US-Klage: Apple sorgt für soziale Ausgrenzung von Android-Nutzern

Das große Kartellverfahren, das in den USA gegen Apple auf den Weg gebracht wurde, dürfte so manchem Android-Nutzer aus dem Herzen sprechen. Denn dem Konzern wird vorgeworfen, gezielt für eine soziale Stigmatisierung der Besitzer von Nicht-iPhones zu sorgen.
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Grüne Nachrichten

Hauptsächlich geht es in dem Verfahren um die Frage, inwieweit es illegal ist, dass Apple verschiedenen Konkurrenten den Zugang zu seiner iOS-Plattform erschwert. Die Klageschrift, die vom US-Justizministerium gemeinsam mit den Behörden aus 16 Bundesstaaten erarbeitet wurde, ist 88 Seiten dick.

In ihr findet sich neben verschiedenen wettbewerbsrechtlichen Aspekten auch der Verweis auf die gesellschaftliche Rolle, die Apple mit seinen Geschäftspraktiken spielt, berichtet das US-Magazin 404media. Denn das Unternehmen bremse Wettbewerber nicht nur aus, indem ihnen der Zugang zur iOS-Plattform erschwert wird. Man sorge auch für einen "sozialen Druck", der es Verbrauchern sehr schwer macht, etwas anderes als ein iPhone zu kaufen.

Der offensichtlichste Ausdruck hierfür sind die Chat-Farben in der Nachrichten-App. Solange alle Teilnehmer über Apple-Produkte beteiligt sind, kommt iMessage zum Einsatz und die Nachrichten werden blau hinterlegt. Ist hingegen ein Teilnehmer mit Android-Smartphone dabei, wechselt die Farbe auf grün und Bilder sowie Videos kommen oft in geminderter Qualität an.


Jugendliche besonders betroffen

Hinzu kommt, dass die Kommunikation in den grünen Chats nicht verschlüsselt ist und man beispielsweise auch nicht angezeigt bekommt, wenn ein Gesprächspartner gerade eine Nachricht tippt. "Dies signalisiert den Nutzern, dass konkurrierende Smartphones minderwertiger sind, weil die Nachrichten an Freunde und Familienmitglieder, die kein iPhone besitzen, schlechter sind - obwohl Apple und nicht das konkurrierende Smartphone die Ursache für dieses schlechtere Nutzererlebnis ist", heißt es in der Klageschrift.

Viele Nicht-iPhone-Benutzer erleben demnach auch soziale Stigmatisierung, Ausgrenzung und Schuldzuweisungen, weil sie Chats "unterbrechen", in denen andere Teilnehmer iPhones besitzen. Sie werden teilweise auch einfach aus Gruppen-Chats herausgehalten. Dieser Effekt ist besonders stark bei bestimmten Bevölkerungsgruppen wie Teenagern, bei denen der iPhone-Anteil bis zu 85 Prozent beträgt.

Die Wettbewerbsbehörden kommen daher zu dem Schluss: "Dieser soziale Druck verstärkt die Wechselkosten und veranlasst die Nutzer, weiterhin iPhones zu kaufen - und festigt damit die Vorherrschaft von Apple bei Smartphones, nicht weil Apple sein Smartphone besser gemacht hat, sondern weil es die Kommunikation mit anderen Smartphones schlechter gemacht hat."

Zusammenfassung
  • Kartellverfahren in den USA wirft Apple Stigmatisierung vor
  • Apple behindert laut Klage Wettbewerber auf iOS-Plattform
  • US-Magazin 404media berichtet über sozialen Druck durch Apple
  • iMessage zeigt blaue Chats bei Apple-Nutzern, grüne bei Android
  • Grüne Chats ohne Verschlüsselung und Qualitätsverlust
  • Klageschrift kritisiert schlechteres Nutzererlebnis durch Apple
  • Sozialer Druck auf Nicht-iPhone-Nutzer, besonders bei Teenagern

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