Test des neuen Katastrophen-Alarms holt halb Neuseeland aus dem Bett

Ein neues System soll die Einwohner Neuseelands im Katastrophenfall zukünftig über Smartphones alarmieren und informieren. Ein geplanter interner Test verlief jedoch fehlerhaft und die Mitteilungen gingen bereits an die Bevölkerung hinaus - und das auch noch zu unpassender Zeit.
Sirene, Alarm, Hupe
Public Domain
Bei allen neuseeländischen Kunden des Netzbetreibers Vodafone, der mehr als 50 Prozent Marktanteil in dem Land hat, ertönte gestern um 1:32 Uhr Morgens (Ortszeit) der Alarm der Mobiltelefone. Das dürfte sehr viele Menschen aus dem Schlaf gerissen haben. Ein Blick auf das Mobiltelefon zeigte dann, dass man eine Test-Nachricht des neuen Notfall-Warnsystems erhalten habe, das später in diesem Jahr seinen Dienst aufnehmen soll.

Das wäre vermutlich noch zu verkraften gewesen. Wer sich nun aber hinlegte und weiterschlafen wollte, wurde kurze Zeit später erneut aus den Träumen geholt, berichtete der New Zealand Herold. Bis 2 Uhr folgten nämlich noch zwei weitere entsprechende Mitteilungen. Ignorieren ließen sich die Mitteilungen eher nicht - denn das System arbeitet nicht auf Basis der herkömmlichen SMS, sondern bringt die Mobiltelefone dazu, unabhängig von den dort getroffenen Einstellungen einen möglichst auffälligen Alarmton zu spielen.

Neuseeland: Test des Notfall-AlarmsNeuseeland: Test des Notfall-AlarmsNeuseeland: Test des Notfall-AlarmsNeuseeland: Test des Notfall-Alarms

Nach Angaben der Behörden sollten die Nachrichten eigentlich nur intern verschickt werden. Dass sie mitten in der Nacht bei den Neuseeländern eintrafen lag daran, dass das Alarm-System in Europa - also auf der genau gegenüberliegenden Seite der Welt - entwickelt wird. Dort testete man eben zu den besten Bürozeiten.

Zahlreiche User beschwerten sich über die nächtlichen Störungen - natürlich in erster Linie, weil hier zu einer nicht sofort nachvollziehbaren Zeit Tests durchgeführt wurden. Sarah Stuart-Black, die dem Ministerium für Zivilverteidigung und Katastrophenschutz vorsteht, entschuldigte sich öffentlich für den Vorfall. Schätzungen zufolge waren rund 2,4 Millionen Neuseeländer betroffen.
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