Qualcomm schaltet Galileo-Navigation in Snapdragons jetzt an

Nach vielen Verzögerungen dürften viele schon gar nicht mehr auf dem Schirm haben, dass das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo tatsächlich eines Tages nutzbar sein wird. Doch aktuell geht es recht schnell: Qualcomm kündigte die Freischaltung der Technik in seinen Snapdragon-Chips an.
Satellit, Galileo, Positionierungssystem
Galileo

Sojus trägt Galileo-SatellitenSojus trägt Galileo-Satelliten
Wie das Unternehmen mitteilte, sind die technischen Voraussetzungen, um auch die Signale der Galileo-Satelliten interpretieren zu können, bereits in die Designs diverser SoCs eingebaut. Benötigt wird in Geräten, die mit den fraglichen Chips ausgestattet sind, nur noch ein entsprechendes Firmware-Update.

Das trifft für alle Chips zu, bei denen bereits ein Funkmodem-Modul in das SoC-Design integriert ist. Konkret zu nennen wären hier beispielsweise die Produkte Snapdragon 820, 652, 650, 625, 617 und 435. Hinzu kommen noch diverse Bauelemente, die für Embedded-Systeme verkauft werden und natürlich auch die reinen Modem-Chips. Einige Komponenten, wie etwa der verbreitete Snapdragon 810 sind hier aber außen vor, da die Smartphone-Hersteller diesem einen separaten Modem-Chip zur Verfügung stellen müssen. Hier kommt es natürlich darauf an, für welchen Zulieferer sie sich dabei entschieden haben.

Alle drei zusammen

Galileo ist zwar noch nicht komplett, aber immerhin sind bereits die meisten der geplanten Satelliten im Orbit angekommen. Durch die Freischaltung der Galileo-Funktionalität sollen die Nutzer aber bereits jetzt in den Genuss präziserer Standort-Daten kommen, weil sie schlicht zu den Signalen der anderen beiden Systeme - dem US-amerikanischen GPS und dem russischen Glonass - hinzugefügt werden.

Damit können die Anwender insgesamt nun schon auf eine Gesamtflotte von über 80 Satelliten zurückgreifen, um die Elektronik den genauen Standort berechnen zu lassen. Mindestens drei Satelliten müssen dafür ohne Hindernisse mit einer "Sichtverbindung" vorhanden sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies auch in Straßenschluchten von Städten der Fall ist, steigt mit zunehmender Satelliten-Zahl natürlich an.


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