Kampf gegen das Smart Meter: Österreicherin wird Strom abgedreht

Energie, Strom, Leitung, Smart Grid Bildquelle: Ian Muttoo / Flickr
Die EU befürwortet intelligente Stromzähler, überlässt vorerst aber den Mitgliedstaaten die Prüfung und Durchführung in sinnvollen Einsatz­feldern. Deutschland will die Messeinrichtungen bis 2032 flächendeckend eingeführt haben. In Österreich zeigt jetzt ein Fall, wie die Meinung zu den Daten-Sammelstellen am Stromanschluss eskalieren kann. Einer Einzelunternehmerin wurde der Strom abgedreht, weil sie sich wiederholt gegen den Einbau zur Wehr setzte.

Einzelfall mit Signalwirkung

Aktuell hängen die Zettel wieder an vielen Haustüren: Stromzählerablesung. Schon 2009 hat sich die EU im sogenannten dritten Energiepaket darauf geeinigt, dass die Mitgliedstaaten unter gewissen Vorgaben selbst entscheiden, wie die Verbreitung von intelligenten Zähl­systemen im Stromnetz für Privatverbraucher geregelt werden soll. In Österreich kommt es bei der Ausgestaltung jetzt wieder einmal zu lauten Tumulten: Wie heise berichtet, wurde einer Einzelunternehmerin im Burgenland der Strom abgedreht, weil sie sich standhaft weigert, ihren klassischen Stromzähler durch ein Smart Meter austauschen zu lassen. Smart MeterSmart Meter-Einbau: Die EU lässt die Mitgliedstaaten entscheiden Interessant ist dieser Konflikt vor allem mit einem Blick auf das herrschende und durchaus komplexe Regelungssystem in diesem Fall. Österreich hat den Zwang zum Einbau von intelligenten Stromzählern 2013 eigentlich ausgesetzt: Im Paragraph 83 des Elektrizitäts­wirtschafts- und -organisationsgesetz wird seither definiert, dass Netzbetreiber den Wunsch eines Endverbrauchers, kein intelligentes Messgerät zu erhalten, zu berücksichtigen haben.
Smart MeterDer schlaue Stromzähler... Smart Meter...hat Konfliktpotenzial
Allerdings findet dieser Paragraph in der Praxis nur bedingt Anwendung, bleibt dem zuständigen Ministerium doch vorbehalten, die Einführung von Stromzählern mit Vernetzungs­möglichkeiten auch in einer gesonderten Verordnung genauer zu regeln - die liegt in Österreich seit Anfang 2018 vor. Hier wird den Anschlussinhabern zwar ein Widerspruchsrecht zugestanden, das bezieht sich aber nur auf die Datenübertragung des Smart Meters - der Einbau muss demnach akzeptiert werden.

Deutschland noch auf dem Weg

In Deutschland bahnt sich dabei ebenfalls eine recht komplexe Situation an, eine Pflicht zum Einbau von Smart Metern ist laut Discovergy vorerst nur für bestimmte Haushalte vorgesehen. Seit 2018 ist für Haushalte und Unternehmen mit einem jährlichen Stromverbrauch von mehr als 10.000 Kilowattstunden der Einbau verpflichtend. Auch Betreiber einer Photovoltaik- oder BHKW-Anlage mit mehr als 7 Kilowatt elektrischer Anschlussleistung müssen dem Einbau seitdem zustimmen. Ab 2020 sinkt der Wert, ab dem der Einbau zur Pflicht wird, auf 6000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. Gerade im Bezug auf den Daten- und Verbraucherschutz wird das Thema Smart Meter in den nächsten Jahren in der gesamten EU immer wieder heiß diskutiert werden.

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