Netflix: Die fetten Jahre sind vorbei, lange Gesichter beim roten Riesen

Der Streaming-Riese Netflix konnte in den vergangenen Jahren einen rasanten Aufstieg verzeichnen, vor allem beim Nutzerwachstum kannte man nur eine Richtung: steil nach oben. Doch das ist nun offenbar vorbei. Zwar gewinnt man immer noch Abonnenten, aber bei weitem nicht so viele wie noch vor kurzem.
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Netflix
Netflix hat in der Nacht auf heute seine aktuellen Zahlen für das zweite Quartal des Jahres präsentiert und diese sorgen bei Managern und Anlegern für lange Gesichter. Denn das bisher in Bezug auf Wachstum so erfolgsverwöhnte Unternehmen musste im vergangenen Vierteljahr einen ziemlichen Dämpfer erleiden.

So hat man sich bei Netflix vor Beginn dieses Quartals einen Zuwachs von fünf Millionen Abonnenten erwartet und erhofft, dieses Ziel verfehlte man und zwar ganz klar (via Recode). Denn in Wirklichkeit war es etwas mehr als die Hälfte, die man dazugewinnen konnte, nämlich 2,7 Millionen Neukunden. Noch schlimmer (für die Optik): Auf seinem Heimatmarkt verlor Netflix erstmals seit 2011 an Abonnenten, rund 130.000 US-Amerikaner entschieden sich unter dem Strich dazu, ihr Abo zu kündigen.


Nervosität steigt

Insgesamt kommt Netflix weltweit auf 151 Millionen Abonnenten (es sind rund 158 Millionen, wenn man Probeabos dazurechnet). Das ist immer noch eine beeindruckende Zahl, dennoch steigt bei Anlegern die Nervosität. So hat die Netflix-Aktie, für die aber recht wilde Kursschwankungen nichts Unbekanntes sind, nach der Bekanntgabe der aktuellen Zahlen kurzzeitig rund zehn Prozent eingebüßt.

Die Nervosität hat auch einen Hintergrund, nämlich die zahlreichen Konkurrenten, die sich aktuell auf einen Marktstart vorbereiten, allen voran Disney+. Bei Netflix bleibt man aber dennoch optimistisch und rechnet für das laufende dritte Quartal mit einem Nutzerzuwachs von sieben Millionen. Das soll mit Serien wie Stranger Things gelingen, dazu kommen neue Filme von Martin Scorsese und Michael Bay.

Netflix-Chef Reed Hastings zeigte sich im Gespräch mit Investoren im Anschluss an die Bekanntgabe der Zahlen nicht beunruhigt. Vielmehr meinte er, dass Konkurrenz gut fürs Geschäft sei und Nutzer schlichtweg mehrere Abos abschließen werden.

Siehe auch: Senf dazu: Alle gegen Netflix - und gemeinsam in den Untergang
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