Linux-Team wirft alle Russen raus - Torvalds verweist auf Geschichte

Die engere Leitung der Linux-Entwicklung hat kürzlich sämtliche Entwickler aus Russland aus der Liste der Li­nux-Trei­ber-Main­tai­ner ausgeschlossen. Jetzt hat sich auch Linus Torvalds zu dem Vor­fall ge­äu­ßert - und die Entscheidung seiner Kollegen verteidigt.
Hacker, Malware, Angriff, Hack, Kriminalität, Russland, Virus, Schadsoftware, Exploit, Cybercrime, Hacking, Hackerangriff, Internetkriminalität, Darknet, Hacker Angriff, Hacker Angriffe, Hacken, Attack, Ransom, Hacks, Russische Hacker

Alles von .ru ist gestrichen

Die Entscheidung betraf vor allem Personen, die in Russland ansässig sind oder russische E-Mail-Adressen verwenden. Die Entfernung dieser Maintainer wurde letzte Woche mit einem Patch vorgenommen, was zu Kritik und Verwirrung führte. Einige der betroffenen Entwickler zeigten sich überrascht von der plötzlichen Maßnahme und bemängelten das Fehlen einer klaren öffentlichen Kommunikation über die neuen "Compliance-Anforderungen", mit denen dieser Schritt begründet wurde.

Greg Kroah-Hartman, der den Patch verfasste, hat sich bisher nicht zu der Kontroverse geäußert. Linux-Gründer Linus Torvalds meldete sich jetzt hingegen mit einer klaren Stellungnahme zu Wort (via Phoronix). In seiner Mitteilung wies er darauf hin, dass die Entscheidung, russische Maintainer aus dem Projekt zu entfernen, nicht rückgängig gemacht wird.


Er sprach von russischen Trollfabriken, die versuchten, durch anonyme Konten gegen die Maßnahme vorzugehen, und betonte, dass die Einhaltung internationaler Sanktionen, insbesondere gegen Russland, hier eine entscheidende Rolle spielt.

Kein US-Ding

Torvalds, der selbst Finne ist, machte deutlich, dass er jegliche Unterstützung für die russische Aggression ablehnt und darüber hinaus eine harte Linie gegenüber dem Land befürworte. Er erklärte weiter, dass es sich bei den "Compliance-Anforderungen" nicht einfach nur um eine US-amerikanische Angelegenheit handele, sondern um eine globale Reaktion auf die Sanktionen gegen Russland. Er wies außerdem darauf hin, dass dies keine politische, sondern eine rechtliche Entscheidung sei, die auf Sanktionen gegen Russland beruhe.

Wenn Sie noch nichts von den russischen Sanktionen gehört haben, sollten Sie anfangen, Nachrichten zu verfolgen. Und mit "Nachrichten" meine ich nicht den staatlich geförderten russischen Spam. Was das Senden eines Reversions-Patches angeht - bitte verwenden Sie den Brei, den Sie Gehirn nennen. Ich bin Finne. Dachten Sie, ich würde die russische Aggression unterstützen? Anscheinend mangelt es nicht nur an echten Nachrichten, sondern auch an Geschichtskenntnissen.
Linus Torvalds
Obwohl die Entscheidung offiziell bestätigt wurde, bleibt weiterhin unklar, wie mit zukünftigen Beiträgen der betroffenen Maintainer umgegangen wird. Insbesondere bleibt offen, ob deren Patches noch akzeptiert werden, wenn sie über andere E-Mail-Adressen eingereicht werden. Torvalds erklärte abschließend, dass er keine rechtlichen Details diskutieren werde, da er kein Anwalt sei und nur die Informationen weitergebe, die ihm und anderen von juristischer Seite mitgeteilt wurden.

Zusammenfassung
  • Linux-Team entfernt alle russischen Entwickler aus der Liste der Treiber-Maintainer
  • Linus Torvalds verteidigt die Entscheidung und verweist auf internationale Sanktionen
  • Kroah-Hartman führte Änderungen durch, äußerte sich aber nicht zur Kontroverse
  • Torvalds betont als Finne seine ablehnende Haltung gegenüber russischer Aggression
  • Betroffene Entwickler kritisieren die fehlende Kommunikation der neuen Richtlinien
  • Zukünftige Handhabung von Beiträgen russischer Entwickler bleibt noch ungeklärt

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Interessante Artikel & Testberichte
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!