Windows 11: Recall geknackt, bevor es überhaupt Copilot+ PCs gibt

Recall, das neue "Killer-Feature" der neuen Generation von ARM-basier­ten Windows-PCs, die ab Mitte Juni in den Handel startet, soll den Nutzern ganz neue Möglichkeiten der Interaktion mit ihrem PC eröffnen. Jetzt kann die eigentlich "exklusive" Funktion auch auf älteren Systemen ausprobiert werden.
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Microsoft

Amperage umgeht Microsofts Hardware-Sperre

Recall soll, nachdem man das ab Werk zunächst deaktivierte Feature eingeschaltet hat, auf modernen ARM-PCs sämtliche Aktionen des Nutzers aufzeichnen und mit einfachen, in natürlicher Sprache formulierten Anfragen durchsuchbar machen. Was manche für ein Sicherheitsrisiko halten, betrachtet Microsoft als vollkommen neuen Weg der Nutzung von PCs.

Mit dem jetzt von dem Windows-Spezialisten Albacore veröffentlichten Tool Amperage können experimentierfreudige Anwender die Recall-Funktion schon jetzt auf einem offiziell nicht unterstützten, älteren (ARM-)Gerät ausprobieren. Das Tool umgeht im Grunde Microsofts Hardware-Checks, mit denen die Redmonder die Verfügbarkeit von Recall auf offiziell kompatible Geräte mit den neuen Snapdragon X Elite und X Plus Prozessoren von Qualcomm zu beschränken versuchen. Amperage KitMit etwas Gefrickel landen auch die KI-Komponenten auf dem eigentlich nicht unterstützten älteren PC

Recall dank Amperage bald auch für ältere PCs?

Bisher funktioniert das Ganze nur auf ARM-Geräten, weil die für die Nutzung von Recall benötigten Komponenten von Windows noch nicht für x86/x64-kompatible Geräte verfügbar sind. Mit der gegen Ende 2024 erwarteten Verfügbarkeit von ersten Chips von Intel & AMD, die die von Microsoft vorgeschriebene NPU-Leistung mitbringen, dürften dann aber auch die entsprechenden Komponenten erhältlich sein, um mit Amperage auch auf älteren Intel- und AMD-PCs auf Recall zuzugreifen. Amperage KitAlbacores AmperageKit zaubert Recall auf alte PCs In einem ausführlichen Artikel bei Tom's Hardware erläutert Albacore, wie genau sein Tool funktioniert und wie man das Ganze auf eigener Hardware ausprobieren kann. Per VM lässt sich der Ansatz noch nicht ausprobieren. Unter anderem wird die aktuell über das Windows Insider Release Preview Programm verfügbare Windows 11 24H2 Build 26100.712 benötigt, die als RTM-Ausgabe jüngst an die Gerätehersteller verteilt wurde.

Das Testsystem, mit dem Albacore seine erfolgreichen Experimente rund um Recall durchführte, ist ein altes Samsung Galaxy Book Go 2, in dem ein mit nur vier Gigabyte Arbeitsspeicher ausgerüsteter Qualcomm Snapdragon 7c+ Gen 3 im Einsatz ist. Die Methode sollte aber auch auf Geräten mit dem Snapdragon 8cx Gen 2/3, deren Derivaten Microsoft SQ1/SQ2 sowie mit Ampere Altra-Chips funktionieren, wenn man bereit ist, sich an das Experiment zu wagen und die durchaus bestehende Lernkurve zu bewältigen.

Zusammenfassung
  • Recall ermöglicht neue Interaktionsmöglichkeiten auf ARM-basierten Windows-PCs
  • Funktion auf älteren Systemen durch Tool Amperage von Albacore nutzbar
  • Recall zeichnet Nutzeraktionen auf und macht sie durchsuchbar
  • Tool umgeht Microsofts Hardware-Checks für exklusive Nutzung auf neuen Prozessoren
  • Bisher nur auf ARM-Geräten nutzbar, x86/x64-Kompatibilität Ende 2024 erwartet
  • Testsystem war ein Samsung Galaxy Book Go 2 mit Qualcomm Snapdragon 7c+ Gen 3

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