Formel 1: Schwäche des William-Teams verursacht durch Microsoft Excel
Der Formel-1-Rennstall Williams gehörte lange zu den erfolgreichsten Teams auf der Strecke. Seit Jahren kann man allerdings nicht mehr an die alten Erfolge anknüpfen - aus Sicht des neuen Managements liegt das in Teilen auch schlicht an Microsoft Excel.
Es zeigte sich allerdings schnell, dass vor allem ein gravierendes Kernproblem überwunden werden musste: Excel. Vowles erklärte gegenüber dem Magazin The Race, dass er nach der Übernahme seines Jobs darauf stieß, dass quasi das gesamte Bauteil-Management in einer digitalen Arbeitsmappe in der Tabellenkalkulation organisiert war. Diese umfasste alle der rund 20.000 Einzelteile, aus denen eines der Autos zusammengesetzt war.
"Unmöglich zu navigieren und unmöglich zu aktualisieren", so sein Fazit. In dieser kolossalen Excel-Datei fehlten auch Informationen darüber, wie viel jedes dieser Teile kostete und wie lange es dauerte, sie herzustellen, und ob die Teile bereits bestellt waren. Eine Priorisierung der einzelnen Fahrzeugteile von der Herstellung bis zur Inspektion war unmöglich, so Vowles.
"Wenn man anfängt, Hunderttausende von Komponenten zu verfolgen, die sich durch das Unternehmen bewegen, ist eine Excel-Tabelle nutzlos", erklärte Vowles. "Sobald man anfängt, diese Komplexität zu erreichen, wie es bei der modernen Formel 1 der Fall ist, kippt die Excel-Tabelle um, und der Mensch kippt um. Und genau da sind wir jetzt."
Die Folgen dieses Zeilen-/Spalten-Chaos und der daraus resultierenden Schluckaufs waren vielfältig. Williams verpasste die ersten Vorsaisontests 2019. Die Techniker mussten manchmal die Fabrik des Teams physisch nach Teilen durchsuchen.
Die falschen Teile hatten Vorrang, andere Teile kamen zu spät, und einige stapelten sich. Und die Umstellung auf ein modernes Tracking-System war "bösartig teuer", erklärte Fry. Eine Garantie, dass Williams wieder zu alter Größe aufsteigen kann, ist das natürlich nicht - zumindest die Chancen sollten nun aber besser stehen.
Siehe auch:
Einmal umkrempeln
Anfang 2023 begannen Williams-Teamchef James Vowles und der technische Leiter Pat Fry damit, den technischen Bereich des Formel-1-Teams zu reformieren. Denn es war offensichtlich, dass man bei der Entwicklung der Rennwagen hinter der Konkurrenz zurückblieb. Neue Prozesse und Systeme sollten wieder für schnellere Fortschritte sorgen.Es zeigte sich allerdings schnell, dass vor allem ein gravierendes Kernproblem überwunden werden musste: Excel. Vowles erklärte gegenüber dem Magazin The Race, dass er nach der Übernahme seines Jobs darauf stieß, dass quasi das gesamte Bauteil-Management in einer digitalen Arbeitsmappe in der Tabellenkalkulation organisiert war. Diese umfasste alle der rund 20.000 Einzelteile, aus denen eines der Autos zusammengesetzt war.
"Unmöglich zu navigieren und unmöglich zu aktualisieren", so sein Fazit. In dieser kolossalen Excel-Datei fehlten auch Informationen darüber, wie viel jedes dieser Teile kostete und wie lange es dauerte, sie herzustellen, und ob die Teile bereits bestellt waren. Eine Priorisierung der einzelnen Fahrzeugteile von der Herstellung bis zur Inspektion war unmöglich, so Vowles.
Falsches Tool
Wer immer die Tabelle erstellt hatte, könnte zumindest Anerkennung für seine Leistung bei der Arbeit mit dem Microsoft-Programm erhalten. Das ändert aber nichts daran, dass diese Person schlicht eine Niete darin war, die richtigen Werkzeuge für ein Projektmanagement dieser Größenordnung zu finden."Wenn man anfängt, Hunderttausende von Komponenten zu verfolgen, die sich durch das Unternehmen bewegen, ist eine Excel-Tabelle nutzlos", erklärte Vowles. "Sobald man anfängt, diese Komplexität zu erreichen, wie es bei der modernen Formel 1 der Fall ist, kippt die Excel-Tabelle um, und der Mensch kippt um. Und genau da sind wir jetzt."
Die Folgen dieses Zeilen-/Spalten-Chaos und der daraus resultierenden Schluckaufs waren vielfältig. Williams verpasste die ersten Vorsaisontests 2019. Die Techniker mussten manchmal die Fabrik des Teams physisch nach Teilen durchsuchen.
Die falschen Teile hatten Vorrang, andere Teile kamen zu spät, und einige stapelten sich. Und die Umstellung auf ein modernes Tracking-System war "bösartig teuer", erklärte Fry. Eine Garantie, dass Williams wieder zu alter Größe aufsteigen kann, ist das natürlich nicht - zumindest die Chancen sollten nun aber besser stehen.
Zusammenfassung
- Williams Racing lange erfolgreich, nun hinter Konkurrenz
- Neues Management will technischen Bereich reformieren
- Altes Bauteil-Management basierte auf Excel
- Excel-Datei unübersichtlich und lückenhaft
- Priorisierung der Fahrzeugteile unmöglich
- Veraltete Werkzeuge für Projektmanagement genutzt
- Wechsel zu modernem Tracking-System teuer
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Christian Kahle
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