den Neu-Trend

Der Markt für generalüberholte Computer gewinnt in Europa spürbar an Dynamik. Nach Context-Angaben stiegen die Verkäufe von refurbished PCs im vierten Quartal in fünf der größten europäischen Märkte, Italien, Großbritannien, Deutschland, Spanien und Frankreich, um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Als Haupttreiber gilt der Preis. Rund 40 Prozent der Käufer greifen laut Analyse zu Laptops im Bereich zwischen 200 und 300 Euro. Gleichzeitig wächst das Segment von 300 bis 400 Euro deutlich: Sein Anteil am Refurbished-Markt kletterte binnen Jahresfrist von 15 auf 23 Prozent. Das deutet darauf hin, dass ein Teil der Kundschaft bereit ist, für bessere Ausstattung etwas tiefer in die Tasche zu greifen.


Besonders stark entwickelt sich der Sektor in Großbritannien. Dort haben sich die Verkaufszahlen zuletzt nahezu verdoppelt, womit Deutschland als größter europäischer Markt für aufbereitete Rechner überholt wurde. Konkrete Stückzahlen nennt Context allerdings nicht. Insgesamt zeichne sich ab, dass "Second-Life-Computing" den Sprung in den Mainstream schaffe, heißt es von Experten des Unternehmens.

Der Aufschwung steht im Kontrast zu verhaltenen Prognosen für neue Geräte. Hersteller von Speicherchips priorisieren derzeit margenstarke Produkte für KI-Rechenzentren, was das Angebot klassischer PC-Komponenten spürbar verknappt. Steigende Preise im Primärmarkt machen refurbished Geräte damit zu einer attraktiven Alternative, für Händler ebenso wie für Endkunden.

EU bringt Schub

Zusätzlichen Rückenwind könnte die geplante EU-Richtlinie zum "Recht auf Reparatur" bringen, die im Juli 2026 in Kraft treten soll. Sie zielt darauf ab, die Verfügbarkeit reparierbarer Geräte und von Ersatzteilen zu verbessern. Zwar gelten insbesondere Desktop-PCs dank modularer Bauweise traditionell als vergleichsweise reparaturfreundlich, doch bei Laptops gab es zuletzt Kritik wegen stockender Fortschritte in dem Bereich.

Während es für Smartphones bereits einen etablierten globalen Gebrauchtmarkt gibt, leidet dieser in Europa, den USA und Japan unter begrenztem Angebot. Studien zufolge verkaufen weniger als ein Drittel der europäischen Verbraucher ihre alten Geräte weiter. Angesichts wachsender Elektroschrottberge gewinnen refurbished PCs als nachhaltigere Option zunehmend an Bedeutung.

Zusammenfassung
  • Speicherkrise führt zu steigenden PC-Preisen und längeren Lieferzeiten
  • Verkauf generalüberholter Computer in Europas größten Märkten um 7 % gestiegen
  • Preisbereich zwischen 200 und 400 Euro besonders beliebt bei Refurbished-Käufern
  • Großbritannien überholt Deutschland als größten europäischen Refurbished-Markt
  • Hersteller priorisieren KI-Speicherchips und verknappen PC-Komponenten
  • EU-Richtlinie zum Recht auf Reparatur könnte ab Juli 2026 weiteren Schub geben
  • Second-Life-Computing wird als nachhaltige Alternative zum Mainstream

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