Nachfrage und Corona-Folgen: Die Vinyl-Industrie ist völlig überlastet

Hardware-Engpässe scheinen derzeit die neue Normalität darzustellen. So ergeht es nun auch der Musik-Branche, bei der sich inzwischen die meisten Termin-Planungen nach der völlig überlasteten Vinyl-Industrie richten müssen. Eigentlich war die klassische Schallplatte vor rund 30 Jahren bereits weitgehend abgeschrieben worden. Sie hielt sich allerdings in einer Nische und wurde dann vor einigen Jahren wieder ein richtiger Verkaufsschlager. Inzwischen hat sich der Markt hier noch einmal weiterentwickelt. Während neue Musik im Wesentlichen auf den Streaming-Plattformen das Hauptgeschäft generiert, setzt die Branche bei physischen Tonträgern mit voller Kraft auf die Vinyl-Scheiben - denn während CDs sich nur noch als Restgeschäft eignen, lassen sich Schallplatten mit eindrucksvollen Covern zu deutlich höheren Preisen vermarkten.

Das aber spitzt die ohnehin schon vorhandenen Probleme der verbliebenen Industrie hinter den Schallplatten weiter zu, berichtet die New York Times. Neben Kapazitäts-Grenzen spielen hier ebenso Nachwirkungen der Corona-Lockdowns und Schwierigkeiten bei den Material-Lieferungen eine Rolle. So berichten selbst die Stars der Branche - wie etwa Adele, deren Album "30" im November erscheinen soll - dass sich die Terminplanung auch danach richten musste, wann die Presswerke überhaupt die Schallplatten liefern können.

Lange Planungen nötig

"Es gab eine Vorlaufzeit von 25 Wochen", erklärte die Sängerin kürzlich gegenüber der BBC. Und Musiker, die nicht mit einer solchen Bekanntheit und einem entsprechenden Nachdruck seitens der Labels punkten können, sind sich überhaupt nicht sicher, ob ihre neuen Platten verfügbar sind, wenn die nun wieder anlaufenden Konzerte stattfinden.

Für die massive Auslastung ist teils die Corona-Krise verantwortlich. Denn auch die Presswerke mussten einige Zeit schließen und arbeiten nun die angestauten Aufträge ab. Nachwirkungen hat außerdem ein Feuer, das im vergangenen Jahr eines der beiden weltweit einzigen Werke zerstörte, in dem die Lackfolien für die Schallplatten-Produktion hergestellt werden.

Hinzu kommt, dass die Presswerke meist noch mit Maschinen aus den 1970er-Jahren arbeiten, die altersbedingt immer wieder ausfallen und aufwendig gewartet werden müssen. Neue Systeme gibt es zwar inzwischen wieder, sie sind aber mit Stückpreisen von 300.000 Dollar recht teuer und auch hier kommt es wie in vielen anderen Bereichen zu Lieferverzögerungen, weil der Welthandel nicht so reibungslos funktioniert wie vor der Krise. Und wer diese großen Probleme im Griff hat, bekommt es eben zuweilen noch mit den Tücken des Alltags zu tun: "Wir hatten eine Waschbären-Invasion, die uns um eine Woche zurückwarf", berichtete Caren Kelleher von Gold Rush Vinyl der Zeitung.

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Musik, Vinyl, Schallplatte, Langspielplatte, Plattenspieler Musik, Vinyl, Schallplatte, Langspielplatte, Plattenspieler Free-Photos/CC0
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