Endlager-Suche in Deutschland zieht sich wohl noch Jahrzehnte hin
Bisher weiß in Deutschland noch niemand, wohin irgendwann der hoch radioaktive Abfall der Kernkraftwerke entsorgt werden könnte. Und laut einer aktuellen Studie wird sich die Entscheidung für einen Endlager-Standort wohl noch über Jahrzehnte hinziehen.
Dass insbesondere das Umweltministerium Interesse an einer schnelleren Lösung hat, ist nicht verwunderlich. Denn fast die Hälfte seines Etats muss dieses Haus für die Verwahrung der radioaktiven Abfälle ausgeben: 1,14 Milliarden Euro sind es in diesem Haushaltsjahr, für den Bereich Umweltschutz - dem zweitgrößten Posten - stehen hingegen nur 313 Millionen Euro zur Verfügung.
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Das kann dauern ...
Eigentlich sollte bis zum Jahr 2031 geklärt sein, wo in Deutschland ein Endlager gebaut werden soll. Dies ist auch im Standortauswahl-Gesetz (StandAG) so festgeschrieben. Eine aktuelle Studie, die vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) in Auftrag gegeben wurde, kommt nun allerdings zu einem ernüchternden Ergebnis. Im Fazit heißt es:Zum anderen zeigt sich, dass die im StandAG angestrebte Zielmarke 2031 aufgrund der gesetzlich vorgegebenen Verfahrensschritte keinesfalls erreicht werden kann. Selbst bei einem idealen Projektablauf muss damit gerechnet werden, dass das Verfahren erst im Jahr 2074 abgeschlossen werden kann.In der Praxis dürfte es allerdings kaum zu einem idealen Ablauf kommen. Entsprechend wäre wohl damit zu rechnen, dass nur die wenigsten Menschen, die heute erwachsen sind, die Inbetriebnahme eines Endlagers in Deutschland noch erleben werden.
Ministerium will mehr
Im Bundesumweltministerium zeigt man sich allerdings nicht ganz so pessimistisch. Denn der in der Studie genannte Zeitrahmen ist auf die bisher gestellten Anforderungen zugeschnitten. Man hofft nun, Möglichkeiten zu finden, mit denen das Verfahren optimiert werden kann. Erste Fortschritte dieser Art, die bislang nicht in der Studie berücksichtigt wurden, soll es bereits geben.Dass insbesondere das Umweltministerium Interesse an einer schnelleren Lösung hat, ist nicht verwunderlich. Denn fast die Hälfte seines Etats muss dieses Haus für die Verwahrung der radioaktiven Abfälle ausgeben: 1,14 Milliarden Euro sind es in diesem Haushaltsjahr, für den Bereich Umweltschutz - dem zweitgrößten Posten - stehen hingegen nur 313 Millionen Euro zur Verfügung.
Zusammenfassung
- Endlager für Atommüll in Deutschland noch unbestimmt
- Entscheidung für Standort könnte sich bis 2074 und länger verzögern
- StandAG-Ziel bis 2031 nicht realisierbar laut Studie
- Bundesamt für nukleare Entsorgung skeptisch über Zeitplan
- Umweltministerium sucht nach Verfahrensoptimierungen
- Hohe Kosten für Atommüllverwahrung belasten Etat
- Fortschritte außerhalb der Studie könnten Prozess beschleunigen
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Christian Kahle
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