Dune-Regisseur: Warner Bros. und AT&T haben meinen Film entführt

Auch Tage nach der Ankündigung von Warner Bros. bzw. WarnerMedia, nächstes Jahr alle Filme im Kino, aber auch per Streaming auf HBO Max zu zeigen, hat sich die Aufregung nicht gelegt. Im Gegenteil: Nun re­bel­liert mit Denis Villeneuve einer der Beteiligten dagegen auf.
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Warner Bros.
Kurz nach der Bekanntgabe dieses beispiellosen Schritts meldete sich Christopher Nolan dazu zu Wort und konnte seinen Ärger nicht zurückhalten. Der Regisseur von Filmen wie Tenet, Inception und Interstellar meinte, dass viele Filmemacher ins Bett gingen und dachten, "sie würden für das großartigste Filmstudio arbeiten, und wachten auf, um zu erfahren, dass sie für den schlechtesten Streaming-Dienst arbeiten".

Immerhin: Nolan ist nicht direkt von der Warner-Entscheidung betroffen, auch wenn sein Film Tenet und dessen enttäuschendes Einspielergebnis als Argument hergenommen wurde, um den Schritt zu rechtfertigen. Doch nun hat sich mit Denis Villeneuve einer der direkt Betroffenen zu Wort gemeldet - und glücklich ist der kanadische Regisseur nicht, im Gegenteil.


Villeneuve ist stinksauer

Der 53-Jährige, der Genre-Meisterwerke wie Arrival und Blade Runner 2049 geschaffen hat, ist sauer, dass Dune auf HBO Max landen wird. Denn der Science-Fiction-Streifen ist wohl der größte und auch bildgewaltigste Blockbuster, der von der Warner-Entscheidung betroffen ist.

Villeneuve hat dazu für das Hollywood-Fachblatt Variety einen Gastbeitrag verfasst, darin schimpft der Regisseur über WarnerMedia und vor allem dessen Besitzer AT&T. Gefragt habe ihn keiner, er habe das auch aus den Medien erfahren, so Villeneuve: "Mit dieser Entscheidung hat sich AT&T eines der angesehensten und wichtigsten Studios der Filmgeschichte entführt."

Der Dune-Regisseur schreibt sich in Rage und meint weiter: "Es gibt hier absolut keine Liebe für das Kino, auch nicht für das Publikum. Es geht nur um das Überleben eines Telekom-Mammuts, das derzeit eine astronomische Verschuldung von mehr als 150 Milliarden Dollar trägt."

Bei Dune gehe es um das Kino und seine Besucher, AT&T nur um das Überleben an der Wall Street. "Da der Start von HBO Max bisher ein Misserfolg war, entschied sich AT&T dazu, das gesamte 2021er-Aufgebot von Warner Bros. zu opfern, in einem verzweifelten Versuch, die Aufmerksamkeit der Zuschauer zu gewinnen."

Villeneuve schreibt, dass er sich sehr wohl der Covid-19-Umstände im Klaren ist: "Die öffentliche Sicherheit steht an erster Stelle. Niemand bestreitet das. Deshalb habe ich die Entscheidung, die Eröffnung von Dune um fast ein Jahr zu verschieben, verstanden und unterstützt, als sich abzeichnete, dass der Winter eine zweite Welle der Pandemie bringen würde." Der Plan sei es gewesen, Dune im Oktober in den Kinos zu starten, wenn sich die Situation durch die Impfungen wieder gebessert hat. Er ruft AT&T deshalb dazu auf, die Entscheidung zu überdenken und rückgängig zu machen.
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