Hysterie um Fake News & Social Bots:
Untersuchung zeigt kaum Beweise
Social Bots die Falschnachrichten verbreiten sind nach einer neuen Analyse weit weniger einflussreich, als das viele Berichte vermuten lassen. Wie ein Datenjournalist mitteilt, sei es ihm nicht gelungen, bei der Bundestagswahl einen Einfluss von schlauen Bots zu beobachten.
Wie der Datenjournalist Michael Kreil in seinem Vortrag beim 34. Chaos Communication Congress in Leipzig ausführt, hätte er auf Twitter keine signifikante Aktivität solcher Social Bots feststellen können - es gäbe sie einfach nicht. Einflussreiche und besonders aktive Twitter-Accounts würden fast ausschließlich von "aktiven Bürgern, Hashtag-Spammern, Medien und Journalisten" betrieben - dazu gesellen sich zwar auch noch Bots, die sich wegen des simplen Aufbaus aber nicht als fortschrittliches Mittel zur gezielten Meinungs-Manipulation einstufen lassen.
Auch bei seiner weitreichenden Beobachtung der Aktivität zur Bundestagswahl konnte Kreil keine Hinweise auf eine Einflussnahme durch Social Bots feststellen. Mithilfe der Twitter-API und 700 von anderen Nutzern zur Verfügung gestellten Zugangstokens waren für die Untersuchung Millionen Konten und Tweets untersucht worden - allerdings betont der Journalist, dass es bis jetzt kaum zuverlässige Methoden gäbe, Fake-Accounts zu identifizieren. Deshalb sei es jetzt zunächst wichtig, die Grundannahmen von veröffentlichten Arbeiten zu überprüfen und eine neue Methodik zu entwickeln. Seine Daten stellt Kreil auf Github zur Verfügung.
Fake News kommen von echten Menschen, nicht von Robotern
Die Wahl von Donald Trump in den USA wurde von vielen auch einer extrem erfolgreichen Kampagne im Internet, die durch Social Bots unterstützt wurde, zugeschrieben. In Deutschland hatte der SPD-Kandidat Martin Schulz vor der Wahl noch gemahnt, dass alle Parteien auf einen Einsatz solcher Mittel verzichten sollten. Wie jetzt eine neue Analyse zeigen soll, scheint die oft formulierte Angst vor dem Einfluss von Fake News, die durch automatisierte Algorithmen gezielt verbreitet werden, schlichtweg übertrieben. Infografik: Bots produzieren mehr Traffic als Menschen
Wie der Datenjournalist Michael Kreil in seinem Vortrag beim 34. Chaos Communication Congress in Leipzig ausführt, hätte er auf Twitter keine signifikante Aktivität solcher Social Bots feststellen können - es gäbe sie einfach nicht. Einflussreiche und besonders aktive Twitter-Accounts würden fast ausschließlich von "aktiven Bürgern, Hashtag-Spammern, Medien und Journalisten" betrieben - dazu gesellen sich zwar auch noch Bots, die sich wegen des simplen Aufbaus aber nicht als fortschrittliches Mittel zur gezielten Meinungs-Manipulation einstufen lassen.
Falschnachrichten erreichen vor allem willige Nutzer
Kreil findet laut Golem auch viel Kritik für die Macher bisheriger Studien zu dem Thema, die besonders aktive Accounts und die Anzahl der verfassten Tweets als klares Merkmal dafür sehen, dass hinter dem Account ein Bot steht. Nach seiner Ansicht würden hier verschiedene Studien dann auch noch völlig willkürlich Grenzwerte festsetzen. Bei seiner Untersuchung von 12 Accounts, die am Tag der US-Wahl unter relevanten Hashtags am aktivsten waren, habe er keinen einzigen Bot gefunden.Auch bei seiner weitreichenden Beobachtung der Aktivität zur Bundestagswahl konnte Kreil keine Hinweise auf eine Einflussnahme durch Social Bots feststellen. Mithilfe der Twitter-API und 700 von anderen Nutzern zur Verfügung gestellten Zugangstokens waren für die Untersuchung Millionen Konten und Tweets untersucht worden - allerdings betont der Journalist, dass es bis jetzt kaum zuverlässige Methoden gäbe, Fake-Accounts zu identifizieren. Deshalb sei es jetzt zunächst wichtig, die Grundannahmen von veröffentlichten Arbeiten zu überprüfen und eine neue Methodik zu entwickeln. Seine Daten stellt Kreil auf Github zur Verfügung.
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