AfD-Webseite lahmgelegt:
Hackerangriff im Landtags-Wahlkampf
Seit Dienstagabend ist die Parteiwebseite der AfD Brandenburg eigenen Angaben zufolge nicht mehr zu erreichen. Die Partei sei Opfer eines "professionell durchgeführten Angriffs" geworden. Dass man es mit IT-Kompetenz 'nicht so genau nimmt', zeigt allerdings die Vergangenheit.
Jetzt hat die AfD auf Nachfrage des Spiegels bestätigt, dass die Internetseite des Landesverbandes Brandenburg seit Dienstagabend nicht mehr zu erreichen ist. AfD-Landeschef René Springer vermutet einen "professionell durchgeführten Angriff". So sei die Webseite aufgrund "einer hohen Zahl von falschen Anfragen zum Absturz" gebracht worden. Zudem behauptete Springer, dass für einen solchen Angriff "erhebliche technische und finanzielle Ressourcen" nötig seien.
Dass man es bei der AfD aber mit der Wahrheit im Allgemeinen, aber auch im Bereich IT, nicht so genau nimmt, zeigte der Brandenburger Landesverband bereits 2017. Denn der damalige Vorsitzende Andreas Kalbitz hatte in seinem Lebenslauf stehen: "2008: Studium der Informatik an der FH Brandenburg". Wie sich durch eine Recherche der Märkischen Allgemeinen Zeitung allerdings herausstellte, hatte er keine einzige Vorlesung besucht oder auch nur eine einzige Prüfung abgelegt. Daher sei er bereits 2007 exmatrikuliert worden.
Siehe auch:
AfD-Webseite gehackt
Gerade ist Wahlkampf. In Thüringen und Sachsen wird am 1. September ein neuer Landtag gewählt. In beiden Ländern sehen aktuelle Umfragen die in Teilen als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD als stärkste bzw. zweitstärkste Kraft. Doch auch in Brandenburg, wo am 22. September der Gang zur Wahlurne ansteht, rechnet man trotz kürzlicher Verluste mit einem Rekordergebnis.Jetzt hat die AfD auf Nachfrage des Spiegels bestätigt, dass die Internetseite des Landesverbandes Brandenburg seit Dienstagabend nicht mehr zu erreichen ist. AfD-Landeschef René Springer vermutet einen "professionell durchgeführten Angriff". So sei die Webseite aufgrund "einer hohen Zahl von falschen Anfragen zum Absturz" gebracht worden. Zudem behauptete Springer, dass für einen solchen Angriff "erhebliche technische und finanzielle Ressourcen" nötig seien.
Angaben zufolge DDOS-Angriff
Allerdings hört sich der beschriebene Angriff nach einer DDOS-Attacke an. Zumindest die von Springer angesprochenen nötigen Ressourcen dürften allerdings keinesfalls "erheblich" gewesen sein. Denn DDOS-Angriffe sind vor allem für ihre Kosteneffizienz bekannt. Wie aktuelle Statistiken zeigen, können Angreifer schon zum Preis von etwa 5 US-Dollar pro Stunde die nötigen Ressourcen online einkaufen.Dass man es bei der AfD aber mit der Wahrheit im Allgemeinen, aber auch im Bereich IT, nicht so genau nimmt, zeigte der Brandenburger Landesverband bereits 2017. Denn der damalige Vorsitzende Andreas Kalbitz hatte in seinem Lebenslauf stehen: "2008: Studium der Informatik an der FH Brandenburg". Wie sich durch eine Recherche der Märkischen Allgemeinen Zeitung allerdings herausstellte, hatte er keine einzige Vorlesung besucht oder auch nur eine einzige Prüfung abgelegt. Daher sei er bereits 2007 exmatrikuliert worden.
Offline auf unbestimmte Zeit
Zum jetzigen Ausfall der Webseite hieß es, man arbeite momentan intensiv daran, die Online-Präsenz wieder ans Laufen zu bekommen. Sollte man es mit der Überprüfung der Qualifikation der für die AfD beschäftigten IT-Angestellten aber genauso halten wie beim ehemaligen Landesvorsitzenden, könnte es eventuell noch eine Weile dauern, bis die gehackte Webseite wieder zu erreichen ist. Sicherlich hätten viele damit kein sonderlich großes Problem.
Zusammenfassung
- Webseite der AfD Brandenburg seit Dienstagabend offline
- Landeschef Springer vermutet professionellen Angriff
- Webseite durch hohe Zahl falscher Anfragen lahmgelegt
- Angaben lassen auf DDOS-Attacke als wahrscheinliche Ursache schließen
- Kosten für DDOS-Attacken sind entgegen AfD-Aussagen relativ gering
- Intensive Bemühungen, die Webseite wiederherzustellen
Siehe auch:
- Microsoft-Dienste weltweit ausgefallen: DDoS-Angriff bestätigt
- DDoS-Attacke: Wer greift das beliebte Internet Archive an?
- Operation PowerOFF: Anbieter von DDoS-Services wurde zerschlagen
- Anhaltender DDoS-Angriff auf ChatGPT macht OpenAI zu schaffen
- Google, Amazon & Cloudflare melden größte DDoS-Attacke aller Zeiten
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