Logo in Fast-Unfall-Video: Firma droht mit Klage, Streisand lässt grüßen

Ein britischer Radfahrer veröffentlichte kürzlich ein Video, in dem ein Lkw zu sehen ist, der ihn schneidet. Diesen "Fast-Unfall" lud er auf You­Tube hoch, wo das Video eine Handvoll an Klicks bekam - bis das Un­ter­neh­men des LKWs meinte, dass man mit Klage drohen soll.
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Streisand-Effekt, nächstes Kapitel

Langsam könnte man glauben, dass sich mittlerweile herumgesprochen hat, was der Streisand-Effekt ist und dass es keine gute Idee ist, wenn man die Lektionen der Schauspielerin und Sängerin ignoriert. Doch es gibt immer wieder Personen und Firmen, die das ignorieren - und diese Erfahrung selbst machen müssen.

Dazu zählt nun der Stuck- und Gesimshersteller Cornices Centre. Denn ein Klein-LKW des Unternehmens schnitt einen Radfahrer, der zu diesem Zeitpunkt eine Helmkamera trug. Der Radfahrer lud das Video auf YouTube hoch und schickte dieses auch an den Handwerksbetrieb. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Clip etwa 400 Zugriffe, also im Wesentlichen nichts.

Auf YouTube ansehen
Mit einer Entschuldigung und/oder disziplinären Maßnahme des Fahrers wäre die Sache wohl auch gegessen gewesen und das Video wäre in den Untiefen des Internets verschwunden. Doch wie TechDirt berichtet, dachte sich Cornices Centre, dass man das Video gerne komplett aus dem Internet haben will, und zwar mithilfe einer angedrohten Klage.

Trademark zu sehen

Die Basis für diese mögliche Klage ist durchaus kurios: Denn Cornices Centre störte sich daran, dass das Logo des Unternehmens im Video zu sehen ist - auf dem LKW, der durch seine Fahrweise den Radfahrer gefährdet. Die "unbefugte Nutzung" des Trademarks "verwirrt unsere Kunden, wirkt sich negativ auf den Ruf unserer Marke aus und schadet möglicherweise unserem Umsatz und der Exklusivität unserer Marke".

Sollte der Uploader dieser Forderung nach Entfernung nicht entsprechen, würde das Unternehmen rechtliche Schritte einleiten, so das Unternehmen. Die Drohung hatte allerdings keine Aussicht auf Erfolg, das Ganze war nichts anderes als ein Einschüchterungsversuch. Die Folge: Mittlerweile hat das Video mehr als 260.000 Aufrufe, Tendenz stark steigend - und der Streisand-Effekt ein Kapitel mehr.

Zusammenfassung
  • Britischer Radfahrer filmt Beinahe-Unfall mit LKW
  • Video auf YouTube hochgeladen, zunächst wenige Klicks
  • Unternehmen des LKWs droht mit Klage wegen Video
  • Streisand-Effekt tritt ein, Video wird bekannter
  • Cornices Centre stört Sichtbarkeit des Logos im Clip
  • Unternehmen sieht Marke und Umsatz bedroht
  • Einschüchterungsversuch führt zu über 260.000 Aufrufen

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