Club 8-bit: Wichtigstes Computermuseum der Ukraine komplett zerstört

Der russische Krieg gegen die Ukraine ist nicht nur eine Tragödie, weil er tausende Menschenleben kostet. Der massive Beschuss ziviler Ziele sorgt auch dafür, dass diverse historische Kulturgüter unwiederbringlich zerstört werden - so etwa der Club 8-bit.
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Kulturgüter von einigem Wert sind keineswegs nur Jahrhunderte alte Kunstschätze. Auch die jüngere Vergangenheit hat hier einiges zu bieten. So eben auch Club 8-bit, die wohl größte Sammlung von Computer-Technik aus der Ära der Sowjetunion. Der Betreiber Dmitry Cherepanov hatte hier über Jahre hinweg zahlreiche Objekte zusammengetragen, die aus dem damaligen Ostblock, aber auch von westlichen Herstellern stammten und ihren Weg durch den Eisernen Vorhang geschafft hatten.

Die Sammlung hatte bisher ihren Platz in der in der südöstlichen Ukraine gelegenen Hafenstadt Mariupol. Vor dem Krieg gab es hier fast eine halbe Million Einwohner. Inzwischen gibt es Stimmen, die von einer völligen Auslöschung des Ortes sprechen. Durch das mittlerweile mehrere Wochen andauernde Bombardement gibt es hier faktisch keine Häuser mehr, die nicht bereits von Bomben oder Artillerie-Geschossen getroffen wurden. Und zu diesen gehört entsprechend auch der Standort des Club 8-bit.

Zukunft ist unklar

"Nun, das wars, das Computermuseum in Mariupol ist weg. Alles, was von meiner Sammlung, die ich seit 15 Jahren zusammengetragen habe, übrig geblieben ist, ist nur noch ein Fragment von Erinnerungen auf der FB-Seite, der Website und dem Radiosender des Museums", teilte Cherepanov mit. Er selbst ist nach eigenen Angaben wohlauf, hat neben seinem Museums-Projekt aber auch sein Zuhause verloren. Entsprechend will er zwar zumindest die Webseite und das RetroBit-Radio für die Zukunft erhalten - die Prioritäten liegen derzeit aber in ganz anderen Bereichen.

Seit dem Angriff Russlands versuchen Historiker und Archivare im ganzen Land, wichtige historische Kulturgüter zu retten. Sie arbeiten dort, wo es geht, teilweise rund um die Uhr an der Digialisierung von Dokumenten, um sie auf Datenzentren im Ausland zu kopieren. Zuletzt bewahrheiteten sich nämlich Befürchtungen und es wurden auch schon Archive von Bomben getroffen, in denen wichtige Unterlagen über die Geschichte der Ukraine in der Sowjetzeit aufbewahrt und die noch nicht alle wissenschaftlich ausgewertet wurden.

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