Starlink muss 140-mal am Tag ausweichen, Kettenreaktion droht
Es gibt viele Bedenken rund um den Aufbau von Mega-Konstellationen im niedrigen Erdorbit. Jetzt weisen Experten auf einen potenziell katastrophalen Trend hin: Seit dem Start der ersten Starlink-Satelliten steigt die Zahl der nötigen Ausweichmanöver dramatisch.
"Die Zahl der Manöver nimmt derzeit exponentiell zu", erklärte Hugh Lewis, Professor für Raumfahrttechnik an der Universität Southampton in Großbritannien und führender Experte für die Auswirkungen von Megakonstellationen auf die Sicherheit im Orbit, gegenüber Space.com. "Die Zahl verdoppelt sich alle sechs Monate, und das Problem mit exponentiellen Trends ist, dass sie rasch sehr große Zahlen erreichen."
SpaceX ist nicht das einzige Unternehmen, das im Erdorbit große Ambitionen hat. Bis zum Ende des Jahrzehnts könnte die Zahl der aktiven Satelliten die Marke von 100.000 überschreiten. "Ich befürchte, dass die Anzahl der Manöver, die alle Betreiber von Raumfahrzeugen gemeinsam durchführen müssen, einfach enorm sein wird", sagte Lewis. "Das ist so, als würde man auf der Autobahn fahren und alle 10 Meter ausweichen, um eine Kollision zu vermeiden. Das kann man wohl nicht als sicher bezeichnen."
Siehe auch:
Starlink-Ausweichmanöver nehmen exponentiell zu
SpaceX hat seine Starlink-Satelliten mit einem automatischen Ausweichsystem ausgestattet. Das wurde in der Vergangenheit auch immer wieder angeführt, wenn das Unternehmen wegen der rasant wachsenden Zahl der Sonden im Erdorbit kritisiert wurde. Jetzt zeigt eine Meldung des Unternehmens an die US-Behörde FCC, wie oft Starlink im Orbit gezwungen ist, aktiv Kollisionen zu vermeiden. Seit dem Start der ersten Satelliten im Jahr 2019 waren mehr als 50.000 Ausweichmanöver nötig. Schaut man sich die Entwicklung genauer an, zeigt sich nach Meinung von Experten ein gefährlicher Trend."Die Zahl der Manöver nimmt derzeit exponentiell zu", erklärte Hugh Lewis, Professor für Raumfahrttechnik an der Universität Southampton in Großbritannien und führender Experte für die Auswirkungen von Megakonstellationen auf die Sicherheit im Orbit, gegenüber Space.com. "Die Zahl verdoppelt sich alle sechs Monate, und das Problem mit exponentiellen Trends ist, dass sie rasch sehr große Zahlen erreichen."
Kollisionsrisiken steigen weiter
Wie Lewis in seiner Analyse aufzeigt, ist die Zahl der nötigen Ausweichmanöver in nur zwei Jahren um den Faktor 10 gestiegen. Rechnet man diesen Trend weiter, muss Starlink alleine in den nächsten 6 Monaten weitere 50.000-mal ausweichen. Im Jahr 2028 werden alleine die Satelliten der SpaceX-Konstellation dann zwei Millionen Mal ihren Kurs ändern müssen, um nicht mit anderen Objekten im Orbit zu kollidieren.SpaceX ist nicht das einzige Unternehmen, das im Erdorbit große Ambitionen hat. Bis zum Ende des Jahrzehnts könnte die Zahl der aktiven Satelliten die Marke von 100.000 überschreiten. "Ich befürchte, dass die Anzahl der Manöver, die alle Betreiber von Raumfahrzeugen gemeinsam durchführen müssen, einfach enorm sein wird", sagte Lewis. "Das ist so, als würde man auf der Autobahn fahren und alle 10 Meter ausweichen, um eine Kollision zu vermeiden. Das kann man wohl nicht als sicher bezeichnen."
Zusammenfassung
- SpaceX: 50.000 Ausweichmanöver seit Start erster Satelliten 2019.
- Zahl steigt exponentiell an.
- Experten: Zahl der Manöver wird bis 2028 auf 2 Mio. steigen.
- Bis Ende des Jahrzehnts: 100.000 aktive Satelliten im Orbit.
- Anzahl der nötigen Ausweichmanöver wird laut Experten "enorm" sein.
Siehe auch:
- Zeitplan-Wahnsinn: NASA wegen SpaceX in Sorge um Mondlandung
- Internet für Ukraine: Pentagon bestellt bei SpaceX Starlink-Terminals
- Vast: SpaceX soll erste private Raumstation schon 2025 ins All bringen
- Start und Explosion des Starship von SpaceX hat Klage zur Folge
- Nach Zerstörungen bei Starship-Start: SpaceX bekommt Startverbot
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