Anonymous hackt mächtige russische Zensurbehörde Roscomnadzor

Seit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges bzw. dem Beginn des russischen Angriffs auf den Nachbarn hat der Konflikt weite Kreise gezogen, auch im Netz. Anonymous hat sich früh auf die Seite der Ukraine gestellt und kann nun offenbar den nächsten großen Erfolg für sich verbuchen.
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Und wenn sich die aktuellen Berichte bewahrheiten - und danach sieht es derzeit auch aus - dann ist dem Hacker-Kollektiv ein regelrechter Coup gelungen. Denn man hat ausgerechnet jene mächtige russische Behörde erfolgreich angegriffen, die für die Telekommunikationsregulierung und auch Internet-Zensur zuständig ist: Roscomnadzor.

Ein Anonymous-Hacker hat rund 820 Gigabyte an Daten erbeuten können, diese beinhalten mehr als 360.000 Dateien mit etlichen vertraulichen Informationen aus dem Fundus der Medienbehörde. Angesichts des Umfangs der gehackten Daten wird es wohl noch Tage und Wochen dauern, bis diese vollständig ausgewertet sind, laut TorrentFreak liegen aber bereits erste Erkenntnisse vor.

Demnach besitzt Roscomnadzor mächtige und hocheffektive Werkzeuge zum Blocken und Filtern von Inhalten. Diese können einerseits gegen Urheberrechtsverstöße eingesetzt werden, andererseits aber auch gegen praktisch jede Internet-Seite, die sich dem Putin-Regime zu widersetzen wagt. Infografik Sanktionen: Rückzug der Tech-Konzerne trifft Millionen RussenSanktionen: Rückzug der Tech-Konzerne trifft Millionen Russen

Wie lange ist Russland noch Teil des freien Internets?

Und davon macht man dieser Tage auch mehr als ausführlich Gebrauch, denn man blockt unzählige Nachrichten- und Social-Media-Seiten, die der staatlichen Propaganda widersprechen. Laut der Aktivisten-Gruppe Distributed Denial of Secrets (DDoSecrets), die die Veröffentlichung auf Substack vorstellt und aufarbeitet, sollten alle, die sich durch die Daten wühlen, besonders vorsichtig sein. Denn in dem Datadump sind auch zahlreiche E-Mails samt Anhängen zu finden, die möglicherweise Malware beinhalten.

Zum Ursprung der hier einsehbaren Daten heißt es: "Die Quelle, die zu Anonymous gehört, war der Meinung, dass das russische Volk unbedingt Zugang zu Informationen über seine Regierung haben sollte. Sie sprachen sich auch dagegen aus, dass die russische Bevölkerung von unabhängigen Medien und der Außenwelt abgeschnitten ist."

Und weiter: "Wir veröffentlichen diese Daten in Erwartung der Tatsache, dass Russland sich möglicherweise am 11. März vom weltweiten Internet abschneiden wird, und hoffen, dass die Russen bis dahin Zeit haben werden, diese Daten herunterzuladen."
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