China geht massiv gegen In-Game-Käufe vor - Hersteller stürzen ab

China geht weiter gegen die vermeintliche Ausbreitung einer Abhängig­keit von Computerspielen vor. Nachdem man die "Spielzeit" für Jugend­liche bereits massiv beschränkt hat, will man nun Grenzen dafür setzen, wie viel Geld in Spielen ausgegeben werden kann.
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Free-to-Play-Modelle im Visier der Behörden

In-Game-Käufe sind nicht nur in westlichen Ländern eine bei Spieleherstellern äußerst beliebte Methode, ihre Produkte zu monetarisieren. Auch in China werden Spiele oft zunächst gratis zur Verfügung gestellt, nur damit die Nutzer sie zunächst einmal herunterladen und man dann mit diversen Erweiterungen, Ergänzungen, Zusatz-Features, kosmetischen Artikeln und noch viel mehr Umsätze erzeugen.

Laut dem japanischen Wirtschaftsdienst Nikkei Asia nimmt die chinesische Regierung genau dieses Vorgehen jetzt direkt ins Visier. Bei allen Online-Spielen wird es künftig nach dem Willen der Behörden eine Begrenzung geben, was das Aufladen von Guthaben für In-Game-Käufe angeht. Dies sieht der Entwurf neuer Regelungen vor, die von der für Spiele zuständigen Regulierungsbehörde vorgelegt wurden.


Neben der Begrenzung des möglichen Guthabens für In-Game-Käufe werden die Spieleanbieter auch verpflichtet, Pop-up-Warnungen anzuzeigen, um die Nutzer von "irrationalen Ausgaben" abzuhalten. Außerdem dürfen die Spiele keine Elemente mehr enthalten, die insbesondere ein tägliches Einloggen oder das erstmalige oder erneute Aufladen von In-Game-Guthaben belohnen. Außerdem darf kein "Hype" um den Kauf hochpreisiger virtueller Güter mehr angefacht werden, heißt es.

Server für Online-Spiele müssen immer in China stehen

Überdies baut China auch die Voraussetzungen für eine leichtere Zensur von Online-Spielen aus. So müssen Anbieter von Online-Spielen künftig sämtliche Systeme, über die ihre Titel in China angeboten werden sollen, auch innerhalb des Landes betreiben. Dies gilt für alle technischen Geräte, Server und Speichersysteme, die für den Vertrieb von Online-Spielen in China nötig sind.

Für die Spielehersteller sind dies erneut drakonische Maßnahmen, schließlich erzielen sie seit Jahren in China gigantische Umsätze in Milliardenhöhe. Konzerne wie NetEase und Tencent verdienen mit Free-to-Play-Titeln große Summen. Seit China jedoch den Spiele-Markt immer stärker reguliert, sind die Umsätze gerade unter Jugendlichen jedoch massiv zurückgegangen. Analysten zufolge verbringen Jugendliche aktuell im Durchschnitt so wenig Zeit mit der Nutzung von Spielen des Herstellers Tencent, wie noch nie. Auch die Umsätze aus dieser Zielgruppe haben einen Tiefststand erreicht.

Die jetzt von der Regierung vorgestellten, weiteren Einschränkungen der Spielnutzung zielen offenbar vor allem auf erwachsene Nutzer. Entsprechend heftig war die Reaktion an der Hongkonger Börse, wo viele chinesische Tech-Konzerne gelistet sind. Der Aktienkurs von Tencent ging im Tagesverlauf um 12 Prozent zurück, während NetEase sogar 24 Prozent seines Wertes verlor.

Zusammenfassung
  • China setzt In-Game-Käufen Grenzen
  • Ausgaben in Spielen sollen reglementiert werden
  • Neue Regeln für Guthaben und Warnhinweise geplant
  • Tägliches Einloggen und Guthaben-Aufladen dürfen nicht belohnt werden
  • Zensur von Online-Spielen durch Zwang zu inländischem Hosting erleichtert
  • Umsätze von Spieleherstellern in China rückläufig
  • Tech-Aktien reagieren mit starken Kursverlusten

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