Scientology-Aussteiger:
Sekte scheiterte an Google
Ein ehemaliger hochrangiger Angehöriger der Scientology-Sekte hat über die Bestrebungen der Organisation berichtet, die eigene Darstellung im Internet zu verbessern - was allerdings schon im Ansatz zum Scheitern verurteilt war.
Geir Isene, der sich inzwischen von der Sekte entfernt hat und öffentlich über Interna spricht, zeichnet ein äußerst unbeholfenes Bild der Führungsriege, wenn es um das Netz geht. Angesichts dessen, dass die Glaubensgrundlage von Scientology die Science Fiction-Erzählungen ihres Gründers Ron Hubbard sind, ist das Verständnis moderner Technik doch sehr gering.
So berichtet Isene, der von den Scientology-Oberen des Öfteren als Berater für Internet-Fragen hinzugezogen wurde, wie plump die Organisation hier vorging. In einem Fall habe man beispielsweise dafür gesorgt, dass es während einer Konferenz zu einem Treffen mit dem Google-Mitbegründer Sergey Brin kam.
Diesen wollte man dazu bewegen, dass die Suchergebnisse von Google so gestaltet werden, dass negative Berichte über Scientology nicht mehr jedem präsentiert werden, der den Namen der Sekte ins Suchfeld eingibt. Allerdings war ihnen wohl klar, dass sie Brin nicht dazu bringen werden, Kritiker komplett aus dem Index zu werfen.
Statt dessen versuchten sie den Google-Manager zu überreden, die Suchanfragen gemäß den Wünschen der Organisation zu manipulieren. Man griff dafür auf einen Vergleich zurück: "Wenn jemand nach Äpfeln sucht, das waren ihre Worte, sollte er gute Ergebnisse zu Äpfeln bekommen. Wenn man nach 'schlechten Äpfeln' sucht, dann, und nur dann, sollte man auch Suchergebnisse über schlechte Äpfel erhalten", erklärte Isene. "Das war ihre ganze Philosophie, mit der ganzen schlechten PR über Scientology im Netz umzugehen." Brin sei bei dem Zusammentreffen einfach gegangen, berichtete er.
Nicht viel besser verlief offenbar die Auseinandersetzung Scientologys mit der Electronic Frontier Foundation (EFF), der größten Bürgerrechtsoranisation für die digitale Gesellschaft in den USA. Mit dieser lag die Sekte wegen ihrer Bemühungen, Kritiker im Internet mundtot zu machen, im Streit.
In der Scientology-Führung war man laut Isene recht genervt darüber, dass Vertreter der EFF keine Gelegenheit verstreichen ließen, schlecht über die Sekte zu reden. Hier sei er zu Hilfe gerufen worden, als einige hochrangige Scientology-Vertreter ein Treffen mit den Bürgerrechtlern arangiert hatten und im Vorfeld die Vorstellung hatten, dort alle Widersprüche ausräumen zu können.
Isene forderte zumindest einen ganzen Tag ein, um dem Führungsstab zumindest eine grundlegende Vorstellung davon zu vermitteln, welche Werte in der Internet-Community hinsichtlich der Meinungsfreiheit und dem Schutz von Bürgerrechten vorherrschen - denn diese unterscheiden sich wesentlich von denen Scientologys. Aber selbst dies half letztlich natürlich nicht, und die Sekte ist weiterhin fester Bestandteil der "Hall of Shame" der EFF.
So berichtet Isene, der von den Scientology-Oberen des Öfteren als Berater für Internet-Fragen hinzugezogen wurde, wie plump die Organisation hier vorging. In einem Fall habe man beispielsweise dafür gesorgt, dass es während einer Konferenz zu einem Treffen mit dem Google-Mitbegründer Sergey Brin kam.
Diesen wollte man dazu bewegen, dass die Suchergebnisse von Google so gestaltet werden, dass negative Berichte über Scientology nicht mehr jedem präsentiert werden, der den Namen der Sekte ins Suchfeld eingibt. Allerdings war ihnen wohl klar, dass sie Brin nicht dazu bringen werden, Kritiker komplett aus dem Index zu werfen.
Statt dessen versuchten sie den Google-Manager zu überreden, die Suchanfragen gemäß den Wünschen der Organisation zu manipulieren. Man griff dafür auf einen Vergleich zurück: "Wenn jemand nach Äpfeln sucht, das waren ihre Worte, sollte er gute Ergebnisse zu Äpfeln bekommen. Wenn man nach 'schlechten Äpfeln' sucht, dann, und nur dann, sollte man auch Suchergebnisse über schlechte Äpfel erhalten", erklärte Isene. "Das war ihre ganze Philosophie, mit der ganzen schlechten PR über Scientology im Netz umzugehen." Brin sei bei dem Zusammentreffen einfach gegangen, berichtete er.
Nicht viel besser verlief offenbar die Auseinandersetzung Scientologys mit der Electronic Frontier Foundation (EFF), der größten Bürgerrechtsoranisation für die digitale Gesellschaft in den USA. Mit dieser lag die Sekte wegen ihrer Bemühungen, Kritiker im Internet mundtot zu machen, im Streit.
In der Scientology-Führung war man laut Isene recht genervt darüber, dass Vertreter der EFF keine Gelegenheit verstreichen ließen, schlecht über die Sekte zu reden. Hier sei er zu Hilfe gerufen worden, als einige hochrangige Scientology-Vertreter ein Treffen mit den Bürgerrechtlern arangiert hatten und im Vorfeld die Vorstellung hatten, dort alle Widersprüche ausräumen zu können.
Isene forderte zumindest einen ganzen Tag ein, um dem Führungsstab zumindest eine grundlegende Vorstellung davon zu vermitteln, welche Werte in der Internet-Community hinsichtlich der Meinungsfreiheit und dem Schutz von Bürgerrechten vorherrschen - denn diese unterscheiden sich wesentlich von denen Scientologys. Aber selbst dies half letztlich natürlich nicht, und die Sekte ist weiterhin fester Bestandteil der "Hall of Shame" der EFF.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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