Kreditkarten: Neuer Sicherheits-Chip ist in der Praxis eine Luftnummer

Die Anbieter von Kreditkarten haben vor einiger Zeit mit großem Getöse die neuen Sicherheits-Chips auf ihren Produkten eingeführt. Diese sollten die zahlreichen Betrugsfälle endlich eindämmen. Wie sich inzwischen herausstellt, sorgen sie aber höchstens für eine Verlagerung der Kriminalität - Opfer werden nun verstärkt kleinere Firmen. Betrachtet man sich die jüngsten Daten des Marktforschungsunternehmens Gemini Advisory, kann schlicht nicht die Rede davon sein, dass die neuen Karten irgendetwas besser gemacht hätten. Eine Auswertung von 60 Millionen Fällen von Kreditkartenbetrug, die über die letzten zwölf Monate reichen, hat demnach ergeben, dass hier zu 93 Prozent Kreditkarten mit dem neuen Chip betroffen waren und dieser also keinen Riegel vor einen Missbrauch geschoben hat.

In der Theorie klingt die EMV-Technologie, die von Europay, Mastercard und Visa entwickelt wurde, recht schlüssig: Für jede Transaktion soll zwischen der Kreditkarte und dem Bezahlterminal eine verschlüsselte Verbindung aufgebaut werden, die Voraussetzung für eine erfolgreiche Transaktion ist. Dadurch soll das unsichere Auslesen des Magnetstreifens endlich überwunden werden.


Fallback in die Unsicherheit

In der Praxis gibt es allerdings dann doch massive Probleme, die oft genug dazu führen, dass das Sicherheitskonzept schlicht nicht funktioniert. Das beginnt schon dabei, dass vor allem kleinere Firmen nicht einfach in der Lage sind, immer komplett abgesicherte IT-Infrastrukturen zu etablieren und die Angreifer gerade hier immer wieder neue Einfallstore finden - bis hin zum Umgehen der Verschlüsselung. Hier werden immer häufiger Skimmer eingeschleust oder Malwares installiert, mit denen dann auch die Informationen vom Chip abgegriffen werden können.

Kriminelle können dann oft genug auch einfach fortfahren wie bisher. So werden beispielsweise die Daten, die auf dem eben beschriebenen Weg gestohlen werden, weiterhin auf den Magnetstreifen von Karten-Rohlingen kopiert. In den USA funktionieren diese dann weiterhin, weil das ganze System den alten Informationsträger einfach als Fallback-Lösung heranzieht, falls der neue Chip mal nicht funktioniert.

Laut dem Bericht sind die einzigen Gewinner die großen Unternehmen, die sich ausreichend geschultes Personal für den Bereich der IT-Sicherheit leisten können. Das halbgare Sicherheits-Feature geht eher zu Lasten kleinerer Firmen, denen Betrugsfälle dann eher zu spät auffallen. Hierzulande hat das allerdings kaum Effekte, weil Kreditkarten im Alltag vergleichsweise selten zum Einsatz kommen.

Siehe auch: Kreditkarten: Visa schafft den Zwang zur Unterschrift komplett ab Amazon, Amazon Prime, Kreditkarte, Visakarte, Prime-Visa-Karte Amazon, Amazon Prime, Kreditkarte, Visakarte, Prime-Visa-Karte Amazon
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