Twitch zapft heimlich eure Streams für Amazons KI-Training an

Twitch greift ab sofort auf sämtliche Streams und Chats zu, um die künstliche Intelligenz (KI) des Mutterkonzerns Amazon zu trainieren. Die massenhafte Datenerfassung ist für alle Konten standardmäßig aktiviert. Nutzer müssen aktiv widersprechen.
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WinFuture/KI-generiert

Twitch nutzt Daten für KI-Training

Die zu Amazon gehörende Streaming-Plattform Twitch nutzt ab sofort Audioaufnahmen, Videos und Chatverläufe ihrer Anwender, um generative KI-Modelle zu trainieren. Das Unternehmen aktivierte die Funktion zur Datenerfassung für alle Konten standardmäßig. Viele Nutzer kritisieren das Vorgehen, da ihre Inhalte ohne ausdrückliche Zustimmung für die Entwicklung künstlicher Intelligenz verwendet werden.

Die Verantwortlichen begründen den Schritt mit branchenüblicher Praxis (via TechCrunch). Ein Verfahren, bei dem Nutzer aktiv zustimmen müssten, hätte laut dem Management zu sehr niedrigen Teilnehmerzahlen geführt. Daher entschied sich das Entwicklerteam für eine Opt-out-Lösung. Anwender müssen der Datenverarbeitung explizit in den Kontoeinstellungen widersprechen, um ihre Privatsphäre zu schützen.

Warum ist es kein Opt-in? Das fragen alle im Chat immer wieder. Ich verstehe das schon. Nun, es gibt eine ehrliche Antwort darauf ... Wenn es ein Opt-in wäre, würde sich niemand dafür entscheiden.
Mike Minton, Chief Product Officer bei Twitch
Twitch KI OptionenTwitch: Einstellungen > Sicherheit und Privatsphäre > Training für generative KI

Widerspruch mit Einschränkungen

Wie das Management von Twitch in einem Livestream bestätigte, lässt sich das Training für generative KI deaktivieren. Um die Datenerfassung zu stoppen, müssen Anwender drei Schritte durchführen:

  1. Die allgemeinen Kontoeinstellungen öffnen
  2. Den Reiter für Sicherheit und Privatsphäre wählen
  3. Den Schalter bei Training für generative KI abschalten

Der Widerspruch gilt jedoch nur für zukünftige Datensätze. Ob Amazon bereits in der Vergangenheit gestreamte Inhalte für das Training seiner Modelle verwendet hat, ließ das Management offen. Zudem schützt die manuelle Deaktivierung nicht in jedem Fall vollständig vor einer Erfassung der eigenen Daten.

Verfasst ein Nutzer etwa Nachrichten im Chat eines anderen Kanals, greifen die Datenschutzeinstellungen des jeweiligen Kanalbetreibers. Hat dieser dem Training nicht widersprochen, fließen auch die Chatbeiträge fremder Personen in die Datenbanken. Das Unternehmen stellt klar, dass grundlegende Funktionen für maschinelles Lernen wie die automatische Inhaltsmoderation ohnehin weiterhin aktiv bleiben.

Kontrolle der Nutzerdaten

Die automatisierte Auswertung von Nutzerdaten für KI-Zwecke betrifft die gesamte Branche. Viele Technologiekonzerne nutzen frei zugängliche Inhalte ihrer Netzwerke, um Sprachmodelle und Bildmodelle kontinuierlich zu verbessern. Ein technischer Vorteil für Amazon besteht darin, dass die enormen Mengen an aufgezeichneten Gesprächen dabei helfen, KI-Funktionen präziser zu machen.

Der Nachteil für Kulturschaffende liegt im Kontrollverlust über das eigene geistige Eigentum. Nutzer befürchten, dass ihre Stimmen und Verhaltensmuster in kommerzielle Produkte einfließen, ohne dass sie finanziell beteiligt werden. Ob die Kritik aus der Community zu einer künftigen Anpassung der Nutzungsbedingungen führt, bleibt vorerst abzuwarten.

Wie bewertet ihr das standardmäßige KI-Training durch große Plattformen? Teilt eure Meinung und Bedenken zu diesem Thema gerne mit uns unten in den Kommentaren!

Download Twitch-Desktop-App: Chat, Streams und Communitys für Spieler
Zusammenfassung
  • Die Streaming-Plattform Twitch nutzt nun Userdaten für KI-Training
  • Das Unternehmen nutzt ein Opt-out, um ausreichend Daten zu erhalten
  • Die Datenerfassung lässt sich in den Kontoeinstellungen deaktivieren
  • Der Widerspruch schützt jedoch nur zukünftige Daten vor dem Training
  • Eigene Chatbeiträge in fremden Kanälen werden oft trotzdem erfasst
  • Viele Creator fürchten den Verlust der Kontrolle über ihre Inhalte

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