Inkognito ist für Google nicht privat: Milliarden-Klage auf dem Weg

Google ist mit einer Klage konfrontiert, die das Unternehmen im schlimm­sten Fall mehrere Milliarden Dollar Schadensersatz kosten könnte. Aus­lö­ser ist die Tatsache, dass die Private-Browsing-Funktion im Chrome nicht so privat ist, wie es ... mehr... Datenschutz, Privatsphäre, Inkognito, Privat, Verkleidung Bildquelle: Pixabay Datenschutz, Privatsphäre, Inkognito, Privat, Verkleidung Datenschutz, Privatsphäre, Inkognito, Privat, Verkleidung Pixabay

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eben mal getestet, da kommt kein hinweis. ein Laie kann hier durchaus vermuten, dass man eine geschuetzte Privatsphäre hat.
es erschliesst sich mir auch nicht, was dann das ganze bringen soll
 
@flatsch: Sie befinden sich jetzt im Inkognitomodus
Sie können jetzt privat surfen. Andere Personen, die Ihr Gerät verwenden, können Ihre Aktivität nicht sehen. Ihre Downloads und Lesezeichen werden jedoch gespeichert. Weitere Informationen

Chrome speichert die folgenden Daten nicht:
Ihren Browserverlauf
Cookies und Websitedaten
In Formulare eingegebene Daten

Ihre Aktivitäten sind eventuell weiterhin sichtbar für:
Von Ihnen besuchte Websites
Ihren Arbeitgeber oder Ihre Bildungseinrichtung
Ihren Internetanbieter
 
@Siniox: Ist halt auch irreführend, da ohne Cookies z.B. etliche Seiten nicht funktionieren. In Wahrheit werden die also nicht "nicht gespeichert", sondern beim Beenden gelöscht.
 
@DRMfan^^: Wie man "nicht gespeichert" definieren möchte. Auf der Festplatte werden die vermutlich nicht gespeichert. So oder so, für diese Klage macht diese Formulierung meiner Meinung nach keinen Unterschied.
 
@Stefan1200: Wie kommst du darauf? Als würden Browser die Webseiten-Daten nur beim Beenden auf die Platte schreiben und sonst reine In-memory-Datenbanken verwenden?!
 
@DRMfan^^: Ohne mir den Sourcecode von Chromium angeschaut zu haben, würde ich erwarten, dass im Inkognito Modus die Daten nur im Arbeitsspeicher vorgehalten werden, bis das Fenster geschlossen wird.
 
@Stefan1200: Ganz ehrlich, das habe ich so nie erwartet und geht auch aus keiner Erklärung zum Inkognito Modus hervor. Ganz im Gegenteil, seit dieser Eingeführt wurde (egal in welchem Browser) war eigentlich für mich klar... das alles temporär gespeichert wird, aber nicht permanent (also beim beenden gelöscht wird).
Und ich sehe bei der Klage kaum Aufsicht auf Erfolg. Denn der Modus ist nur dazu da, damit LOKAL keine Spuren bleiben, nicht damit Webseiten keine Daten mehr sammeln können!
Ist ja nicht der Fehler von Google, dass die Leute von dem Modus mehr erwarten, als wofür er jemals gedacht war!
 
@Scaver: Der Meinung bin ich auch. Aber wer weiß, was die Klage noch zu Tage fördert.
 
@Siniox: Die Angabe das google halt weiter speichert fehlt halt und das fällt denen jetzt auf die Füße. Selbst Schuld und Pech gehabt!
 
@MancusNemo: Macht Google das? Oder ist Google Analytics einfach nur in der Lage anhand von auf Server Seite sichtbaren Informationen eine Verknüpfung mit einer Person zu ziehen (z.B. IP und Browser Agent), die vorher eine andere Webseite mit Google Analytics ohne Inkognito Modus besucht hat?
 
@Stefan1200: Meiner Indizien die vorliegen schon!
 
@MancusNemo: Es fehl auch die explizite Angabe, dass alle anderen Tracking-Dienste weiter speichern. Das fällt aber alles unter "von Ihnen besuchte Websites". Letztendlich ergibt sich aus der Kurzbeschreibung, wofür der Inkognitomodus gedacht ist: etwas vor anderen Personen verstecken, die den gleichen PC verwenden, mehr nicht.
 
@Link: Das ist mir klar, aber der "dummen" Masse nicht. Das sind keine IT-Experten. Die kann man ziemlich leicht hinters Licht führen und ich denke das ist auch die absicht von google. Von daher voll rauf auf die Mappe .... Ich habe deshalb jetzt auch vor konsequenzen zu ziehen.... pech für google
 
@MancusNemo: Wenn dir das klar ist und auch war, dann verstehe ich nicht, wieso du genau jetzt irgendwelche Konsequenzen deswegen ziehen willst und vor allem, was das für Konsequenzen sein sollen, denn alle Browser, die einen "privaten Modus" anbieten, machen das genau so wie das auch im Chrome implementiert ist. Und wenn die dumme Masse nicht lesen und das Gelesene verstehen kann, dann hat sie es auch nicht anders verdient, mit DAUs hatte ich noch nie Mitleid: https://abload.de/img/unbenannt2jk2u.jpg
 
@Link: Da steht jetzt nicht: ihre Daten sind weiterhin sichtbar für Google. Und da ja Chrome von Google kommt, könnte man doch berechtigterweise auf die Idee kommen, dass Google eben keine Daten mehr speichert.

Eine Lösung könnte sein, dass Google explizit hinschreibt: WIR tracken sie trotzdem über die Webseiten.
Oder den Modus umbenennt in: "deine Frau weiß nicht, dass du Pornoseiten guckst"-Modus.
 
@Robin01: Berechtigterweise? Was muss man sich denn bitte sehr einwerfen, um aus "Andere Personen, die Ihr Gerät verwenden" in seiner Fantasie "Google & der Rest der Welt" zu machen? Wer nicht mal solche simplen Sätze versteht, sollte sich vielleicht ohnehin für geschäftsunfähig erklären lassen statt Google zu verklagen.
Es steht auch explizit da, dass die Aktivitäten für besuchte Websites sichtbar sind, Google ist an der Stelle nicht ausgeschlossen.
Dass man in einem Land, in dem man die Leute explizit darauf hinweisen muss, dass ein Heißgetränk heiß sein könnte, auch solche schwachsinnige Klagen einreicht und versucht damit Geld zu verdienen, ist natürlich trotzdem nicht überraschend.
 
@Link: Ok, ich wollte hier gerade viel über Spitzfindigkeiten in der Formulierung schreiben, in denen man, wie bei überspezifischen Dementis etwas sagt um nachher sagen zu können "so habe ich das nie gesagt" und dass man bei Google mit seiner riesigen Rechtsabteilung annehmen kann, dass die Formulierungen Absicht sind. Dann hab ich mal den Browser auf Englisch umgestellt und mir die Erklärung (inklusive den zusätzlichen Erklärungen durchgelesen). Hier die Best Ofs:

Startseite:
- Now you can browse privately, and other people who use this device won't see your activity.

Learn more:
How Incognito mode works:
- Websites see you as a new user and won't know who you are, as long as you don't sign in.

What Incognito mode does:
- Browsing in Incognito mode means your activity data isn't saved [...] to a Google Account you're not signed into.

What Incognito mode doesn't do:
- Prevent the websites you visit from serving ads based on your activity during an Incognito session.
- After you close all Incognito windows, websites won't be able to serve ads to you based on your signed-out activity during that closed session.

https://support.google.com/chrome/answer/9845881?visit_id=637268619559737858-3602781614&p=incognito&rd=1

Der Vorwurf ist ja, dass Google die Informationen über den privaten Modus hinaus mit anderen Informationen verknüpft. Und in den Erklärungen klingt es so, als sei das nicht möglich. Der Google Sprecher meint aber lediglich, dass der private Modus nicht davor schützt ("As we clearly state each time you open a new incognito tab, websites might be able to collect information about your browsing activity,"). Wenn Google über die Technologie verfügt, die Nutzer auch im privaten Modus mit den normalen Nutzerprofilen zu verknüpfen, dann ist das klare Irreführung. Könnte man z.B. Mozilla nachsehen, die müssen nicht genau wissen, was Google alles kann. Aber Google als Hersteller von Chrome und der Tracking-Technik ist sich klar darüber, was möglich ist, und müsste das für den eigenen Inkognito-Modus klar kommunizieren.
 
@Robin01: "Der Vorwurf ist ja, dass Google die Informationen über den privaten Modus hinaus mit anderen Informationen verknüpft."
Nein, der Vorwurf ist, dass dies theoretisch möglich sein könnte und nicht dass Google über diese Technologie verfügt und sie auch einsetzt. Dass Webseiten auch im Inkognito-Modus Daten sammeln und diese logischerweise dann auch verarbeiten können, wird dem Nutzer mitgeteilt.
 
@Link: Hier zum Nachlesen die Anklageschrift:
https://www.bloomberglaw.com/public/desktop/document/BrownetalvGoogleLLCetalDocketNo520cv03664NDCalJun022020CourtDocke?1591132864#

Im Grunde ist der Inkognito-Modus nur ein Teil der Anklageschrift. Der Hauptpunkt ist wohl: Google lässt den Nutzer in all seinen Einstellungsmöglichkeiten im Nutzerprofil glauben, dass er seine Daten vor Tracking schützen kann.
Und als Schmankerl oben drauf gibt es: selbst im Inkognito-Modus des hauseigenen Browsers werden die Datenschutzeinstellung im (Online)Profil ignoriert.
 
@Robin01: Ich habe jetzt keine Zeit die 37 Seiten komplett zu lesen, aber von dem, was ich da gelesen habe, läuft alles darauf hinaus, dass jemand nicht versteht was der Inkognito-Modus ist (auf den man immer wieder in der Anklageschrift zurückkommt): eine Sandbox, deren Inhalt nicht auf dem eigenen Gerät gespeichert wird, wenn der Modus beendet wird. Mehr ist das bei keinem Browser und die Startseite erklärt das auch für jeden halbwegs intelligenten Menschen verständlich genug solange man da nicht versucht Sachen hineinzuinterpretieren bzw. hinzuzudichten, die gar nicht da stehen. Es steht sogar ausdrücklich da, dass Seiten, die man besucht, Daten speichern können. Derjenige, der die Anklage verfasst hat, geht aber scheinbar davon aus, dass der Inkognito-Modus AddOns wie Ghostery ersetzen können soll.
 
@Link: Für deine Zeitersparnis: das Verständnis wieso es nicht nur um den Inkognito-Modus geht steht auf den Seiten 8-12. Der komplette Sachverhalt erschließt aus den Seiten 6-19.
 
@Robin01: Anfang Seite 8, das Unwissen geht los: "There is no effective way for consumers to avoid Google Ad Manager." Noch nie von Adblockern gehört? Ich habe hier jedenfalls keinen der Cookies, über die sich da auf Seite 11 aufgeregt wird. Wie ich schon gesagt habe, der Inkognito-Modus ist bei keinem Browser dazu gedacht Addons wie Ad-/Trackingblocker zu ersetzen, er koppelt nur die private Session von der "normalen" ab, ansonsten funktionieren da ALLE (und nicht nur die paar von Google) Tracking-Dienste ganz normal, wer mehr möchte, sollte eben sich etwas mehr mit der Materie befassen.

Wenn man sich die Anmerkungen auf Seite 11 zu https://support.google.com/websearch/answer/4540094?hl=en&ref_topic=3036132 durchliest, wird einem sofort klar, dass sich an den Wörtern "browse the web privately" aufgegeilt wird ohne den Rest der Seite zu lesen oder gar zu verstehen. Dass man in aus dem Kontext gerissene einzelne Wörter eventuell was anderes hineininterpretieren kann als wenn man den Inhalt der ganzen Seite verstanden hat, ist nicht sonderlich ungewöhnlich.

Und das zieht sich so durch die ganze Anklageschrift, Satzteile werden ohne den Kontext drumrum zum eigenen Vorteil uminterpretiert. Ist halt der Job jedes Rechtsverdrehers.
 
@Link: Da ist sehr viel Unwissen enthalten. Wird von den Anwälten schon zerrissen werden. Ansonsten bekommen Mozilla und co. auch ein rießen Problem.
 
@Link:
Im Grunde sagst du es schon. Es ist der Job eines "Rechtsverdrehers". Ich mag das Wort nicht so, weil es aussagt, dass aus Recht Unrecht wird. Aber es gibt ja einen Unterschied zwischen moralischem Recht und gesetzlichem Recht. Und das gesetzliche Recht ist halt nicht in allen Belangen so ausgeprägt, wie man es sich gerne wünschen würde. Deswegen gibt es Richter. Und Anwälte. Die Anwälte legen dar, wie der Sachverhalt aus ihrer Sichtweise erscheint und der Richter muss dann entscheiden.

Und wir sehen ja hier, dass die Meinungen weit auseinander gehen. Es ist ja nicht nur so, dass ein paar Spinner, die Geld abgreifen wollen, so sehen, sondern eben auch noch ein paar andere Menschen es zumindest nachvollziehbar finden. Letztendlich wird dann ein Gericht entscheiden, ob es glaubt, dass Menschen wirklich so dumm sein können um mit diesen Formulierungen glauben zu können, dass sie unbeobachtet von Google unterwegs sind, wenn ja, ob Google das absichtlich so gemacht hat und darauf eben auch die Strafe festlegen. Kann ja auch nur sein, dass Google nicht mehr "private browsing" draufschreiben darf.

Erinnert mich ein bisschen an die Geschichte mit Teslas Autopilot. Da gingen ja die Meinungen von "ein Autopilot im Flugzeug braucht auch den Piloten zum Kurswechsel" bis hin zu "ich schlaf hinter dem Steuer".
 
@Robin01: "Letztendlich wird dann ein Gericht entscheiden, ob es glaubt, dass Menschen wirklich so dumm sein können"
Da Gerichte in den USA glauben, dass Menschen so dumm sind, dass man denen auf den Kaffee-Becher schreiben muss, dass der Inhalt heiß sein könnte, siehts wohl für Google eher schlecht aus.
 
@Link: Wär für Deutschland manchmal auch eine gute Geschichte. Es leben ja ganze Branchen von der Dummheit der Menschen. Fitnessstudios z.B. leben von den dummen Menschen, die tatsächlich glauben, sie setzen ihre Neujahrsvorsätze um (70 % schaffen nicht mal den ersten Monat aber bezahlen 12). App-Anbieter leben davon, dass ihre Kunden glauben, sie kriegen eine kostenlose App, die keine persönlichen Daten abgreift. Autohersteller leben von Kunden, die glauben, dass das Auto wirklich so wenig verbraucht, wie angegeben. Nahrungsmittelhersteller leben davon, dass die Kunden glauben, dass in den Lebensmitteln drin ist, was als Serviervorschlag draufgedruckt ist.

Also ich würde klare präzise Formulierungen auch in Deutschland vorziehen.
 
@MancusNemo: Und? Der Inkognito Modus ist doch gar nicht dafür gedacht, dass Webseiten und Dienste wie Google Analytics keine Daten sammeln können. Er ist nur dafür gedacht, dass lokal keine Spuren des Surfverhaltens übrig bleiben, die z.B. andere Nutzer am selben Rechner (oder auch Hacker) einsehen können.
 
@Scaver: Deswegen macht die Anklage eben keinen Sinn. Werden nun alle anderen Browserhersteller auch verklagt? (oder eventuell andere Analytics Tools...)
 
@Scaver: Das weiß ich schon, allerdings sollte es besser ausformuliert sein. Ich denke das wird auch die Klage verlangen, denn so ist es zu ungenau formuliert finde ich auch. Aber für uns Nerds ist ja die Klage nicht gedacht, sondern für den Normalen "Dumm" Bürger... damit die Produktbeschreibung klarer wird.
 
@Siniox: "Sie befinden sich jetzt im Inkognitomodus
Sie können jetzt privat surfen." - Ist das wirklich so? Offensichtlich nicht, aber offensichtlich für wen?
 
@GlockMane: Ja, und jetzt liest du auch den zweiten Satz. Oder ist das schon zu viel verlangt?
 
@Link: Tja, ich finde einfach man sollte den ersten Satz nicht so reißerisch gestalten wie WinFuture Headlines ;)
 
@flatsch: https://abload.de/img/unbenannt2jk2u.jpg Steht dort, Weiß auf schwarz. Der Inkognito Modus ist nur interessant weil er keinen Verlauf speichert, wegen der Schmuddelseiten halt...
 
Wieso das denn?
Ich dachte immer der Inkognito mode ist nur da um LOKAL keine Spuren zu hinterlassen.
 
@Aerith: This! Das hält Dumpfbacken aber nicht ab zu klagen... zumal du im Netz sowieso niemals anonym bist, lediglich der Aufwand ist unterschiedlich!
 
@Aerith: Du bist aber offensichtlich ein Exemplar der Art Homo Sapiens, der diesen Namen auch verdient.
 
@Link: *Steinzeitkeule hinter dem Rücken versteckt und intelligenten Gesichtsausdruck macht*

Vielen Dank für das Kompliment. :D
 
@Aerith: Richtig. Genau DESWEGEN ist er erfunden worden.
Aber dumme Amis halt. Ich sage nur Warnhinweise ala "Der Kaffee ist heiß und sie können sich verbrennen!" oder "Bitte keine Hamster oder andere Lebewesen in der Mikrowelle trocknen!".
 
Und da rächt es sich eventuell, dass Google eben Browser und Schnüffelsoftware herstellt.
 
@Robin01: Verstehe die ganzen Minus nicht, hab dir ein Plus gegeben weils die Wahrheit is.
 
@ChrisMaster: ich hab was gegen "Don't be evil" Google gesagt. Google ist halt noch der kleine sympathische Underdog, der Menschen kostenlos Mehrwert bietet, wo du bei anderen Firmen längst das Produkt geworden bist. Anders kann ich es mir nicht erklären.
 
Das ist doch bei jedem Browser identisch umgesetzt
 
Wieso ist dieses Verhalten 5000 Dollar wert? Wie kann man überhaupt einen Wert beziffern, wenn nichts gegeben oder genommen wird? Ich verstehe es nicht.
 
@Rob Otter: In den USA schon. In Deutschland gilt ja z.B. beim Thema Schadensersatz, dass wenn du als Privatperson 100 Stunden Rennerei hattest trotzdem kein Schaden aufgetreten ist. Beauftragst du hingegen einen Dienstleister (z.B. Anwalt), der sich der Sache annimmt, muss das ersetzt werden.
 
@Robin01: Hilft mir nicht beim Verständnis. Was habe ich denn für einen Schaden? Wie soll ich den berechnen? Was hätte ich - um bei Deinem Beispiel zu bleiben - für eine Rennerei, um WAS zu beheben? Ja, meine Daten sind an Stellen geflossen mit denen ich nicht gerechnet habe, aber was und wieviel ist mein Schaden?
Hier wurde wahrscheinlich bloß irgendeine Summe aus der Luft gegriffen, mit der man einfach schön Kasse machen kann.
 
@Rob Otter: Ja, solche Summen sind immer aus der Luft gegriffen, bzw. wird halt irgendwie von einem Sachverständigen mal berechnet. Ist ja auch klar, wie soll etwas, für das ich kein Geld ausgegeben habe, ordentlich in Geld übersetzt werden, vielleicht sogar Gefühle?

Um was zu beheben? Natürlich den Rechtsbruch. Unabhängig davon, ob du einen Schaden hast oder nicht, steht dir natürlich zu, dass deine Rechte gewahrt werden. Gut für dich, wenn noch kein "Schaden" außer dem Rechtsbruch eingetreten ist, denn manche Schäden kann man zwar mit Geld beziffern, aber nicht rückgängig machen.

Trotzdem hast du neben den Anwaltskosten einen Schaden. Du wendest Zeit auf, um dich um den Anwalt zu kümmern, Zeit, die du vielleicht mit deiner Familie verbringen wolltest, vielleicht verpasst du den ersten Schritt deiner Tochter, weil du gerade beim Anwalt sitzt. Es ist auch ein emotionaler Aufwand. Das bringt vielleicht irgendwann das Fass zum Überlaufen und du rutscht in Depressionen. Ist natürlich alles Spekulation, weil überhaupt nicht greifbar ist, was passiert wäre, wenn deine Rechte unangetastet geblieben wären oder was miteinander zusammenhängt. Auch ist natürlich ein Folgeschaden durch die geflossenen Daten nicht abschätzbar. Was, wenn die Polizei infolge von Informationen, die sie von Google bekommen haben, die Google in so einer privaten Session von dir gesammelt hat, dich präventiv als Aufwiegler festnimmt, damit du keinen "Riot" startest? Unbezifferbar in Geld, aber trotzdem ein Schaden für dich.

Teilweise geht es bei diesen hohen Schadensersatz-Summen auch darum, den Gegner davon abzuhalten, es noch einmal zu tun.
 
@Rob Otter: In der Anklageschrift schreiben sie, aus welcher Luft sie die Zahlen greifen. https://www.bloomberglaw.com/public/desktop/document/BrownetalvGoogleLLCetalDocketNo520cv03664NDCalJun022020CourtDocke?1591132864#

Ein Teil ist wohl auch, dass Google bereit ist 3 $ zu zahlen für jede Woche Browserverlauf.
 
"Ihre Aktivitäten sind eventuell weiterhin sichtbar für:
Von Ihnen besuchte Websites
Ihren Arbeitgeber oder Ihre Bildungseinrichtung
Ihren Internetanbieter"

Ich glaub, dass selbst der dümmste anzunehmende User noch 1 & 1 zusammen rechnen kann und weiß, dass da auch Google mitlesen kann....
 
@Ludacris: ich zitiere: "Websites erkennen Sie als neuen Nutzer und wissen nicht, wer Sie sind, solange Sie sich nicht anmelden."
(https://support.google.com/chrome/answer/9845881?visit_id=637268687566069055-1129991038&p=incognito&rd=1)

Was also soll sich jetzt der dümmste Nutzer zusammenrechnen?
 
@Robin01: ist ein guter punkt. Damit sind aber die nutzeraccounts gemeint. Dass man anhand der IP adresse und anderer Faktoren trotzdem getrackt werden kann ist halt ein anderes Thema.
 
@Ludacris: Ja. Geh ich auch vollkommen mit. Ich sehe zwei Interpretationen:
Google zählt sich selber zu den Webseiten: dann darf der Nutzer erwarten, dass er auch für die Google-Tracking-Methoden als neuer Nutzer gilt. Denn man sollte ja im eigenen Haus schon wissen, ob man jemanden als neuen oder alten Nutzer identifiziert.
Oder:
Google zählt sich nicht zu den Webseiten: dann darf der Nutzer erwarten, dass er auch für die Google-Tracking-Methoden als neuer Nutzer gilt. Denn sonst würde ja Google explizit erwähnen, dass die Aktivitäten auch weiterhin für Google sichtbar sind.
 
Chrome ist von Alphabet/Google, dessen Geschäftsmodell bekannt sein sollte.

Sollte es also erst jetzt einem bewusst werden was man da so nutzt, so bleibt zu hoffen, dass die unter dem Stein verlebte Zeit angenehm war - und nun einst getroffene Entscheidungen endlich mal wieder auf den Prüfstand kommen. Es gibt Alternativen! (noch).
 
@rogerwilco75: Das hat nichts mit Chrome zu tun. Davon, was da bemängelt wird, sind alle Browser, die einen "privaten" Modus anbieten, betroffen. Diese Funktion ist ausschließlich dazu da die Spuren auf dem verwendeten Gerät zu minimieren, damit andere Benutzer des gleichen Gerätes (und Benutzerkontos) nicht ohne weiteres nachvollziehen können, welche Seiten von einem anderen Benutzer besucht wurden. Mehr nicht.
 
@Link: So sieht's aus. Und es wird sogar beim Start vom Inkognito-Modus so benannt. Aber gut hey... würde ich in den USA leben würde ich es vielleicht auch versuchen.

Es ist ja allgemein bekannt, dass man da mit eigentlich belanglosen Klagen durchaus gut Kasse machen kann (Kaffee ist heiß und so...) weil es das Rechtssystem halt zulässt. Das werden die Kläger da durchaus mit Kalkül machen.
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