TrueCrypt-Aus: Gerüchte um Fremdverschulden wohl nicht haltbar
Die Hinweise verdichten sich, dass das Verschlüsselungs-Projekt TrueCrypt tatsächlich von seinen Entwicklern eingestellt wurde. Diese hätten schlicht das Interesse an der Sache verloren, hieß es in einer E-Mail, die Steven Barnhart erhalten hat.
Dieser stand bereits zuvor mit den Programmierern in Kontakt, wobei die gleiche E-Mail-Adresse verwendet wurde. Da es bisher noch keine Anzeichen dafür gibt, dass die Kommunikations-Wege des TrueCrypt-Teams gehackt wurden und von diesen auch keine anders lautenden Äußerungen kamen, muss man inzwischen davon ausgehen, dass sie ihre Arbeit tatsächlich einstellen.
Gerüchte, dass Regierungsbehörden ähnlich wie schon bei Lavabit für den Schritt der Entwickler verantwortlich sein könnten, wurden dabei dementiert. Mit öffentlichen Stellen habe man lediglich ein Mal Kontakt gehabt, als diese nach einem Support-Vertrag fragten. Und auch das aktuelle Sicherheits-Audit habe nichts mit dem Entschluss zu tun. Dieses hätten die Entwickler vielmehr begrüßt.
Obwohl die Mitteilungen etwas mehr Klarheit bringen, bleiben doch viele Fragezeichen im Raum stehen. So ist beispielsweise unklar, warum nun ausgerechnet auf Bitlocker verwiesen wird. TrueCrypt galt bisher als vorbildliches Krypto-Tool, da es auf offenen Standards beruhte und auch der Quellcode vorlag. Dies ist bei dem proprietären Microsoft-Tool nicht der Fall. Zudem bietet letzteres einen deutlich geringeren Funktions-Umfang.
So wird sich in der kommenden Zeit zeigen müssen, was als Alternative zu TrueCrypt eingesetzt werden kann - insbesondere auch auf Plattformen abseits von Windows. Die Hoffnung vieler Nutzer, dass TrueCrypt von seinen Entwicklern unter eine freie Lizenz gestellt wird und sich andere der Weiterentwicklung annehmen, scheint sich derzeit zumindest nicht zu erfüllen. Barnharts Kontakt sieht darin eine Gefahr, da sich niemand sonst ausreichend gut mit dem Quellcode auskennt. Tatsächlich ist es nicht gerade einfach, sich neu in einen derart komplexen Code einzuarbeiten.
Für den Übergang können Anwender erst einmal weiter auf die Version 7.1a setzen, dessen Audit bisher positive Ergebnisse brachte. Da es aber keinen Support mehr gibt, ist ein Wechsel mittelfristig unbedingt nötig. Da es im Open Source-Bereich eine ganze Reihe von anderen Verschlüsselungs-Tools gibt, wird wohl eines von diesen letztlich die Stelle von TrueCrypt einnehmen. Welches es sein wird, zeigt sich voraussichtlich in den kommenden Monaten.
Gänzlich an den Funktionsumfang von TrueCrypt kommen die Alternativen dabei nicht heran. AxCrypt ist beispielsweise recht einfach zu bedienen und ermöglicht den Schutz von Dateien und Ordnern unter Windows. Für die Verschlüsselung ganzer Laufwerke bietet sich derzeit beispielsweise DiskCryptor an.
Download: TrueCrypt 7.1a - Freie Verschlüsselungs-Software
Bitlocker "gut genug"
Wie Barnhart ausführte, bestätigte seine Kontaktperson, dass man sich wirklich aus dem Projekt zurückzog, weil man angesichts des Endes des Windows XP-Supports keinen weiteren Bedarf an der Software gesehen hat. Denn dieses Betriebssystem sei das hauptsächliche Ziel gewesen - auch wenn TrueCrypt für eine ganze Reihe von Plattformen zur Verfügung stand. In neueren Windows-Versionen könne das Microsoft-eigene Bitlocker eingesetzt werden, was "gut genug" sei.Gerüchte, dass Regierungsbehörden ähnlich wie schon bei Lavabit für den Schritt der Entwickler verantwortlich sein könnten, wurden dabei dementiert. Mit öffentlichen Stellen habe man lediglich ein Mal Kontakt gehabt, als diese nach einem Support-Vertrag fragten. Und auch das aktuelle Sicherheits-Audit habe nichts mit dem Entschluss zu tun. Dieses hätten die Entwickler vielmehr begrüßt.
Obwohl die Mitteilungen etwas mehr Klarheit bringen, bleiben doch viele Fragezeichen im Raum stehen. So ist beispielsweise unklar, warum nun ausgerechnet auf Bitlocker verwiesen wird. TrueCrypt galt bisher als vorbildliches Krypto-Tool, da es auf offenen Standards beruhte und auch der Quellcode vorlag. Dies ist bei dem proprietären Microsoft-Tool nicht der Fall. Zudem bietet letzteres einen deutlich geringeren Funktions-Umfang.
So wird sich in der kommenden Zeit zeigen müssen, was als Alternative zu TrueCrypt eingesetzt werden kann - insbesondere auch auf Plattformen abseits von Windows. Die Hoffnung vieler Nutzer, dass TrueCrypt von seinen Entwicklern unter eine freie Lizenz gestellt wird und sich andere der Weiterentwicklung annehmen, scheint sich derzeit zumindest nicht zu erfüllen. Barnharts Kontakt sieht darin eine Gefahr, da sich niemand sonst ausreichend gut mit dem Quellcode auskennt. Tatsächlich ist es nicht gerade einfach, sich neu in einen derart komplexen Code einzuarbeiten.
Für den Übergang können Anwender erst einmal weiter auf die Version 7.1a setzen, dessen Audit bisher positive Ergebnisse brachte. Da es aber keinen Support mehr gibt, ist ein Wechsel mittelfristig unbedingt nötig. Da es im Open Source-Bereich eine ganze Reihe von anderen Verschlüsselungs-Tools gibt, wird wohl eines von diesen letztlich die Stelle von TrueCrypt einnehmen. Welches es sein wird, zeigt sich voraussichtlich in den kommenden Monaten.
Gänzlich an den Funktionsumfang von TrueCrypt kommen die Alternativen dabei nicht heran. AxCrypt ist beispielsweise recht einfach zu bedienen und ermöglicht den Schutz von Dateien und Ordnern unter Windows. Für die Verschlüsselung ganzer Laufwerke bietet sich derzeit beispielsweise DiskCryptor an.
Download: TrueCrypt 7.1a - Freie Verschlüsselungs-Software
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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