Skandal-Bericht: Team Wallraff undercover bei Amazon Deutschland

"Team Wallraff deckt unfassbare Missstände bei Amazon auf", ti­telt RTL nun zur gleichnamigen TV-Sendung. Was die Reporter ent­deckt haben, dürfte die meisten Amazon-Kunden nicht scho­cken - denn über die Arbeitsbedingungen gibt es seit Jah­ren Negativberichte. Die Reporter der RTL-Sendung "Team Wallraff" haben nun in der bekannten Manier der Wallraff-Undercover-Einsätze selbst erfahren, wie es in vielen Bereichen des Konzerns in Deutschland tatsächlich zugeht. Alleine in diesem Jahr gab es schon einige Vorwürfe in den Medien, die häufig mit den Subunternehmen des Online-Riesen zu tun hatten (Siehe: Fahrer, die in Flaschen pinkeln: Flut an Beweisen nach Amazon-Dementi).

Recherchen, Undercover-Einsätze, Interviews

Das RTL-Team ist den Vorwürfen auf die Spur gegangen und hat sich in verschiedenen Bereichen anstellen lassen, um selbst zu erfahren, wie es in den Logistikzentren und bei den Auslieferungsfahrern wirklich zugeht.

Schlechte Bedingungen sind keine Ausnahmen

Die Reporter sprachen zudem mit Lagerarbeitern, Lkw-Fahrern und den Auslieferungsfahrern, um ihre eigenen Eindrücke zu überprüfen - es handelte sich dabei allem Anschein nach bei allen Problemen um die Mehrheit und nicht um Ausnahmen.

Bei Amazon herrsche ein System der Ausbeutung, Angstkultur und Überwachung, schreibt RTL nun zusammenfassend. Vor allem durch ein Geflecht aus Subunternehmen werden Mitarbeiter ausgebeutet. Die Fahrer können den Recherchen nach ihre Vorgaben gar nicht erfüllen, in den meisten Fällen ist das schlichtweg unmöglich. Dementsprechend sinken auch die Stundenlöhne, mit denen die Mitarbeiter angelockt werden: Wer seine Vorgaben nicht einhält - dazu gehören Pünktlichkeit, Kundenbeschwerden - bekommt Strafpunkte, die sich Einkommensmindernd auswirken.

Zudem bestätigte das Team Wallraff, dass durch den Einsatz von Mitarbeitern zum Beispiel aus Litauen das System des deutschen Mindestlohns von 9,60 Euro untergraben wird.

Aber auch die Lagerarbeiter in den Zentren vor Ort berichten von Missständen bei den Arbeitsbedingungen und dazu über eine Vollüberwachung, wie es sie kaum in anderen Unternehmen gibt. Zitiert werden Verbote von Ruhepausen, streng kontrollierte Toilettenpausen und "eine Angstkultur und Überwachung". All diese Vorwürfe sind nicht neu, doch nach dem Bild, das RTL zeichnet, sind sie alle noch existent.

Als Reaktion auf die Sendung gibt es von Amazon auch ein Video. Zudem gab der Konzern bekannt, den Vorwürfen nachzugehen. Wir haben außerdem eine Stellungnahme von Amazon erhalten.

Folgende Stellungnahme erreichte uns von Amazon Deutschland:

"Das Bild, das in der RTL-Sendung "Team Wallraff" am 9. September 2021 gezeichnet wird, spiegelt nicht die Erfahrungen Tausender Mitarbeitenden von Amazon oder unseren Partnerunternehmen in Deutschland wider, die jeden Tag Bestellungen von Amazon Kund:innen bearbeiten und zustellen. Wir wissen, dass wir sind nicht perfekt sind und wir arbeiten kontinuierlich daran, uns zu verbessern. Tatsache ist, dass wir fast 20.000 festangestellte Mitarbeiter:innen in unserem Logistiknetzwerk in Deutschland beschäftigen und rund 90 Prozent von ihnen ihren Arbeitsplatz mit Bestnoten bewerten. Amazon bietet exzellente Bezahlung, Zusatzleistungen und Karrierechancen. Wir haben bereits den Einstiegslohn von umgerechnet 12 Euro brutto pro Stunde plus Extras eingeführt. Zusätzlich bieten wir das Career Choice Programm, mit dem wir Kosten für Aus- und Weiterbildung bis zu 95 Prozent bezuschussen. Nach 24 Monaten verdienen Amazon Mitarbeiter:innen im Durchschnitt rund 2.750 Euro brutto pro Monat, inklusive beschränkter Mitarbeiteraktien und weiterer Extras.

Zusätzlich haben wir ein Partnernetzwerk mit mehr als 600 deutschen Spediteuren, hunderten von Lieferservicepartnern und vielen weiteren Partnern aufgebaut, die tausende von Mitarbeiter:innen beschäftigen. Wir führen regelmäßig Audits bei unseren Partnern durch. Wo wir auf ein Problem stoßen, handeln wir schnell und beheben es. Die uns vorliegenden Behauptungen werden wir überprüfen. Wir gehen jedem einzelnen dieser Vorwürfe nach - und wir werden handeln, wo das richtig und nötig ist. Wir wissen, wir sind nicht perfekt. Wir arbeiten kontinuierlich daran, uns zu verbessern und wir sind stolz auf unsere Arbeitsbedingungen, die Vergütung und die Sozialleistungen, die wir bieten, und auf die Art und Weise, wie wir Technologien erfinden und in sie investieren. Wir verfolgen damit unser Ziel, der beste Arbeitgeber der Welt zu werden und das sicherste Arbeitsumfeld zu bieten. Machen Sie sich selbst ein Bild - und besichtigen einen unserer Standorte auf einer virtuellen Tour. Auf amazon.de/virtuelletouren können Sie sich anmelden.

Hinsichtlich Retouren gibt es nur einen Grund, warum wir Produkte über die Grenze an Retourenzentren schicken: um das Leben dieser Produkte zu verlängern. Das Gegenteil zu behaupten ist schlicht und ergreifend falsch. Und natürlich hält Amazon für alle von uns vertrieben Waren die gesetzliche Obhutspflicht ein. Jedes Retourenzentrum ist auf bestimmte Produktgruppen spezialisiert und verfügt über die Spezialisten, Prozesse und Hilfsmittel, um möglichst vielen Produkten ein zweites Leben zu geben. Ebenfalls falsch ist die Behauptung, wir würden unverkaufte Artikel nicht für wohltätige Zwecke spenden. Wir arbeiten deutschlandweit mit lokalen Tafeln zusammen und haben allein 2020 1,5 Millionen unverkaufte Produkte an Bedürftige gespendet."

Siehe auch:
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