Linus Torvalds: Scheiß verkaufen + PR-Geschwafel = Intel
Als einer der angesehensten Vertreter der Open Source-Szene hat Linus Torvalds jetzt eine ordentliche Schimpftirade in Richtung des Chipherstellers Intel geschickt. Auslöser hierfür waren natürlich die jüngst bekannt gewordenen Sicherheits-Schwächen in der Architektur zahlreicher Prozessoren.
Von den neuesten Schwachstellen ist Intel keineswegs nur allein betroffen. Dass der Konzern aber das Ziel der Attacken Torvalds' wird, hat durchaus nachvollziehbare Gründe. So ist Intel durchaus am stärksten von den allerneuesten Problemen betroffen - und hatte auch schon zuvor mit nicht gerade trivialen Problemen zu kämpfen. Hinzu kommt, dass das Unternehmen schlicht nicht angemessen auf die derzeitige Lage reagiert.
"Ich denke, irgendwer bei Intel solle sich wirklich mal hinsetzen und ihre CPUs gründlich anschauen und dann auch eingestehen, dass die ein Problem haben - statt weiter PR-Geschwafel zu produzieren, laut dem alles so funktioniert wie es soll", schrieb der Linux-Gründer an eine Mailingliste der Linux-Kernelentwickler. "Oder will Intel uns wirklich sagen 'wir halten für immer daran fest, euch Scheiße zu verkaufen und verbessern einfach nichts'?"
Noch vor einigen Monaten hatte er erklärt, dass ARM-Architekturen letztlich nicht großflächig gegen x86-Architekturen ankommen werden. Angesichts der Probleme mit Intel scheint Torvalds die Lage inzwischen aber etwas anders zu bewerten. Letztlich könnte die Nutzung von Architekturen, die mit einigen technischen Problemen verbunden sind, doch die bessere Wahl sein, wenn dem Sicherheitsprobleme gegenüberstehen, die niemand wirklich ernsthaft angehen mag.
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"Ich denke, irgendwer bei Intel solle sich wirklich mal hinsetzen und ihre CPUs gründlich anschauen und dann auch eingestehen, dass die ein Problem haben - statt weiter PR-Geschwafel zu produzieren, laut dem alles so funktioniert wie es soll", schrieb der Linux-Gründer an eine Mailingliste der Linux-Kernelentwickler. "Oder will Intel uns wirklich sagen 'wir halten für immer daran fest, euch Scheiße zu verkaufen und verbessern einfach nichts'?"
ARM wäre eine Alternative
Bevor man immer weiter an einem Marktführer festhält, der wieder und wieder Probleme bereitet und nicht zu diesen steht, sollte man sich aus Sicht Torvalds' im Zweifel eben darauf einstellen, eine Alternative aufzubauen. Wenn sich bei Intel nichts ändere, "sollten wir uns vielleicht stärker den ARM64-Leuten zuwenden", führte der Linux-Gründer aus.Noch vor einigen Monaten hatte er erklärt, dass ARM-Architekturen letztlich nicht großflächig gegen x86-Architekturen ankommen werden. Angesichts der Probleme mit Intel scheint Torvalds die Lage inzwischen aber etwas anders zu bewerten. Letztlich könnte die Nutzung von Architekturen, die mit einigen technischen Problemen verbunden sind, doch die bessere Wahl sein, wenn dem Sicherheitsprobleme gegenüberstehen, die niemand wirklich ernsthaft angehen mag.
Siehe auch:
- Meltdown und Spectre: Intel veröffentlicht Liste aller betroffenen CPUs
- Apple zu Meltdown und Spectre: "Alle Mac-und iOS-Geräte betroffen"
- Meltdown und Spectre: Intel veröffentlicht Liste aller betroffenen CPUs
- Benchmarks: So wirkt sich der Meltdown-Patch auf die Leistung aus
- Meltdown und Spectre: So überprüft man Windows-Systeme auf Schutz
- Fast alle PCs betroffen: Schwere Lücken erschüttern die Hardware-Welt
- Intel-Prozessoren: Nächste Security-Katastrophe ist im Anmarsch
- Microsoft mit Notfall-Patch für CPU-Sicherheitslücken
- Metdown & Spectre: Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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