Unhaltbare Zustände: Apple beschwichtigt Kritik an iPhone-Zulieferer

Nach einem angeblichen vertuschten Chemie-Unfall im Mai vergangenen Jahres hat die Nichtregierungsorganisation China Labor Watch nun einen Informanten in ein Werk des Apple-Zulieferers Catcher Technology entsendet. Der berichtet von unhaltbaren Zuständen bei der Produktion von iPhone- und MacBook-Gehäusen.
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Wie das Wirtschaftsmagazin Bloomberg unter Berufung auf einen Report der Nicht­regierungs­organisation China Labor Watch meldet, verstößt der Apple-Lieferant Catcher gegen zahlreiche Arbeitsschutzgesetze und auch gegen Apples eigenen Kodex. Nur Kinder­arbeit hat man nicht feststellen können - ansonsten soll in dem Werk an jeder Ecke ein Verstoß gelauert haben: Von mitarbeitergefährdender Umweltverschmutzung über fehlende Schutzbekleidung bis hin zu Arbeitszeitüberschreitungen konnte der eingeschleuste Informant am eigenen Leibe erfahren. China Labor Watch bei Catcher TechnologieDie Arbeiter schlafen in der Cafeteria in Catchers Produktionskomplex in Suqian. Foto: China Labor Watch

Giftige Stoffe im Fertigungskreislauf vonm iPhone und Mac

Das taiwanesische Unternehmen Catcher Technology steht dabei schon länger unter Beobachtung der Menschenrechtler und Arbeitsschutzorganisation. Catcher fertigt für Apple unter anderem Gehäuseteile für iPhones, iPads und MacBooks und kommt daher auch mit einer Reihe von giftigen Stoffen im Produktionsablauf in Berührung. Die Mitarbeiter sind aber unzureichend darauf geschult und werden wenig geschützt. Laut dem Informanten musste dieser so aufgrund von akuten Atembeschwerden den Selbstversuch in der Fabrik nach einigen Wochen abbrechen und hatte noch einige Zeit später Gesundheitsprobleme.

Öffentlich gerügt

China Labor Watch hat insgesamt 14 grobe Verstöße gegen Apples eigenen Kodex gezählt, der für die Einhaltung von Arbeitsschutz auferlegt wurde und hat den Konzern dafür nun öffentlich gerügt. Apple selbst ist überrascht von dem Bericht. Laut eigenen Angaben gebe es regelmäßige Kontrollen, bei denen bisher keine Verstöße festgestellt wurden. Eine solche Diskrepanz zwischen den Herstellern und China Labor Watch ist nicht unüblich - schließlich schleust die Nichtregierungsorganisation ihre Informanten inkognito ein.


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