Samsung 'verursacht' Speicherknappheit und warnt nun vor Preisanstieg

Samsung-Co-CEO TM Roh warnt vor einem beispiellosen Speicher­mangel, der Smartphones und PCs 2026 deutlich verteuern dürfte. Paradoxerweise treibt ausgerechnet Samsungs eigene aggressive KI-Strategie diese Knappheit weiter an.
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Verknappte Ressourcen durch KI-Boom

Kein Unternehmen sei vor den Auswirkungen gefeit, so der Samsung-Co-CEO TM Roh. Der Ausbau der Künstlichen Intelligenz (KI) treibe die Nachfrage nach Speicherchips für Rechenzentren in die Höhe und verknappe Ressourcen für Endgeräte wie Smartphones und Laptops.

Halbleiterhersteller priorisieren derzeit die Produktion von High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Rechenzentren, da hier höhere Margen erzielt werden als bei DRAM oder NAND-Speicher. Moderne HBM-Chips erfordern mehr Wafer-Fläche und komplexere Verpackung als konventioneller Speicher. Dadurch stehen für den Consumer-Markt weniger Kapazitäten zur Verfügung, was Preise in die Höhe treibt.


Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, plant Samsung trotz der Knappheit, die Zahl der Geräte mit "Galaxy AI"-Funktionen auf 800 Millionen Einheiten zu verdoppeln. Diese basieren größtenteils auf Googles Gemini-Modell.

Roh betonte, KI solle so schnell wie mög­lich auf alle Produkte und Dienste ausgerollt werden. Lokale KI-Modelle wie Gemini Nano benötigen allerdings viel schnellen Arbeits­speicher. Samsungs KI-Strategie steigert somit den DRAM-Bedarf pro Gerät, während Produktions­kapazitäten für Server-Speicher priorisiert werden. Dort wo es geht, also vermutlich nur im Einsteiger­bereich, wird dagegen in den Geräten wieder weniger Arbeitsspeicher eingebaut.

Teurere Geräte oder weniger Leistung

Analysten prognostizieren Preissteigerungen für Smartphones und PCs um sechs bis 40 Prozent, je nach Speicherausstattung. Hersteller müssen Kosten weitergeben oder Hardware zurückfahren.

Folgende Szenarien gelten laut aktuellen Marktbeobachtungen als wahrscheinlich:

  • Preissteigerungen: High-End-Geräte könnten teurer werden, um gestiegene DRAM- und NAND-Kosten auszugleichen.
  • Speicher-Downgrades: Mittelklasse-Smartphones oder Laptops könnten mit weniger RAM ausgeliefert werden, etwa von 12 auf acht Gigabyte.
  • Verzögerungen: Knappheit könnte Lieferengpässe bei populären Modellen verursachen.

Seid ihr bereit, für KI-Funktionen in neuen Smartphones höhere Preise zu zahlen, oder würdet ihr eher auf Speicher verzichten? Was meint ihr dazu? Schreibt es uns in die Kommentare!
Warum steigen Hardware-Preise 2026?
Der Haupttreiber für den Preisanstieg ist der massive Bedarf an Speicherchips für KI-Anwendungen. Hersteller wie Samsung und SK Hynix verlagern ihre Produktion angeblich stark auf High Bandwidth Memory (HBM) für Rechenzentren, da diese höhere Margen versprechen als klassischer Arbeitsspeicher für Endgeräte.

Laut Marktanalysen könnte dies dazu führen, dass die Preise für Smartphones und PCs im Jahr 2026 spürbar anziehen. Prognosen sprechen von Preissteigerungen zwischen 6 und teilweise bis zu 40 Prozent, da die Verknappung von DRAM- und NAND-Komponenten die Herstellungskosten direkt in die Höhe treibt.
Drohen schlechtere Hardware-Specs?
Für IT-Abteilungen und Endanwender ist dies ein kritisches Szenario: Um Preispunkte stabil zu halten, könnten Hersteller dazu übergehen, die Speicherausstattung zu reduzieren. Es wird spekuliert, dass Mittelklasse-Smartphones oder Einstiegs-Laptops statt 12 GB oder 16 GB RAM wieder vermehrt mit nur 8 GB Arbeitsspeicher ausgeliefert werden könnten.

Dieses Phänomen, bei dem die Leistung trotz gleichbleibender oder steigender Preise sinkt, würde besonders Power-User treffen. Wer auf Multitasking und leistungsfähige Hardware angewiesen ist, müsste demnach künftig tiefer in die Tasche greifen, um gewohnte Standards zu erhalten.
Sind auch PCs und Laptops betroffen?
Ja, der Engpass beschränkt sich nicht auf Smartphones. Auch der PC-Markt leidet unter der Verknappung von DDR5- und SSD-Speicher. Analysten warnen, dass die PC-Auslieferungen im Jahr 2026 um bis zu 9 Prozent zurückgehen könnten, da Komponenten fehlen oder für den Massenmarkt zu teuer werden.

Für die IT-Beschaffung bedeutet dies, dass Budgets für Hardware-Erneuerungen (Refresh-Zyklen) angepasst werden sollten. Es ist davon auszugehen, dass insbesondere Business-Notebooks mit hoher Speicherkapazität von längeren Lieferzeiten oder Preisaufschlägen betroffen sein werden.
Was ist der Grund für den Speichermangel?
Die Ursache liegt in einer strukturellen Verschiebung der Nachfrage. KI-Server und Rechenzentren benötigen enorme Mengen an spezialisiertem Speicher. Ein einziger KI-Server kann so viel Speicherkapazität binden wie Dutzende High-End-Smartphones. Dieser "Datenhunger" der KI-Modelle hat Vorrang vor der Produktion von Consumer-RAM.

Da die Kapazitäten der Chipfabriken begrenzt sind und der Ausbau neuer Fertigungsstraßen Jahre dauert, entsteht eine Lücke im Angebot für herkömmliche Elektronik. Samsung bezeichnete die Situation als "beispiellos", da kein Unternehmen gegen diese Marktdynamik immun sei.
Wann entspannt sich die Lage wieder?
Kurzfristig ist keine Besserung in Sicht. Da der Ausbau von Fertigungskapazitäten für Speicherchips sehr zeitintensiv ist, dürfte das Jahr 2026 von Knappheit geprägt bleiben. Experten gehen davon aus, dass sich die Priorisierung von KI-Hardware durch die Chiphersteller vorerst nicht ändern wird.

Für Unternehmen und Endanwender heißt das: Die aktuelle Preisgestaltung und Verfügbarkeitssituation könnte zum "neuen Normal" werden, bis neue Fabriken ans Netz gehen und das Angebot die explodierende Nachfrage aus dem KI-Sektor wieder decken kann.
Zusammenfassung
  • Samsung warnt vor beispiellosem Mangel an Computerspeicher weltweit
  • KI-Boom erhöht Nachfrage nach Speicherchips für Rechenzentren drastisch
  • Halbleiterhersteller priorisieren profitablere HBM-Chips für KI-Anwendungen
  • Speicherknappheit könnte Smartphone- und PC-Preise um bis zu 40 Prozent erhöhen
  • Trotz Engpässen plant Samsung Verdopplung der Geräte mit KI-Funktionen
  • Hersteller müssen zwischen Preissteigerungen und Hardware-Downgrades abwägen
  • Faltbare Smartphones sollen in zwei bis drei Jahren den Massenmarkt erreichen

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