Russland schottet seine Städte großräumig von GPS & Co. ab

Die allgegenwärtige Satelliten-Navigation ist für viele Smart­phone-Nut­zer aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. In Russ­land al­ler­dings müs­sen sich die User immer öfter damit ab­fin­den, dass die Stand­ort-Diens­te eben nicht mehr zur Ver­fü­gung stehen.
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Immer häufiger kommt es insbesondere in den großstädtischen Regionen zu Störungen beim Empfang der Signale von den Positions-Satelliten. Hintergrund dessen sind Störsignale, die das russische Militär selbst abstrahlt. Der Grund hierfür liegt darin, dass die Ukraine kürzlich mehrere Drohnen-Angriffe geflogen hat, die weit in russisches Territorium hineinreichten.

Ziele waren hier unter anderem Militär-Flugplätze, von denen aus die ständigen Luftangriffe gegen zivile Infrastrukturen in der Ukraine ausgingen. Die Flugsysteme benötigen den Zugang zu GPS oder anderen Navigationssystemen, um selbstständig navigieren zu können. Daher ist die Störung der Signale durchaus eine effektive Maßnahme - die aber eben auch diverse Nebenwirkungen nach sich zieht, wie aus einem Bericht des US-Magazins Wired hervorgeht.

Riesige Blasen

"Die GPS-Störungen haben sich in einem Ausmaß ausgeweitet, wie man es noch nie zuvor gesehen hat", sagt Erik Kannike, ein Programmmanager beim estnischen Verteidigungsnachrichtendienst SensusQ, der die Situation beobachtet hat. "Was wir seit etwa einer Woche beobachten, sind GPS-Störungsblasen, die sich über Hunderte, wenn nicht Tausende von Kilometern um taktisch wichtige Städte erstrecken."

Die GPS-Probleme wurden zuerst von dem Überwachungssystem GPSJam registriert, das Daten von Flugzeugen verwendet, um Probleme mit dem Satellitennavigationssystem zu verfolgen. Die Website hat seit Anfang Dezember eine zunehmende Zahl von GPS-Störungen in den russischen Städten Saratow, Wolgograd und Pensa registriert. Alle diese Städte liegen im Westen Russlands und sind nur wenige hundert Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Aber auch Moskau ist immer wieder von den Signalen abgeschnitten. Hier müssen die Einwohner entsprechend auf diverse bequeme Funktionen ihrer Smartphones verzichten.

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