Elektroautos: "Die Chinesen sind uns um Lichtjahre voraus"
Bei den deutschen Autoherstellern schwindet der Optimismus, den Konkurrenten aus China zukünftig noch etwas entgegenstellen zu können. Auch hierzulande könnten die etablierten Marken bald erhebliche Probleme bekommen.
Mit den Verbrennern haben die deutschen Anbieter in China noch ein gutes Geschäft gemacht. Bei den Elektroautos kommen alle hiesigen Marken zusammen nur auf einen niedrigen einstelligen Marktanteil. Das liegt teilweise daran, dass die Chinesen aufgrund des Joint-Venture-Zwangs viel Technologie ins eigene Land transferieren konnten. Allerdings ist es das nicht allein.
"Die sind uns um Lichtjahre voraus, die Angewohnheiten und Wünsche der Kunden zu berücksichtigen. Wir sind gefangen in Regularien und Prozessen", erklärte ein hochrangiger Mercedes-Insider gegenüber Table.Media. Als Beispiel nannte er die Sleeper-Funktion, die in vielen chinesischen Modellen zu finden ist. Dafür muss man nichts neues ins Fahrzeug einbauen, sondern nur vorhandene Technologien kombinieren.
Bei dem so entstandenen Feature klimatisiert sich das Fahrzeug auf eine gewünschte Temperatur, fährt die Sitze in die waagerechte und filtert die Innenluft. Auf diese Weise kann sich der Besitzer bequem zu einer Schlafpause ins eigene Fahrzeug zurückziehen. Die Funktion hatten sich viele chinesische Verbraucher gewünscht, daher hätten die Produzenten sie einfach umgesetzt, während dies bei einem deutschen Automobilkonzern monatelange Abstimmungsprozesse erfordern würde.
Aktuell gibt es in China mehrere mittelgroße Hersteller, die E-Autos für den heimischen Markt produzieren. Allerdings ist damit zu rechnen, dass die Zentralregierung in Peking demnächst einen Zusammenschluss anordnet, um den Export auf den Weltmarkt anzukurbeln. Dann könnten die Anbieter aus Fernost auch verstärkt Kooperationen mit Service-Ketten und Importeuren in Europa und Deutschland suchen.
Siehe auch:
"Die sind uns um Lichtjahre voraus, die Angewohnheiten und Wünsche der Kunden zu berücksichtigen. Wir sind gefangen in Regularien und Prozessen", erklärte ein hochrangiger Mercedes-Insider gegenüber Table.Media. Als Beispiel nannte er die Sleeper-Funktion, die in vielen chinesischen Modellen zu finden ist. Dafür muss man nichts neues ins Fahrzeug einbauen, sondern nur vorhandene Technologien kombinieren.
Bei dem so entstandenen Feature klimatisiert sich das Fahrzeug auf eine gewünschte Temperatur, fährt die Sitze in die waagerechte und filtert die Innenluft. Auf diese Weise kann sich der Besitzer bequem zu einer Schlafpause ins eigene Fahrzeug zurückziehen. Die Funktion hatten sich viele chinesische Verbraucher gewünscht, daher hätten die Produzenten sie einfach umgesetzt, während dies bei einem deutschen Automobilkonzern monatelange Abstimmungsprozesse erfordern würde.
Deutschland hat noch Schonzeit
In Deutschland sind die chinesischen Anbieter noch wenig präsent - das liegt vor allem daran, dass sie noch nicht über das Vertriebs- und Service-Netz verfügen, erklärte Branchenexperte Thomas Luk von der Beratungsfirma A. T. Kearney. Das wird aber voraussichtlich nicht ewig so bleiben.Aktuell gibt es in China mehrere mittelgroße Hersteller, die E-Autos für den heimischen Markt produzieren. Allerdings ist damit zu rechnen, dass die Zentralregierung in Peking demnächst einen Zusammenschluss anordnet, um den Export auf den Weltmarkt anzukurbeln. Dann könnten die Anbieter aus Fernost auch verstärkt Kooperationen mit Service-Ketten und Importeuren in Europa und Deutschland suchen.
Siehe auch:
Zusammenfassung
- Optimismus der deutschen Autohersteller schwindet gegenüber China
- Marktanteil der deutschen Elektroautos in China niedrig
- Chinesen sehr schnell in der Umsetzung von Kundenwünschen
- Deutschen Marken in China noch wenig präsent
- Chinesische Regierung könnte Zusammenschluss anordnen
- Exporte auf Weltmarkt anzukurbeln und Kooperationen in Europa/Deutschland
Thema:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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