Gegengewicht zu US-Milliardären:
EU soll TikTok übernehmen
Dass es problematisch ist, wenn wichtige Plattformen unter der Kontrolle mächtiger Einzelpersonen stehen, wird aktuell breit diskutiert. Angesichts dessen steht nun der Vorschlag im Raum, dass die EU selbst in einen Bieterwettbewerb um TikTok einsteigt.
Der Europaabgeordnete Sergey Lagodinsky (Bündnis 90/Die Grünen) schlug daher nun vor, dass die EU oder ein europäisches Firmenkonsortium TikTok aufkaufen sollte. "Ein solcher Schritt wäre ein klares Signal für eine selbstbewusste digitale Zukunft Europas", erklärte Lagodinsky.
Ein EU-eigenes TikTok könnte zahlreiche Vorteile bringen, so der Digital- und Außenpolitiker. Unter europäischer Kontrolle könnte die Plattform den strengen Datenschutzstandards der DSGVO entsprechen und Europa zur Vorreiterin in der digitalen Governance machen. Zudem könnte die EU TikTok nach europäischen Werten gestalten und ethische Standards für Algorithmen und Inhalte setzen.
Vorteile eines solchen Schritts sieht Lagodinsky auch im Hinblick auf den Wettbewerb. Bisher besteht bei den großen Social-Media-Plattformen quasi ein Duopol zwischen US-amerikanischen und chinesischen Technologiekonzernen - mit einigem Übergewicht auf den USA. Bisher ist es den europäischen Unternehmen nicht gelungen, hier aus eigener Kraft ein Gegengewicht zu schaffen. Mit einer TikTok-Übernahme könnte hier aber mehr Ausgewogenheit erreicht werden.
Die Idee, eine quasi öffentlich-rechtliche Social-Media-Plattform in Europa aufzubauen, steht schon länger im Raum. Stärkster Kandidat war dabei ein System auf der Basis des Mastodon-Netzwerks, das aber bisher nur eine Nische bediente. Mit der Option TikTok könnte man hier direkt in einer soliden Größe einsteigen.
Siehe auch:
Europäische Standards
Die populäre Videoplattform steht bisher unter der Kontrolle des chinesischen Unternehmens ByteDance, was sie an den Rand eines Verbotes in den USA brachte. Als Ausweg wird eine Übernahme diskutiert und hier stehen Namen von Milliardären wie Elon Musk und Frank McCourt im Raum. Diese dürften letztlich kaum bessere Alternativen darstellen.Der Europaabgeordnete Sergey Lagodinsky (Bündnis 90/Die Grünen) schlug daher nun vor, dass die EU oder ein europäisches Firmenkonsortium TikTok aufkaufen sollte. "Ein solcher Schritt wäre ein klares Signal für eine selbstbewusste digitale Zukunft Europas", erklärte Lagodinsky.
Ein EU-eigenes TikTok könnte zahlreiche Vorteile bringen, so der Digital- und Außenpolitiker. Unter europäischer Kontrolle könnte die Plattform den strengen Datenschutzstandards der DSGVO entsprechen und Europa zur Vorreiterin in der digitalen Governance machen. Zudem könnte die EU TikTok nach europäischen Werten gestalten und ethische Standards für Algorithmen und Inhalte setzen.
Vorteile eines solchen Schritts sieht Lagodinsky auch im Hinblick auf den Wettbewerb. Bisher besteht bei den großen Social-Media-Plattformen quasi ein Duopol zwischen US-amerikanischen und chinesischen Technologiekonzernen - mit einigem Übergewicht auf den USA. Bisher ist es den europäischen Unternehmen nicht gelungen, hier aus eigener Kraft ein Gegengewicht zu schaffen. Mit einer TikTok-Übernahme könnte hier aber mehr Ausgewogenheit erreicht werden.
Kit über den Atlantik
Ein weiterer Vorteil liegt in der Vertiefung der transatlantischen Beziehungen. TikTok ist sowohl in Europa als auch in den USA beliebt. Eine EU-geführte Plattform könnte das Vertrauen in Sicherheit und Datenschutz stärken und die Zusammenarbeit mit den USA fördern. Weiterhin könnte der Erwerb von TikToks fortschrittlichen Algorithmen und KI-Systemen von europäischen Entwicklern einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen, so der Abgeordnete.Die Idee, eine quasi öffentlich-rechtliche Social-Media-Plattform in Europa aufzubauen, steht schon länger im Raum. Stärkster Kandidat war dabei ein System auf der Basis des Mastodon-Netzwerks, das aber bisher nur eine Nische bediente. Mit der Option TikTok könnte man hier direkt in einer soliden Größe einsteigen.
Zusammenfassung
- EU-Übernahme von TikTok als Alternative zu US-Milliardären vorgeschlagen
- Europäische Kontrolle könnte DSGVO-Konformität und ethische Standards sichern
- EU-TikTok als Gegengewicht zu US-amerikanischen und chinesischen Plattformen
- Potenzielle Vertiefung der transatlantischen Beziehungen durch EU-Führung
- Wettbewerbsvorteil durch Zugang zu fortschrittlichen Algorithmen und KI
- Alternative zu bisher diskutierter öffentlich-rechtlicher Social-Media-Plattform
- Chance für Europa, direkt mit etablierter Plattform in den Markt einzusteigen
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Christian Kahle
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