Linux-Desktops: Millionen PCs scheren jetzt aus Windows-Lager aus

Logo, Linux, Maskottchen, Pinguin Bildquelle: Linux Foundation
Es wirkt wie eine Entscheidung aus den Urzeiten der Digitalisierung, doch gibt es durchaus Gründe für neue Überlegungen und Entscheidungen: Die Frage, ob man nun Windows auf Büro-PCs durch Linux ersetzt, be­ant­wortet Südkoreas Regierung mit einem klaren Jein. Das Innenministerium des Landes hatte im Mai letzten Jahres mit der Ausarbeitung von Konzepten und Prüfberichten über die Zukunft von insgesamt rund 3,3 Millionen Computern begonnen. Und nun steht fest, dass eine der bisher umfangreichsten Migrationen von Windows auf Linux stattfinden wird. Einer der Gründe liegt, wie auch in anderen Fällen, in den Hoffnung auf Einsparungen bei den Lizenzkosten. Es geht aber ausdrücklich auch darum, dass man nicht mehr wie im bisherigen Maße von einem einzelnen Unternehmen abhängig sein will.

Und der Zeitpunkt ist ohnehin günstig. Derzeit laufen aufgrund des ausgelaufenen Supports für Windows 7 in vielen Behörden bereits Umstellungen auf Windows 10, was nach den derzeitigen Prognosen rund 655 Millionen Dollar kosten wird. Und bei der Gelegenheit werden auch die in Frage kommenden Teile der Hardware auf Linux umgestellt. Die Struktur der Behörden-IT macht das im Grunde recht gut umsetzbar, wie aus einem Bericht des US-Magazins ZDNet hervorgeht.

Konsequente Zweiteilung

An den Arbeitsplätzen werden für gewöhnlich zwei verschiedene Systeme genutzt: Aus Gründen der Daten-Sicherheit gibt es einen Rechner für die Arbeit im internen Behördennetz, auf dem dann mit sensiblen Informationen über die Bürger gearbeitet wird. Komplett getrennt davon sind andere Systeme, mit denen auch Recherchen im Internet möglich sind. So soll letztlich gewährleistet werden, dass von Außen weder Angreifer noch Malware auf schützenswerte Informationen zugreifen können.

Die internen PCs mit den jeweiligen Verwaltungs-Anwendungen werden nun von Windows 7 auf Windows 10 migriert. Bei den Systemen mit Internet-Anschluss soll hingegen Linux zum Einsatz kommen. Das funktioniert allerdings nicht überall so - denn immer mehr Mitarbeiter in den Verwaltungen arbeiten mit einer wachsenden Flexibilität und werden dafür mit Notebooks ausgestattet. Auf diesen wird Windows 10 für die internen Anwendungen laufen. In einem virtuellen Desktop wird hingegen eine Linux-Umgebung eingesetzt, die dann eine Internet-Verbindung durch das Host-System tunnelt.

Nicht immer wird man hier auf eine komplette lokale VM setzen, da sich auch Desktop-as-a-Service (DaaS)-Modelle in Arbeit befinden, bei denen die Benutzeroberfläche von einem Cloud-Server bereitgestellt wird. Geplant wird dabei je nach Aufgabenbereich mit verschiedenen Linux-Distributionen, vom Ubuntu-basierten Harmonica OS 3.0, über das nicht ganz unumstrittene TMaxOS bis hin zum Gooroom Cloud OS, das in Südkorea entwickelt wurde und von Sicherheitsbehörden eingesetzt wird.

Siehe auch: Bye Suse, hallo Windows: Linux-Aus in Niedersachsens Finanzämtern

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