Galileo: Erste Satelliten für den regulären Betrieb sind startbereit

Der Aufbau des europäischen Satellitennavigations-Netzes Galileo beginnt jetzt endgültig richtig loszugehen. In Kourou, dem Startplatz von Europas Raumfahrt-Missionen in Französisch-Guayana, ist die Sojus-Trägerrakete mit zwei Galileo-Satelliten startbereit.
Satellit, Galileo, Positionierungssystem
Galileo
Das besondere an der Nutzlast: Während die in den Jahren 2011 und 2012 gestarteten Galileo-Module in erster Linie für die letzten Tests der Technologie zur Verfügung stehen sollten, handelt es sich bei den neuen nun um die ersten Modelle, die ausschließlich für den regulären Betrieb des neuen Dienstes hergestellt wurden.

Der Start sollte eigentlich bereits heute erfolgen, doch die Wetterprognosen waren zu ungünstig. Deshalb wurde der Termin nun erst einmal auf morgen verschoben. Nachdem der Sojus-Launcher das Start-Pad in Kourou verlassen hat, wird es nicht einmal vier Stunden dauern, bis die beiden Satelliten endgültig in ihrer Umlaufbahn in einer Höhe von 23.500 Kilometern über der Erde abgesetzt werden.

Ist der Start erfolgreich, ist der erste Schritt hin zum endgültigen Aufbau des voll funktionsfähigen Satelliten-Netzes also getan. In den kommenden Jahren soll dann eine ganze Reihe weiterer Missionen dafür sorgen, dass die Flotte vervollständigt wird. Auch hierbei werden vor allem Sojus-Trägerraketen mit je zwei Satelliten zum Einsatz kommen, aber auch Ariane 5-Starts, bei denen dann gleich vier Galileo-Module in den Orbit transportiert werden können, sind in Vorbereitung.

Die in den Satelliten verbaute Technologie für die eigentliche Satelliten-Navigation wird von der britischen Firma Surrey Satellite Technology hergestellt. Der Zusammenbau der kompletten Flugsysteme erfolgt jeweils bei der deutschen OHB. Geplant ist, dass das Galileo-System Mitte 2017 komplett eigenständig weltweit nutzbar ist. 24 Satelliten sollen dann aktiv sein. Allerdings soll Galileo schon vorher im Teilbetrieb funktionieren und wird gegebenenfalls durch das ältere US-System GPS ergänzt.
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