Mystisches E-Meter: Scientology kämpft gegen das Recht auf Reparatur

Das gesetzlich verbriefte Recht auf Reparatur bekommt einen recht unerwarteten Gegner: Die Scientology-Sekte. Diese setzt sich gegenüber der US-Regierung gegen eine Regelung ein, die es Nutzern erlaubt, Softwaresperren auf einem elektronischen Gerät zu umgehen.

Hineinschauen unerwünscht

Die gesetzlich verbriefte Erlaubnis, auch gegen den Willen des Herstellers Manipulationen an bestimmten Firmware-Segmenten vorzunehmen, soll dafür sorgen, dass eine Reparatur durch den Besitzer einer Hardware nicht über Software verhindert wird. Dank der Ausnahmeregelungen ist es etwa legal, dass Landwirte das DRM von John Deere umgehen können, um ihre Traktoren zu reparieren. Und auch bei Spielekonsolen und vielen anderen Systemen ist dieses Recht von Belang.

Nun hat sich aber Author Services Inc., eine Firma aus dem Scientology-Umfeld, in einer Petition an die US-Regierung gegen diese Regelung stark gemacht. Das berichtet das US-Magazin 404media. Das Unternehmen verwaltet die literarischen und sonstigen Rechte des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard.


In einem Schreiben, in dem sich Author Services gegen die Umgehungsmöglichkeiten einsetzt, werden zwar keine konkreten Geräte benannt, die man so schützen will - es dürfte aber wohl um die sogenannten E-Meter gehen. Dabei handelt es sich um ein System, das einen elementaren Bestandteil der Scientology-Religion darstellt.

Es geht um Geld

Bei den Geräten handelt es sich im Grunde um Messgeräte, mit denen man den elektrischen Widerstand der Haut ermitteln kann. Scientologen wollen damit auf die psychischen Zustände einer Person schließen können und setzen die Geräte entsprechend in ihren Auditing-Sitzungen ein. Wissenschaftlich belegen lässt sich der Sinn dieser Methode nicht.

Unstrittig ist hingegen die vorteilhafte Wirkung auf die Einnahmen der Sekte. Denn die Kosten der Hardware in den E-Metern dürfte selbst bei den komplexer aussehenden Modellen kaum bei mehr als hundert Dollar liegen. Verkauft werden sie allerdings für höhere vierstellige Beträge. Entsprechend dürfte der Organisation kaum daran gelegen sein, dass Bastler die E-Meter auseinandernehmen, sie bei Bedarf reparieren oder vielleicht sogar baugleiche Billig-Alternativen anbieten.

Zusammenfassung
  • Scientology-Sekte bekämpft Recht auf Reparatur in den USA
  • Regelung erlaubt Nutzern, Softwaresperren auf Geräten zu umgehen
  • Regelung ermöglicht Reparatur von Hardware trotz Herstellerwiderstand
  • Firma aus Scientology-Umfeld, Author Services, stellt Petition gegen Regelung
  • Vermutung, Schutz des Scientology-Geräts "E-Meter" Ziel der Petition
  • E-Meter misst Hautwiderstand, wird in Scientology-Auditing-Sitzungen verwendet
  • E-Meter werden teuer verkauft, obwohl Hardware günstig, Reparatur unerwünscht

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