Audi will Klarheit statt Wasserstoff - und ein Porsche bleibt Verbrenner

Die Elektromobilität ist im VW-Konzern auch bei den Tochter-Marken ein Kernthema geworden. Porsche legt sich bereits auf einen Termin für das (Fast-)Ende des Verbrenners fest, Audi will sich hingegen noch Hintertüren offen lassen. Gegenüber der Boulevardzeitung Bild am Sonntag skizzierte Porsche-Chef Oliver Blume jetzt den Fahrplan, nach dem sein Unternehmen sich vom Verbrenner verabschieden werde. 2025 soll die Hälfte der Porsche-Fahrzeuge elektrisch angetrieben sein. Hier rechnet man aber batterieelektrische Modelle und Hybriden zusammen. 2030 soll es dann aber im Grunde nur noch Stromer von Porsche geben.

Mit einer Ausnahme: Das Kultfahrzeug Porsche 911 wird es weiterhin mit einem Verbrennungsmotor geben. Hier setzt der Hersteller allerdings vollständig auf E-Fuels, also klimafreundliche synthetische Treibstoffe, in deren Entwicklung das Unternehmen derzeit investiert. Diese Energieträger sind zwar sogar noch deutlich ineffizienter als Wasserstoff, dürften aber zumindest in Nischenbereichen ihren Platz finden.

Bei Porsche will man in den kommenden fünf Jahren rund 15 Milliarden Euro in den Umbau in Richtung Elektromobilität investieren. Aktuell hat das Unternehmen mit dem Taycan einen Stromer im Programm - und dieser verkauft sich trotz seines hohen Preises von allen angebotenen Modellen bereits mit am besten.


Audi will Klarheit

Bei der Konzerntochter Audi steht die Umstellung auf Elektro ebenfalls fest im Programm, doch gibt es hier noch keinen Termin für ein Ende der Verbrenner-Produktion. "Das werden die Kunden entscheiden", erklärte Audi-Chef Markus Duesmann gegenüber dem Handelsblatt. Dabei erteilt er der vielzitierten Technologieoffenheit eine Absage. Denn das würde bedeuten, dass man aktuell die weiterhin nachgefragten Verbrenner weiterentwickeln muss, und zusätzlich die batterieelektrischen- und wasserstoffbasierten Antriebe. Da ist es sinnvoller, sich auf weniger Wege zu konzentrieren. "Statt Technologieoffenheit brauchen wir Technologieklarheit", sagte er.

Und Brennstoffzellen stehen für Audi hier eher an letzter Stelle. "Grüner Wasserstoff ist auf der Welt zudem auf absehbare Zeit kaum verfügbar. Jedenfalls nicht so viel, dass es sinnvoll wäre, damit Autos zu betanken", so Duesmann. Er verwies darauf, dass andere Branchen wie die Luftfahrt und die Stahlindustrie viel dringender auf die verfügbaren Wasserstoff-Ressourcen angewiesen sind, so dass die PKW-Hersteller hier kaum voll auf diesen Zweig setzen können.

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