Navigation: Weg für den Galileo-Start ist geebnet

Das Europäische Parlament hat die mittelfristige Finanzierung der europäischen Projekte zur Satelliten-Navigation Galileo und EGNOS sichergestellt. 6,3 Milliarden Euro wurden hierfür bewilligt.
Satellit, Galileo, Positionierungssystem
Galileo
Der Betrag soll für verschiedene Projekte eingesetzt werden, wie den Ausbau der Infrastruktur, den Betrieb an sich und auch - falls notwendig - für den Ersatz defekter Satelliten. Aber auch in die Entwicklung von Anwendungen sollen Mittel fließen, was dann wiederum dazu beitragen soll, die Wirtschaftlichkeit des Projektes zu verbessern.

Die Satelliten-Navigationstechnologie leiste bereits heute einen wichtigen Beitrag zur europäischen Wirtschaftsleistung, würden aber weitaus größere Potenziale bergen. "Galileo und das European Geostationary Navigation Overlay Service (EGNOS) geben Europa die Möglichkeit, darauf aufzubauen, während sie gleichzeitig die Abhängigkeit von militärischer Technologie aus dem Ausland aufheben", sagte die für den Bereich zuständige Berichterstatterin des EU-Parlamentes Marian Jean Marinescu.

Mit Galileo wird Europa ein komplett eigenes System betreiben, das in Konkurrenz zum US-amerikanischen GPS und zum russischen Glonass steht. Im Gegensatz zu diesen ist es vollständig zivil organisiert. Bei EGNOS handelt es sich hingegen um ein Erweiterungssystem zum GPS, das dessen Genauigkeit für den europäischen Raum bedeutend steigern soll. Es hilft außerdem, zu erkennen, wenn der Empfänger mit gefälschten oder gestörten Daten versorgt wird.

Das jetzt beschlossene Budget soll die Finanzierung in den Jahren 2014 bis 2020 sicherstellen. Die konkrete Verwaltung der Gelder obliegt letztlich der EU-Kommission. 2014 sollen auch die ersten 18 Galileo-Satelliten ihren Orbit erreicht haben und die Nutzung erster Anwendungen erlauben. Die volle Leistungsfähigkeit wird das System allerdings erst 2018 erreichen, wenn insgesamt 30 Satelliten in ihren Umlaufbahnen sind.
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