Mission erfüllt: Norwegen meldet 100 % E-Autos und streicht Förderung

Norwegen hat sein Ziel, den Automarkt auf 100 Prozent E-Mobilität bei den Neuzulassungen zu bringen, quasi erreicht. Die Folge dessen ist nun, dass verschiedene Förderungen wegfallen, was den Kauf und den Betrieb neuer Autos teurer macht.
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Mehrwertsteuer kommt

Norwegen will seine Steuervergünstigungen für Elektroautos innerhalb der kommenden zwei Jahre schrittweise abschaffen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Das gab die Regierung am Mittwoch im Rahmen ihres Haushaltsvorschlags für 2026 bekannt. Damit würden beliebte Modelle wie Teslas Model Y, derzeit das meistverkaufte Auto des Landes, künftig teurer werden.

Nach Angaben des Finanzministeriums sollen ab 2026 Elektrofahrzeuge nur noch bis zu einem Kaufpreis von 300.000 Kronen (rund 29.700 Euro) von der Mehrwertsteuer befreit sein. Ab 2027 soll diese Ausnahme komplett entfallen. Damit unterliegen alle Elektroautos denselben Steuern wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.


"Unser Ziel war, dass ab 2025 alle neuen Pkw elektrisch sind - dieses Ziel ist erreicht", erklärte Finanzminister Jens Stoltenberg. "Daher ist nun der richtige Zeitpunkt, die Vergünstigungen auslaufen zu lassen." Im September waren laut Zulassungsdaten 98,3 Prozent aller neu verkauften Autos in Norwegen vollelektrisch, hinzu kamen noch einige Hybrid-Modelle, die Zahl neuer Verbrenner war zu vernachlässigen.

Benziner-Zulassung teurer

Die Steuerbefreiung für E-Autos hatte Norwegen über Jahre zum weltweiten Vorreiter der Elektromobilität gemacht. Bereits 2023 führte die Regierung erstmals eine Mehrwertsteuer auf den Preisanteil oberhalb von 500.000 Kronen (42.600 Euro) ein, was vor allem teurere Modelle wie Teslas Model X oder den Porsche Taycan betraf. Nun soll die Steuergrenze deutlich sinken, wodurch künftig auch Mittelklassewagen wie Teslas Model Y oder Volkswagens ID.4 betroffen sind.

Kritik kommt von der norwegischen Elektroauto-Vereinigung (Elbilforeningen). Deren Vorsitzende Christina Bu nannte den Schritt "überhastet" und warnte vor Rückschritten: "Wenn die Preise sprunghaft steigen, könnte das wieder mehr Menschen zum Kauf von Benzin- oder Dieselautos bewegen - und das wollen wir alle vermeiden." Der Verband verweist darauf, dass noch immer sieben von zehn Autos auf Norwegens Straßen mit fossilen Brennstoffen fahren.

Gleichzeitig plant die Regierung allerdings, die einmalige Zulassungsgebühr für Verbrenner weiter zu erhöhen, um den Kauf von Elektroautos trotz Wegfalls der Subventionen attraktiv zu halten.

Zusammenfassung
  • Norwegen erreicht 98,3 Prozent Elektroautos bei Neuzulassungen
  • Steuervergünstigungen für E-Autos werden bis 2027 komplett abgeschafft
  • Ab 2026 gilt Steuerfreiheit nur noch für E-Autos unter 29.700 Euro
  • Finanzminister Stoltenberg erklärt das Ziel für 2025 als bereits erfüllt
  • Elektroauto-Vereinigung kritisiert den Schritt als möglicherweise kontraproduktiv
  • Sieben von zehn Fahrzeugen auf Norwegens Straßen sind noch Verbrenner
  • Zulassungsgebühren für Verbrenner werden trotz E-Auto-Steuererhöhung angehoben

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