E-Auto-Desaster: ADAC vergibt bei Autobahn-Ladesäulen Horrornoten
Ein aktueller ADAC-Test an 50 Autobahn-Standorten zeigt erhebliche Defizite beim Laden von E-Autos: Über die Hälfte der Anlagen erhielt die Note "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft". Fehlende Überdachung und defekte Säulen erschweren das Laden.
Besonders deutlich zeigten sich die Unterschiede zwischen den beiden Anlagentypen: Während sämtliche positiven Bewertungen an Autohöfe gingen, schnitten Rastanlagen durchweg schlechter ab. Als beste Anlage im gesamten Test wurde der Euro-Rastpark Schweitenkirchen an der A9 ausgezeichnet, gefolgt vom Aral-Autohof Königslutter an der A2.
Die Gründe für diese Diskrepanz liegen auf der Hand: Autohöfe verfügen in der Regel über mehr Ladepunkte, höhere Ladeleistungen und zusätzliche Serviceangebote wie Gastronomie oder sanitäre Einrichtungen. Während drei Viertel der Autohöfe mit Ultraschnell-Ladesäulen ausgestattet waren, fehlen diese an vielen Rastanlagen komplett.
Besonders negativ fielen zwei Autohöfe auf, die überhaupt keine Lademöglichkeit boten: der Aral-Autohof Bremen-Hemelingen an der A1 und der Total-Autohof Großweitzschen an der A14.
Ein Grund für die verbreitete 50-Kilowatt-Technik auf vielen Rastanlagen liegt in einer juristischen Auseinandersetzung. Ein von der Autobahn GmbH an Tank & Rast vergebener Auftrag zum Aufbau von Schnellladesäulen wird seit Jahren rechtlich geprüft, da kein formales Vergabeverfahren durchgeführt worden war. Erst im Zuge dieser Verfahren wurden zahlreiche 50-Kilowatt-Säulen auf 100 Kilowatt freigeschaltet - nach Einschätzung des ADAC aber immer noch zu wenig für die Anforderungen an Langstreckenfahrten.
Erschwerend kommt hinzu, dass bei fast einem Drittel der Standorte mindestens ein Ladepunkt defekt war. Das führt zu längeren Wartezeiten und zusätzlichem Stress für Elektroautofahrer.
Bei den Bezahlmöglichkeiten und der Preistransparenz zeigten sich ebenfalls Mängel. Nur etwas mehr als die Hälfte der Stationen erlaubte eine Direktzahlung an der Ladesäule, etwa per Kreditkarte. Beim Thema Preistransparenz zeigte sich ein ähnliches Bild: Zwar wurde der Kilowattstundenpreis meist vor dem Laden angezeigt, der tatsächliche Endpreis aber nur an 16 Anlagen. Der ADAC merkt an, dass ein solcher Mangel an Preisangaben an Tankstellen undenkbar wäre.
Der Test verdeutlicht die Notwendigkeit für Verbesserungen in der Ladeinfrastruktur. Nach Ansicht des Automobilclubs ist der aktuelle Zustand unzureichend, um die Elektromobilität weiter zu fördern. Der Verband fordert deutlich mehr leistungsstarke Ladepunkte entlang der Autobahnen sowie transparente Preise und einfache Bezahloptionen. Das Laden an der Autobahn muss genauso einfach und bequem funktionieren wie das Tanken, so der ADAC.
Was sind eure Erfahrungen beim Laden an Autobahnen? Seid ihr schon mal bei schlechtem Wetter ungeschützt an der Ladesäule gestanden? Teilt eure Meinungen in den Kommentaren mit.
Siehe auch:
Schlechte Noten für E-Ladeinfrastruktur
Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: Mehr als die Hälfte der insgesamt 50 Standorte erhielt die Bewertungen "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft". Lediglich 13 Anlagen schnitten mit "gut" ab, keine einzige erreichte das Urteil "sehr gut". Die Bewertung erfolgte anhand verschiedener Kriterien wie Anzahl und Leistung der Ladesäulen, Funktionsfähigkeit sowie Bezahlmöglichkeiten und Preistransparenz.Besonders deutlich zeigten sich die Unterschiede zwischen den beiden Anlagentypen: Während sämtliche positiven Bewertungen an Autohöfe gingen, schnitten Rastanlagen durchweg schlechter ab. Als beste Anlage im gesamten Test wurde der Euro-Rastpark Schweitenkirchen an der A9 ausgezeichnet, gefolgt vom Aral-Autohof Königslutter an der A2.
Die Gründe für diese Diskrepanz liegen auf der Hand: Autohöfe verfügen in der Regel über mehr Ladepunkte, höhere Ladeleistungen und zusätzliche Serviceangebote wie Gastronomie oder sanitäre Einrichtungen. Während drei Viertel der Autohöfe mit Ultraschnell-Ladesäulen ausgestattet waren, fehlen diese an vielen Rastanlagen komplett.
Besonders negativ fielen zwei Autohöfe auf, die überhaupt keine Lademöglichkeit boten: der Aral-Autohof Bremen-Hemelingen an der A1 und der Total-Autohof Großweitzschen an der A14.
Zu langsam und oft defekt
Ein zentrales Problem stellt die unzureichende Ladeleistung dar. Gut jede fünfte untersuchte Station bot ausschließlich 50-Kilowatt-Säulen - zu wenig für praktikables Langstreckenladen. Für zügiges Laden seien laut ADAC mindestens 150 Kilowatt nötig, um innerhalb von 20 bis 30 Minuten ausreichend Energie nachzuladen. Infografik: E-Autos in China günstiger als Verbrenner-Pkw
Ein Grund für die verbreitete 50-Kilowatt-Technik auf vielen Rastanlagen liegt in einer juristischen Auseinandersetzung. Ein von der Autobahn GmbH an Tank & Rast vergebener Auftrag zum Aufbau von Schnellladesäulen wird seit Jahren rechtlich geprüft, da kein formales Vergabeverfahren durchgeführt worden war. Erst im Zuge dieser Verfahren wurden zahlreiche 50-Kilowatt-Säulen auf 100 Kilowatt freigeschaltet - nach Einschätzung des ADAC aber immer noch zu wenig für die Anforderungen an Langstreckenfahrten.
Erschwerend kommt hinzu, dass bei fast einem Drittel der Standorte mindestens ein Ladepunkt defekt war. Das führt zu längeren Wartezeiten und zusätzlichem Stress für Elektroautofahrer.
Fehlender Komfort beim Laden
In Sachen Komfort stellten die Tester erhebliche Defizite fest. Keine der geprüften Anlagen verfügte über eine Überdachung. Das bedeutet: Wer bei Regen oder Schnee lädt, steht ungeschützt im Freien. Auch für lange Fahrzeuge mangelt es an geeigneten Stellflächen - nur zwei Autohöfe ermöglichten, mit Anhänger oder Wohnmobil längs zu parken, ohne abzukoppeln.Bei den Bezahlmöglichkeiten und der Preistransparenz zeigten sich ebenfalls Mängel. Nur etwas mehr als die Hälfte der Stationen erlaubte eine Direktzahlung an der Ladesäule, etwa per Kreditkarte. Beim Thema Preistransparenz zeigte sich ein ähnliches Bild: Zwar wurde der Kilowattstundenpreis meist vor dem Laden angezeigt, der tatsächliche Endpreis aber nur an 16 Anlagen. Der ADAC merkt an, dass ein solcher Mangel an Preisangaben an Tankstellen undenkbar wäre.
Der Test verdeutlicht die Notwendigkeit für Verbesserungen in der Ladeinfrastruktur. Nach Ansicht des Automobilclubs ist der aktuelle Zustand unzureichend, um die Elektromobilität weiter zu fördern. Der Verband fordert deutlich mehr leistungsstarke Ladepunkte entlang der Autobahnen sowie transparente Preise und einfache Bezahloptionen. Das Laden an der Autobahn muss genauso einfach und bequem funktionieren wie das Tanken, so der ADAC.
Was sind eure Erfahrungen beim Laden an Autobahnen? Seid ihr schon mal bei schlechtem Wetter ungeschützt an der Ladesäule gestanden? Teilt eure Meinungen in den Kommentaren mit.
Zusammenfassung
- Über 50 Prozent der getesteten Autobahn-Ladestationen als mangelhaft bewertet
- Autohöfe schnitten deutlich besser ab als Rastanlagen mit Ultraschnellladern
- Mindestens 150 Kilowatt Ladeleistung für sinnvolles Langstreckenladen nötig
- An fast einem Drittel der Standorte war mindestens ein Ladepunkt defekt
- Keine der getesteten Anlagen verfügte über eine Überdachung für Ladevorgänge
- Nur etwas mehr als die Hälfte der Stationen ermöglichte Direktzahlung
- ADAC fordert mehr leistungsstarke Ladepunkte und transparentere Preisgestaltung
Siehe auch:
- Mission erfüllt: Norwegen meldet 100% E-Autos und streicht Förderung
- Laden beim Fahren: Erste induktive Autobahnstrecke ist fertig
- Südkorea: Parkplätze werden großflächig mit Solardächern ausgerüstet
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Thema:
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