Rasante Wende: Erstmals mehr Wärmepumpen als Gasheizungen

Der Heizungsmarkt hat sich binnen kurzer Zeit rasant verändert: Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden erstmals mehr Wärmepumpen als Gasheizungen verkauft. In den letzten beiden Jahren sah es noch deutlich anders aus.
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Vaillant

Markt ist gekippt

Sowohl 2023 als auch 2024 wurden in Deutschland jeweils noch etwa doppelt so viele Gasheizungen wie Wärmepumpen abgesetzt. Nun kehren sich die Marktanteile schlagartig um: Von Januar bis Juni seien von den Herstellern 139.000 neue Wärmepumpen-Heizungen an die Kunden übergeben worden, berichtete Table.media unter Berufung auf Branchen-Insider. Dem standen nur noch 133.000 Gasheizungen gegenüber.

Die Veränderung ist in gewisser Hinsicht erstaunlich, nachdem es eine große Kampagne gegen eine Veränderung bei den Heizungs-Technologien gab. Die Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes wurde mit diversen Desinformationen torpediert und auch die neue Merz-Regierung hat es sich zum Ziel gesetzt, die Neuerungen wieder zurückzunehmen.


Dem stehen bei nüchterner Betrachtung aber eben auch gewichtige Argumente pro Wärmepumpe entgegen - nicht zuletzt der Preis. Während der teurere Einbau eines solchen Systems mit Zuschüssen gefördert wird, ist der Betrieb in den meisten Häusern bereits jetzt günstiger als bei der Konkurrenztechnik.

Kostenrisiko Gas

Hinzu kommt natürlich das Problem, dass Verbraucher sich mit einer neuen Gasheizung auch ein kaum zu kalkulierendes Kostenrisiko für die Zukunft ins Haus holen. Klar ist, dass 2027 der europäische Emissionshandel auch für Heizungs-Brennstoffe in Kraft tritt. Dies wird den Gaspreis steigen lassen. Hinzu kommen auch steigende Netzentgelte, da der Betrieb der Gas-Infrastruktur von den weniger werdenden Nutzern bezahlt werden muss.

Gänzlich unklar ist unterdessen, wie lange eine neue Gasheizung überhaupt betrieben werden kann. Erste Kommunen haben bereits angekündigt, ihre Gasnetze aufgrund des zu erwartenden Rückgangs der Abnehmerzahlen ab 2035 stillzulegen. Das würde bedeuten, dass die übliche Lebenszeit von 15 bis 20 Jahren für ein neues Heizungssystem gar nicht erreicht werden kann und Käufer vorzeitig erneut investieren müssen.

Zusammenfassung
  • Erstmals wurden mehr Wärmepumpen als Gasheizungen im ersten Halbjahr verkauft
  • 139.000 neue Wärmepumpen gegenüber nur 133.000 Gasheizungen seit Januar
  • Trotz Kampagnen gegen das Gebäudeenergiegesetz stieg die Wärmepumpen-Nachfrage
  • Günstiger Betrieb und staatliche Förderungen machen Wärmepumpen attraktiver
  • Ab 2027 steigen die Gaspreise durch den europäischen Emissionshandel
  • Steigende Netzentgelte belasten verbleibende Gasheizungsbesitzer zusätzlich
  • Erste Kommunen planen bereits die Stilllegung ihrer Gasnetze ab 2035

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