Trotz Tech-Erfolgen: Chinas Wirtschaft geht es zunehmend schlechter

China konnte in der letzten Zeit so manche Erfolgsmeldung aus der Entwicklung des Technologie-Bereichs verkünden und ist auch dabei, sich einen guten Teil des globalen Automarktes zu sichern - trotzdem geht es der Wirtschaft seit einiger Zeit nicht gerade gut.
Wirtschaft, Börse, Krise, Aktienkurs, Rezession

Rufe nach Staatshilfen

Die chinesischen Behörden erwägen nach Angaben von mit der Angelegenheit vertrauten Quellen ein Maßnahmenpaket zur Stabilisierung des einbrechenden Aktienmarktes, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Frühere Versuche, das Vertrauen der Anleger wiederherzustellen, sind gescheitert. Daher werden jetzt die Rufe nach einem "energischen" Einschreiten des Staates lauter.

Und sie werden durchaus erhört. Die Verantwortlichen in Peking beabsichtigen, einen gigantischen Stabilisierungsfonds aufzulegen. Dafür sollen fast 280 Milliarden Dollar zusammengetragen werden - hauptsächlich von Offshore-Konten chinesischer Staatsunternehmen. Mit dem Geld sollen dann an der Hongkonger Börse Aktien wichtiger chinesischer Unternehmen aufgekauft werden, um deren Kursentwicklung zu stabilisieren. China: CSI 300-IndexCSI 300-Index im Verlauf der letzten Jahre Denn der CSI 300-Index, der die Kursentwicklungen an den Börsen in Shanghai und Shenzhen repräsentiert, ist inzwischen auf dem tiefsten Stand der letzten fünf Jahre angekommen. Dies kann zu ernsthaften sozialen Problemen führen. Denn insbesondere der Mittelstand ist bereits durch den langwierigen Abschwung des Immobilienmarktes geschädigt worden, wenn nun auch noch die Aktien der Kleinanleger massiv und vor allem nachhaltig an Wert verlieren, wird es schwierig.

Wirkung begrenzt

"Das angedachte Unterstützungspaket sollte in der Lage sein, den Rückgang kurzfristig einzudämmen und die Märkte bis zum chinesischen Neujahrsfest zu stabilisieren. Aber staatliche Käufe allein hatten in der Vergangenheit nur begrenzten Erfolg bei der Umkehr der Marktstimmung, wenn keine weiteren Maßnahmen folgten", erklärte Marvin Chen, Analyst bei Bloomberg Intelligence.

Zumal selbst der genannte Fonds nur in der Lage wäre, Impulse zu geben. Seit dem Höchststand im Jahr 2021 sind inzwischen durch Kursverfälle rund 6 Billionen Dollar aus den chinesischen Aktienmärkten verschwunden. Zukunftsweisende Innovationen könnten längerfristig positive Entwicklungen auslösen - aber diese erfordern in der Regel eben auch erst einmal Investitionen, für die den Unternehmen infolge der Kursverluste zunehmend der Spielraum fehlt.

Zusammenfassung
  • China kämpft mit Wirtschaftsproblemen trotz Tech-Erfolgen
  • Peking plant Stabilisierungsfonds für Aktienmarkt
  • 280 Milliarden Dollar sollen aus Staatsunternehmen kommen
  • Einsatz des Fonds an Hongkonger Börse geplant
  • CSI 300-Index auf tiefstem Stand seit fünf Jahren
  • Mittelstand leidet unter Immobilienmarkt und Aktienverlusten
  • Analyst sieht staatliche Käufe als kurzfristige Lösung

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