Altertümlich, aber praktisch und sicher:
Rohrpost im Kanzleramt bleibt

Rohrpost ist eine Technologie, die sich für eine Erklärung in der Sendung mit der Maus regelrecht aufdrängt. Denn auch im Jahr 2024 - 171 Jahre nach der ersten überhaupt - kommt diese noch zum Einsatz, u. a. im Kanzleramt. Und dort soll sie auch weiterhin in Betrieb bleiben.
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Rohrpost: Altertümlich, aber mitunter sinnvoll

Die erste Rohrpostanlage wurde 1853 in London eingeweiht, doch auch viele Jahrzehnte später kommt diese Technologie noch immer zum Einsatz. Wie die anfangs erwähnte Sendung mit der Maus zeigt, ist das unter anderem in Krankenhäusern der Fall, wenn etwa Blutproben schnell ins Labor müssen. Doch auch im Kanzleramt gibt es eine derartige Anlage und die ist nicht einmal so alt, denn erbaut wurde diese erst 2001.

Laut eines Berichts der Süddeutschen Zeitung (SZ) handelt es sich dabei um ein Zweiliniensystem mit 36 Stationen, die Gesamtlänge beträgt 1,3 Kilometer. Die Anlage, die manch einer in Zeiten von Digitalisierung und Kryptografie als anachronistisch bezeichnen wird, ist heutzutage immer noch im Einsatz - und soll das auch bleiben.

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Vor etwa fünf Jahren wunderten sich Oppositionspolitiker, ob und warum es die Rohrpost gibt, laut SZ schmetterte die damalige Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (CSU) entsprechende Anfragen ab und verwies auf die Kosten. Kurz: Die Anlage ist für den Versand vertraulicher Dokumente wesentlich billiger als (zusätzliche) Boten.

Eiliges und Geheimes

Auch heute hat die Rohrpost ihren Platz und soll diesen auch behalten, so jedenfalls der Wunsch von Kanzler Olaf Scholz, wie ein Regierungssprecher unter Verweis auf etwa 1000 monatliche Sendungen erklärt: "Dabei handelt es sich in der Regel um eilige Vorgänge, die nicht elektronisch oder per Hausbotendienst weitergeleitet werden können, zum Beispiel, weil sie der Geheimhaltung unterliegen oder im Original unterschrieben werden müssen."

Das System bleibt also, auch wenn der Betrieb mittlerweile mit ca. 15.000 Euro etwas teurer geworden ist. Der geplante Erweiterungsbau des Kanzleramts soll allerdings nicht daran angeschlossen werden, unter anderem deshalb, weil dieser auf der anderen Spreeseiten liegen wird.

Zusammenfassung
  • Rohrpost wird auch 2024 noch im Kanzleramt genutzt
  • Einsatz der Technik seit 1853, auch in Krankenhäusern
  • Kanzleramtsanlage stammt aus dem Jahr 2001
  • Zweiliniensystem mit 36 Stationen und 1,3 km Länge
  • Anlage dient dem Versand vertraulicher Dokumente
  • Monatlich etwa 1000 Sendungen im Kanzleramt
  • Betrieb der Rohrpost kostet rund 15.000 Euro jährlich

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