Twitter/X: Musk zerrt abgesprungene Werbekunden jetzt vor Gericht
Der Tech-Unternehmer Elon Musk macht nun seine Drohung wahr und zerrt jene, die keine Werbung mehr auf seiner Social-Media-Plattform X/Twitter schalten wollen, vor Gericht. Ob dies letztlich hilft, die Einnahmen wieder steigen zu lassen, ist fraglich.
Musk verstieg sich anfangs vor allem darauf, die abtrünnigen Werbekunden zu beschimpfen. Aber auch Klagen wurden angedroht. Jetzt macht er die Drohung wahr. "Wir haben zwei Jahre lang versucht, nett zu sein, und haben nichts als leere Worte erhalten", erklärte der Unternehmer laut der New York Times. "Jetzt herrscht Krieg."
Die Klage richtet sich im Konkreten gegen die Global Alliance for Responsible Media (GARM), eine Koalition großer Werbetreibender. Dieser wirft Musk nun vor, kartellrechtlich illegale Absprachen für einen Rückzug von der Social-Media-Plattform getroffen zu haben. Das Verfahren soll an einem Bundesgericht in Texas geführt werden.
Wie sich Musk ein Ergebnis des Verfahrens vorstellt, ist unklar. Es dürfte unwahrscheinlich sein, dass man Unternehmen gerichtlich dazu zwingen kann, Werbung auf einem bestimmten Angebot zu schalten. Ruben Schreurs vom Marketing- und Medienberatungsunternehmen Ebiquity vermutet, dass die Klage einen eher indirekten Erfolg bringen könnte: "Es ist ein letzter Versuch, Marken, die nicht ins Fadenkreuz dieser Art von Rechtsstreit geraten wollen, zur Rückkehr auf die Plattform zu zwingen", sagte er.
In GARM sind diverse große Konzerne wie Unilever, Mars oder die Handelskette CVS organisiert, die zusammengenommen immerhin für rund 90 Prozent der weltweiten Werbeumsätze verantwortlich sind. Der Rückzug dieser Unternehmen ließ die Werbeeinnahmen Twitters damals entsprechend hart einbrechen. Bis heute ist völlig unklar, wie die Plattform je wirtschaftlich arbeiten können soll.
Siehe auch:
"Jetzt herrscht Krieg"
Nach der Übernahme Twitters durch Musk begann der neue Eigner, die Sperrung zahlreicher rechtsextremer Hetzer zurückzunehmen und gleichzeitig das Moderatorenteam massiv auszudünnen. Die folgerichtigen Veränderungen führten dazu, dass zahlreiche Werbetreibende die Plattform nicht mehr als geeignete Werbefläche ansahen. Sie wollten ihre Produkte schlicht nicht in einem solchen inhaltlichen Umfeld präsentieren.Musk verstieg sich anfangs vor allem darauf, die abtrünnigen Werbekunden zu beschimpfen. Aber auch Klagen wurden angedroht. Jetzt macht er die Drohung wahr. "Wir haben zwei Jahre lang versucht, nett zu sein, und haben nichts als leere Worte erhalten", erklärte der Unternehmer laut der New York Times. "Jetzt herrscht Krieg."
Die Klage richtet sich im Konkreten gegen die Global Alliance for Responsible Media (GARM), eine Koalition großer Werbetreibender. Dieser wirft Musk nun vor, kartellrechtlich illegale Absprachen für einen Rückzug von der Social-Media-Plattform getroffen zu haben. Das Verfahren soll an einem Bundesgericht in Texas geführt werden.
Entgangene Milliarden-Einnahmen
"Das illegale Verhalten dieser Organisationen und ihrer Führungskräfte hat X Milliarden Dollar gekostet", schrieb Linda Yaccarino, die Geschäftsführerin von X, in einem offenen Brief an die Werbetreibenden. Es würde Menschen verletzen, wenn dieser "Marktplatz der Ideen" nicht mehr finanziert wird, durch den illegalen Boykott würden bestimmte Standpunkte benachteiligt.Wie sich Musk ein Ergebnis des Verfahrens vorstellt, ist unklar. Es dürfte unwahrscheinlich sein, dass man Unternehmen gerichtlich dazu zwingen kann, Werbung auf einem bestimmten Angebot zu schalten. Ruben Schreurs vom Marketing- und Medienberatungsunternehmen Ebiquity vermutet, dass die Klage einen eher indirekten Erfolg bringen könnte: "Es ist ein letzter Versuch, Marken, die nicht ins Fadenkreuz dieser Art von Rechtsstreit geraten wollen, zur Rückkehr auf die Plattform zu zwingen", sagte er.
In GARM sind diverse große Konzerne wie Unilever, Mars oder die Handelskette CVS organisiert, die zusammengenommen immerhin für rund 90 Prozent der weltweiten Werbeumsätze verantwortlich sind. Der Rückzug dieser Unternehmen ließ die Werbeeinnahmen Twitters damals entsprechend hart einbrechen. Bis heute ist völlig unklar, wie die Plattform je wirtschaftlich arbeiten können soll.
Zusammenfassung
- Elon Musk verklagt Werbeboykotteure seiner Plattform X/Twitter
- Rücknahme von Sperren rechtsextremer Inhalte nach Musks Übernahme
- Massive Reduzierung des Moderatorenteams unter neuer Führung
- Viele Werbetreibende sehen X/Twitter nicht mehr als geeignete Werbefläche
- Musk beschimpfte zunächst die abtrünnigen Werbekunden
- Klage gegen Global Alliance for Responsible Media in Texas
- Unklarheit über mögliche gerichtliche Zwänge zur Werbeschaltung auf X/Twitter
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